Sascha Ruefer drängt Monika Fasnacht vom Volksmusik-Thron

Von Simone Matthieu. Aktualisiert am 11.02.2009

Lange war sie die unumstrittene Volksmusik-Königin beim Schweizer Fernsehen. Jetzt macht Sportmoderator Sascha Ruefer seiner einstigen Mentorin Monika Fasnacht diesen Platz streitig. Mit Erfolg.

Geht es nach den Fernsehbossen, wird Sportmoderator Sascha Ruefer der neue Mann für heimatliche Klänge am Schweizer Fernsehen. Ein Wunsch, dem der Grenchener noch so gern nachkommt, liebäugelt er doch schon lange mit einer Laufbahn als Unterhaltungsmoderator – neben seinem Stammplatz bei den Sportreportern vom Leutschenbach.

Kürzlich gab das Schweizer Fernsehen bekannt: Ruefer wird 2009 die einst von Sänger Leonard präsentierte Sendung «Schlagersommer» übernehmen. «Schlagersommer 2009» kommt in einem neuen Kleid und mit neuem, fixem Sendeplatz am Montagabend daher. Ausserdem wird Ruefer am 21. November die «Starnacht aus der Jungfrauregion» (eine Koproduktion zwischen SF und ORF) moderieren - eine riesige Schunkel-Sause nach dem Vorbild der erfolgreichen «Starnacht am Wörthersee».

Des einen Freud – des andern Leid

«Es freut mich sehr, dass ich diese Sendungen moderieren und mich endlich auch als Unterhaltungsmoderator beweisen darf», sagt Sascha Ruefer gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet. «Es ist ja ein offenes Geheimnis, dass ich schon länger gern neben Sport- auch Unterhaltungssendungen präsentieren würde. Jetzt bekomme ich die Chance, zu zeigen, was ich auf der Showbühne tauge.»

Des einen Freud – des andern Leid. Während Ruefers Stern am Schlagerhimmel steigt, sinkt jener seiner Vorgängerin und einstigen Mentorin Monika Fasnacht. Lange Jahre war sie die Frau fürs Volkstümliche beim Schweizer Fernsehen, moderierte jede Schweizer Vorausscheidung für den «Grand Prix der Volksmusik» (GP), das jährliche Highlight der Schweizer Volksmusikszene.

Der Lehrling überholt seine Mentorin

Vor sechs Jahren kam Ruefer zum GP-Team, um hinter den Kulissen Interviews mit den Musikern zu führen. Nicht lange, und Ruefer führte keine Interviews mehr hinter den Kulissen, sondern stand als Ko-Moderator neben Fasnacht auf der GP-Bühne. Ob das dieses Jahr auch so sein wird, steht in den Sternen. Ruefer könnte den GP allein oder aber mit einer neuen Moderatorin an seiner Seite präsentieren. «Ich hoffe jedoch sehr, dass die Verantwortlichen wieder auf Monika und mich setzen», sagt Ruefer zu Tagesanzeiger.ch/Newsnet.

Am Leutschenbach heisst es, die Schlagzeilen um Fasnachts zerbrochene Ehe und ihre Flucht in die Arme eines neuen Mannes hätten ihr das Genick gebrochen. Sie wurde als «Ehebrecherin» betitelt, musste sich intimste Fragen gefallen lassen. Als Volksmusik-Aushängeschild sei sie deshalb für SF nicht mehr tragbar, wird gemunkelt. Dass sie bei der Verteilung der Volksmusik-Sendungen 2009 übergangen wurde, will Fasnacht nicht bestätigen. Deshalb versucht sie Haltung zu bewahren und sagt zu Tagesanzeiger.ch/Newsnet: «Ich bin glücklich mit den Sendungen, die ich habe. Jassen ist sowieso mein Hauptmetier und die Jass-Sendungen moderiere ich nach wie vor.»

Fasnacht mag Ruefer den Erfolg gönnen

Dass Sascha Ruefer sich in ihrem Revier breit macht, damit hat Fasnacht nach eigenen Angaben kein Problem. «Sascha nimmt mir nichts weg», sagt sie. «Ich bin gut ausgelastet mit meinem Restaurant, meinen Jass-Reisen und meinen Jass-Sendungen. Ich kann gut nachvollziehen, dass man ihm eine Chance geben will. Und dass er die nutzt, ist nur natürlich.»

Sie würde sich ebenfalls sehr freuen, wenn sie und Ruefer wieder zusammen den GP moderieren könnten. «Ich habe einen Vertrag, dass ich den GP 2009 moderieren kann, ich wüsste nicht, warum sich das ändern sollte.» (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 11.02.2009, 18:15 Uhr

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