«Kein Kavaliersdelikt»: Widmer-Schlumpf verteidigt Festnahme von Polanski
Aktualisiert am 28.09.2009 61 Kommentare
1/26
Roman Polanski wurde im September in der Schweiz verhaftet. Der Regisseur erschuf internationale Leinwand-Klassiker, darunter «Ekel» (1965 mit Catherine Deneuve), «Tanz der Vampire» (1967), «Rosemary's Baby» (1968), «Chinatown» (1974), «Frantic» (1988) und 2002 der Alterserfolg «Der Pianist».
Bild: KEYSTONE/AP
Artikel zum Thema
- Polanski-Verhaftung: «Wir wussten dieses Mal genau, wann er einreist»
- «Verhaftung wird der Schweiz schaden»
- Schlampig und doch meisterhaft
Widmer-Schlumpf im TV-Interview
Kunstschaffende fordern Freilassung
Filmschaffende und Künstler aus aller Welt verlangen die sofortige Freilassung des in der Schweiz inhaftierten Regisseurs Roman Polanski. Sie unterzeichneten eine Petition, die am Sonntagabend der Nachrichtenagentur AFP übermittelt wurde. Unter den Erstunterzeichnern sind zahlreiche Filmemacher wie Costa-Gavras, Wong Kar-Wai, Ettore Scola und Marco Bellocchio sowie Schauspielerinnen wie Fanny Ardant und Monica Bellucci. Die Unterzeichner sind entrüstet, dass eine internationale kulturelle Veranstaltung missbraucht worden sei für eine polizeiliche Aktion. Unannehmbar sei zudem, dass Polanski in einem neutralen Land verhaftet worden sei, in dem er bis dahin glaubte, sich frei bewegen zu können.
Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf hat die Festnahme des Starregisseurs Roman Polanski bei der Einreise in die Schweiz verteidigt. Rechtsstaatlich sei dies der einzig gangbare Weg gewesen, sagte die Justizministerin am Sonntagabend in Bern. Für die Empörung der Filmbranche zeigte sie nur bedingt Verständnis.
Widmer-Schlumpf unterstrich vor den Medien, dass seitens der USA kein Druck auf die Schweiz ausgeübt worden sei. Polanski werde seit 2005 von Interpol ausgeschrieben und mit den USA bestehe wie mit anderen Ländern auch ein Vertrag, der die Schweiz verpflichte, Personen festzunehmen, gegen die ein Haftbefehl vorliege. «Es war klar, dass wir dem Gesuch entsprechen», sagte Widmer-Schlumpf. Rechtsstaatlich sei dies der einzige Weg gewesen, den man habe gehen können.
«Es geht nicht um ein Kavaliersdelikt»
Widmer-Schlumpf würdigte zwar Polanskis Filmschaffen: «Ich kenne seine Filme. Sie haben mich sehr beeindruckt.» Sie machte aber auch deutlich, dass es keinen Grund gebe, ihn aufgrund seiner Stellung anders zu behandeln. «Zudem geht es nicht um ein Kavaliersdelikt», sondern um den schweren Straftatbestand einer Vergewaltigung. In diesem Zusammenhang zeigte die Justizministerin auch wenig Verständnis für die Empörung der Schweizer Filmemacher, die die Festnahme scharf kritisiert hatten. «Ich verstehe die Filmer aus ihrer Optik als Künstler, aber nicht als Staatsbürger», sagte Widmer-Schlumpf. Schliesslich würden gerade sie sich auch immer wieder für Ethik, Moral und Gleichbehandlung einsetzen.
Auf die Frage, weshalb Polanski nicht bereits bei früheren Besuchen in der Schweiz festgehalten wurde, erklärte die Vorsteherin des Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartements (EJPD), die Behörden seien damals nicht im Vornherein informiert gewesen. Diesmal sei sein Besuch aber angekündigt worden, und Polanski müsse sich der Risiken bewusst gewesen sein.
Laut Widmer-Schlumpf bleibt der 76-jährige Regisseur bis zum Abschluss des Verfahrens in Zürich. Die USA hätten 60 Tage Zeit, ein formelles Auslieferungsgesuch nachzureichen. Und man sei natürlich daran interessiert, die Situation möglichst rasch zu klären.
Reaktionen der Parteien
FDP-Präsident Fulvio Pelli sagte auf Schweizer Radio DRS, die Festnahme überrasche ihn. Aus der Vergangenheit von Polanski gebe es aber eben nicht nur schöne Filme, sondern auch «ungeheuer schlechte Informationen». Polanski habe sein Vergehen gestanden und sei deswegen aus den USA geflohen.
SVP-Präsident Toni Brunner sah Hinweise, wonach die «Schweiz als verlängerter Arm der US-Justiz» gehandelt haben könnte. Versuche, fremden Herren zu dienen, seien gefährlich. CVP-Präsident Christophe Darbellay bezeichnete die Vergewaltigung eines Kindes als «die schlimmste Sache». Er würde Polanski sofort in die USA ausschaffen, sagte er.
Für Ueli Leuenberger, den Präsidenten der Grünen, war die Festnahme des Ehrengastes des Zurich Film Festival völlig unverständlich. Der Filmemacher sei in der Vergangenheit mehrmals unbehelligt in die Schweiz eingereist. SP-Präsident Christian Levrat schliesslich mochte den Vorfall nicht kommentieren. Es handle sich um eine Angelegenheit der Justiz, und er kenne die Ausgangslage nicht. (vin/ap/sda)
Erstellt: 28.09.2009, 08:50 Uhr
61 KOMMENTARE
@susann hitz:"Es ist Ihnen selbstverständlich freigestellt einen neuen Pass in Polen oder Paris zu beantragen!" Dann auf "au revoir!"
Aha jetzt haben auch die Franzosen begriffen, dass die Vergewaltigung eines 13 jährigen Mädchens ein Verbrechen ist und zwar auch wenn es von einem prominenten Regisseur begangen wurde. Es ist haarstreubend was gewisse französische Offizielle für einen Quatsch von sich gegeben haben. Einfach mal aus drauflos reden, nachdenken kann man ja im Nachhinein. Oberpeinlich!
Es geht nicht darum, ob es sich um eine Straftat handelt inkl.mildernde Umstände bestehen. Das Befremdende ist, dass Roman Polanski in Ehren eingeladen wurde, einen Filmpreis für sein Lebenswerk in der Schweiz entgegen zu nehmen und dann hinterlistig am Flughafen verhaftet wird. Das verstösst gegen Anstand und Würde Schliesslich ist Polanski seit Jahren oft in Gstaad in seinem Haus.
Die Schweiz hat wieder Neutralität bewiesen, denn sie hat im Sinne der Menschenrechte gehandelt. Der Geschlechtsverkehr mit einem Kind von 13 Jahren, ob physisch oder psychisch erzwungen ist eine Vergewaltigung. Roman Polanski ist ein toller Regisseur, aber auch ein Vorbild und als dieses muss er sich auch behandeln lassen. Frau Widmer-Schlumpf hat der Schweiz viele neue Freunde beschert.
Die Tatsache, dass man seit kurzem bei einer Einreise aus einem Schengenstaat in die Schweiz von den US-Behörden "begrüsst" wird, dürfte sich mittelfristig negativ auf unsere Beziehungen zu Europa und den Tourismus auswirken. Damit hat Frau Widmer-Schlumpf mit ihrer nicht wirklich fairen und wohlüberlegten Polanski-Aktion unserem Land und sich selber einen schlechten Dienst erweisen.
Ich schäme mich dafür in einem Land zu leben, dass Bürger beherbergt die Kindsmissbrauch offenbar gut heissen und im Falle von Polanski sogar goutieren.Vor dem Gesetz sind alle Menschen gleich... Nur wenn man Polanski heisst scheint man die künstlerische rosa Brille anzuziehen. Bei jedem bekannt gewordenen Kindsmissbrauch werden Diskussionen geführt, die Täter härter anzufassen. Und hier?
Warum ist er denn abgehauen? Weil ihn in den 70er Jahren kein fairer Prozess erwartet hätte. Dies hat auch das Opfer so gesehen. Die damaligen Richter haben mit einem Strafmass gedroht, das wohl so hoch gewesen wäre wie die Strafe für die bestialischen Mörder seiner Frau Sharon Tate. Rechtsstaat??
Super, weiter so! Je länger je mehr , schäme ich mich für meinen Schweizer-Pass... Was kommt als nächstes? in diesem sinne besinnen wir uns auf das Rütli - auf dem wir auch nicht mehr sind, was wir mal waren...
Ich finde die Empörung der sogenannten Kunstschaffenden empörend! Polanski hat tolle Filme gemacht, keine Frage. Dass er erst oder genau jetzt in Haft genommen wird, wirft zumindest Fragen auf. Aber: er hat ein minderjähriges Mädchen - ein Kind, um Gotteswillen - mehrfacht vergewaltigt und das ja auch zugegeben. Der harten Strafe hat er sich durch Flucht entzogen - jetzt hat's ihn erwischt.
Ausgerechnet Polen Protestiert. Die Regierung hat am 25.9.08 beschlossen Vergewaltiger Zwangs zu Kastrieren. Hat die Regierung wohl schon vergessen. Nachlesen einfach bei Google eingeben Kastration Polen
Die erklärung dass die auslieferung aufgrund von US recht stattfindet ist beängstigend. Es ist in den USA auch vieles verboten, und es wird sogar mit todesstrafe bestraft, was in europa nicht oder weniger streng bestraft wird. Würde die Schweiz auch einen deutschen an Pakistan ausliefern, der dort gesetze (z.b. eine aussereheliche beziehung) gebrochen hat?
Ein Mann, der ein junges Mädchen vergewaltigt gehört schlicht und einfach hinter Schloss und Riegel. Ob er nun R. Polanski, N. Sarkozy, F. Mitterand, B. Kouchner, D. Vischer (Grüner? Strafverteidiger)?, R. Sikorski oder O. Weisser heisst. Was würden erwähnte VIP sagen, wenn ihre Tochter von R. Polanski vergewaltigt worden wäre? Greift Euch an Eure eigenen Nasen!
@Aimee Roth, meinen Sie im Ernst, man sollte immer die Biografie mit sich tragen um der moeglichen Bestrafung fuer begangene Straftat zu entgehen ? Ich verlor zwei Partnerinnen durch Krebs und auch sonst war das Leben nicht sanft mir mir. Trotzdem kaeme mir nie in den Sinn, sollte ich Taeter sein, das Schicksal gegen die Tat aufzuwiegen. Polanskis Talent, Erfolg und Geld schenkten ihm 30 Freijahre
Es ist klar, dass polanski bestraftwerden soll.Es ist jedoch zu berücksichtigen welches Strafmass er in den USA und welches er für die gleiche Straftat z.B. in der Schweiz oder in einem anderen europäischen Land zu erwarten hätte. Wenn der zuständige Richter schon vor dem Prozess ein Strafmass von 100 Jahren ankündigt, so ist er eindeutig voreingenommen und wäre abzulösen.
schaut euch die unglaubliche Lebensgeschichte von Hr. Polanski genauer an,gekoppelt mit seinen Filmen.Was dieser Mann erlebt hat und an reflexion in seinen Filmen hinterlassen hat ist unglaublich.ich halte wenig von diesem pseudo-neutralen-politischen Entschluss dieser Festnahme,ich bedaure dass es vielen an Sinn fehlt für die unglaublich kraftvolle Menschlichkeit die wahrer zeuge seiner Kunst ist
In derart übles Verbrechen, das hier zur Diskussion steht, muss wohl oder übel in einem Rechtsstaat so gehandhabt werden. Hr. Polanski hat ja wohl finanzielle Mittel genug, sich hier optimal zu verteidigen (oder die Tat ganz einfach zuzugeben?). Wenn unsere Welt es wirklich ernst nimmt, die Interessen der Kinder zu schützen, dann scheint es mir richtig, derartige Taten zu verfolgen.
Man hätte R.P. schon früher verhaften können - natürlich. Aber dieser Tatbestand ist unerheblich und hat keinen Einfluss auf die Tat, welche R.P. begangen hat. Er hat eine minderjährige vergewaltigt. Und ob er das vor einem, zwei oder hundert Jahren gemacht hat, ist ebenfalls unerheblich. Er ist schuldig und hat sich dazu bekannt! Als es brenzlig geworden ist, zog er es vor abzuhauen.
Polanski ist französischer Staatsbürger, also liefert ihn an Frankreich aus. (Schengen Abkommen).
Bravo Frau Bundesrätin Widmer-Schlumpf ,das haben Sie gut gemacht!! Ach hätten wir doch mehr solche mutige Bundesrätinnen.
Ich unterstütze die Aussagen von Aimée Roth und Ursula Herzig. Was Roman Polanski vor und nach seinem Vergehen an diesem 13-jährigen Mädchen selbst durchgemacht hat, ist absolut in die Waagschale der Gerechtigkeit hineinzulegen. Es ist kein Kavaliersdelikt, nein! Aber wer in seinen Filmen so vehement auf Menschenrechtsverletzungen hinweist, hat psychisch und physisch darunter gelitten, oder nicht?
Hr. Polanski darf keine Sonderrechte erwarten daher ist die Verhaftung mehr als richtig. Jeder sollte vor dem Gesetze gleich sein. Er hat ja die Möglichkeit gegen die Auslieferung zu rekurieren.(Wie jeder andere auch).
Ein Bravo an die Justiz, Schluss mit Kuscheln… Ein Vergewaltiger bleibt ein Vergewaltiger, keine Rolle was er für einen Namen träg. Hoffe Hr. Polanski bekommt für seine schändliche Tat mindestens 15 Jahre!
Die Frage ist doch, entspricht die Behandlung die P. in den USA erwarten kann dem schweizerischen Rechtsverständnis?M.E. tut sie das klar nicht, da in den USA Folter und Todesstrafen gang und gäbe sind und das Rechtssystem ausschliesslich auf Vergeltung beruht. Daher: Untersuchen, Auslieferung aus humanen Gründen ablehnen. Dies gilt aber auch für andere Verfolgte aus Unrechtsstaaten!!
Ich kann BR Widmer-Schlumpf , die ich immer achtete, jetzt nicht mehr folgen. Sie erklärt zwar das Auslieferungsabkommen mit der USA, dieses bestand aber schon früher. Man hätte Herrn Polanski bei einer anderen Gelegenheit festnehmen können! Jetzt war er von Schweizer Filmschaffenden offiziell eingeladen. Dass man eine Einladung mit minutiös ausgelegtem Recht zunichte macht, ist stossend!
Die Gerechtigkeit ist etwas was es nicht gibt, auch wenn wir der Meinung sind, es sei so. Bei Polanksi denke ich an die "Strafen" die er bereits vorgezogen hat wie: Ermordung seiner Mutter im KZ, selber vergewaltigt und fast getötet mit sechzehn Jahren in Polen und ein gewaltsamer Tod seiner hochschwangeren Frau Sharon Tate. Für manchen hätte schon nur ein solches Trauma gereicht um unterzugehen.
Es ist erstaunlich wie hoch die politischen Parteien den Kampf gegen Bundesrätin Widmer-Schlumpf über das geltende Recht stellen. Mit was rechfertigen diese Politker ihre Aussagen? Sind diese Politiker nicht absolut unfähig für ein Amt. Sie zeigen doch damit dass sie Angriffe gegen Mitglieder einer anderen Partei deutlich höher bewerten als ein Rechtsabkommen mit einem anderen Land.
Bravo Schweiz. ! Kann mir einer sagen warum man in Frankreich und Polen diesen Straftäter schützt und sich auch noch für ihn einsetzt ? Polanski festzunehmen war lange überflüssig. Anstatt Polanski für sein Lebenswerk zu ehren sollte man ihn endlich für seine Lebenstat bestrafen. Wenn ich diesen Kulturminister höre löst das bei mir noch ganz andere Fragen aus.
Die Schweiz hat es schon wieder geschafft sich in eine Situation zu bringen, bei der sie nur verlieren kann. Klar soll Roman Polansky wie jeder andere auch behandelt werden. Nur macht es doch sehr stutzig, dass über all die Jahre nicht passierte und nun plötzlich zugegriffen wird. Natürlich, wir sind ein Rechtsstaat - wenn es denn passt. Siehe UBS Daten.... Nicht eben glaubhaft.
Was sollen diese naiven Kommentare die das als Bückling der Schweiz gegenüber der USA sehen wollen? Ein Grenzbeamter hat seine Arbeit gemacht. Ein international gesuchter Pädophiler wurde festgenommen. Wird Pädophilie nun in der Filmbranche gutgeheissen? Was da einige "Künstler" von sich gegeben haben ist einfach nur widerlich und ein Schlag ins Gesicht jedes Opfers eines Sexualstraftäters.
Polanski ist meines Wissens französischer Staatsbürger, kein seriöser Staat darf gemäss Gesetz (in der Schweiz sogar gemäss Verfassung) einen Staatsbürger ausliefern. Und generell, Herr Polanski hat eine schwere Straftat begangen und muss dafür vor Gericht. Es ist schlimm, dass er bis heute nicht zur Rechenschaft gezogen werden konnte. Zum Glück ist das nun der Fall. Regisseur hin oder her.
BRAVO SCHWEIZ. Gerechtigkeit und Gleichtheit obsiegen gegenüber Ignoranz + Verharmlosung. Vor über 30ig Jahren wurde ein Kind vergewaltigt, was er zugegeben hat, HALLO ein Vergewaltiger! Alle diese Künstler, Schauspieler+Politiker, welche in diesen Moment mit Kritik reagieren, sind es nicht wert, gehört zu werden. Diese Leute sind Schleimer. Endlich zeigt die Schweiz wieder Farbe, Chapeau.
Den Aufschrei und das ganze Aufhebens von Seiten der Freunde Polanskys kann ich sehr gut verstehen aber schliesslich Verbrechen bleibt Verbrechen. Andere Menschen werden schliesslich um den ganzen Erdball gejagt weil sie vor über 50 Jahren Delikte begangen haben...gleiches Recht für alle! Handkehrum sorgt die Schweiz völlig autonom für ihr schlechtes Image, es allen recht zu machen geht nicht!
Das ganze Vorgehen weist doch allzusehr auf eine Gefälligkeit gegenüber den USA hin. Warum hat man Polanski nicht frührer bei div. Einreisen schon verhaftet ? Will man Goodwill betteln bei den Amreikanern wegen der UBS-Steuer-Affäre ? Die Sache stinkt !!
polanski muss für seine taten rechenschaft ablegen, das recht gilt auch für ihn, er steht nicht über dem gesetz, ich verstehe länder nicht die ihn über das gesetz stellen, dass er bisher überall ungehindert einreisen konnte ist ein anderes lied...
Wesshalb wird die Verhaftung kritisiert? Sollte man Polanski, nur weil sehr talentiert und erfolgreich als Regisseur, , Straffreiheit in der Schweiz für die Vergewaltigung einer 13 Jährigen garantieren? Ich denke klar NEIN!
Wahrlich eine merkwürdige Geschichte. Polanski hat ein Chalet in Gstaad und wird von der Schweiz eingeladen, zudem ist er französisch-polnischer Doppelbürger und wohnt seit Jahren in Frankreich, das wie wir, ein Auslieferungsabkommen mit der USA hat. Müssen wir nun für Andere die Kohlen aus dem Feuer holen ? Wäre es nicht sinnvoll, Polanski einfach nur an Frankreich auszuliefern ?
M.E. haben die Schweizer Behörden richtig gehandelt. Ich staune über die Statements aus Filmbranche und anderen Kreisen, die ich gehört und gelesen habe. Herr Polanski wurde nicht verhaftet, weil er eine Parkbusse nicht bezahlt hat - er hat eine Minderjährige vergewaltigt! Und diese Tat ist unverjährbar - hier und in Amerika. Und das ist auch richtig so! Und auch bei Personen die berühmt sind!
Die schweizer Regierung macht nur noch Bücklinge. Um bei den USA Goodwill wegen des UBS-Debakels zu erbetteln, macht nun auch Br Widmer heuchlerische Gefälligkeiten gegen die USA, nachdem Br Merz mit seinen "Bittgängen" zu Gadaffi der Schweiz bereits Schande bereitet hat. Warum hat man Polanski nicht bei früheren Einreisen verhaftet und erst jetzt, das erklärt doch alles !!
Ich finde die Festnahme von Polanski in Ordnung. Er wird international zur Verhaftung ausgeschrieben, da ist es nur logisch, dass die Justiz handelt. Sein Verbrechen wiegt schwer, die Vergewaltigung einer 13 jährigen kann durch nichts entschuldigt werden. Herr Polanski hat sich Jahrzehntelang im Ausland versteckt, er hätte nach Amerika zurückkehren können und sein Verbrechen sühnen können.
Hier war unsere Justiz für einmal schnell, sehr schnell. Unter dem Deckmäntelchen eines US-Haftbefehls kann man ja nichts falsch machen,< wir haben ja nur Verträge eingehalten>. Es stellt sich nun die Frage, wie wäre wohl die ganze Geschichte bei dem Gadhafi-Sprössling ausgegangen? Hätte die Schweizer Justize in Eigenverantwortung auch so viel Rückgrat gehabt so zu handeln ?
Frau Schlumpf kann gar nicht anders als Justizdirektorin. Leider fehlt ihr jenes Quäntchen Charme oder gar Charisma, um sich trotz der widersinnigen Lage keine Antipathien einzuhandeln. Eigentlich hätte sie einen Pressesprecher vorlassen können, dem solche Qualitäten anhaften.
Polanski soll sich seiner Vergangenheit stellen. Frankreich und Polen sind auch Staaten die sich ans Recht halten also was soll das.
Herr Polanski wurde schlecht beraten von seinen Anwälten.Sie hätten abklären können,ob tatsächlich ein internationaler Haftbefehl 2005 gegen ihn ausgestellt wurde.Auch im Mai 2009 als seine Anwälte in den USA ein Gesuch um Einstellung des Verfahrens stellten,wussten Sie mit Sicherheit dass dieser internationale Haftbefehl nach wie vor besteht.Die Verhaftung ist meines Erachtens rechtens.Leider,
Ein Internationaler Srafbefehl wird nicht für eine Bagatelle ausgestellt und die Justiz ist es sich selber schuldig, das Gesetz durchzusetzen. Die Schweizerische Justiz hat richtig gehandelt, das Ganze ist nun dort wo es sich befinden muss: auf der politischen Ebene. Dass Frankreich, mit seinem Verhalten gegen den Schweizer Finanzplatz, so auf Gerechtigkeit pocht ist für mich wenig verständlich.
Frau Widmer-Schlumpf gebührt ein sehr herzliches Dankeschön für Ihre Stellungnahme im Klartext. Die Kommentare der Herren Pelli, Brunner und Leuenberger bewerte ich als negativ bis sehr negativ. Ein grosses Bravo für Herrn Darbellay und ein Bravo für Herrn Levrat.
Ich sehe nicht ein, warum ein "Star" anders behandelt werden sollte, wie ein normaler Bürger. Wenn Polanski, dessen Filme ich übrigens sehr schätze, eine solche Tat auf dem Kerbholz hat, dann muss er entsprechend zur Rechenschaft gezogen werden. Es erstaunt viel mehr, warum ihn Frankreich in all den Jahren noch nicht an die Amerikaner ausgeliefert hat.
Eine Frau Meier/Mrs. Wilson oder ein Herr Müller/Monsieur Dupont würden unter den gleichen Umständen auch verhaftet und zur Rechenschaft gezogen. Auch mit 75 Jahren oder mehr. Die ganzen Reaktionen der Kulturschaffenden, Medien und PolitikerInnen ist ein äusserst fragwürdiges und scheinheiliges Getue.
Polanskis Gestaendnis: Sexueller Missbrauch einer Minderjaehrigen (13jaehrig), ein schweres Delikt, Gefaengnis droht. Das Volk sagt: Die Kleinen haengt man, die Grossen laesst man laufen! Hat das Volk wieder einmal recht?. . .
Frau Widmer-Schlumpf und alle Frauen der Welt können sich für ein Vergewaltigungsopfer einsetzen, aber gemäss anderen Meldungen scheint das damalige Opfer selber gar keine Aufregung mehr zu wollen. Der Richter hat sich auch nicht an die Abmachung gehalten, und: Ein über 30 Jahre alter Haftbefehl ist juristisch verjährt. Aber Zürichs Polizei wollte Action, und das ist sehr bedenklich...
Diese Tat liegt 32 Jahre zurück, und dass die Vollstreckungsverjährung nicht längst eingetreten ist, macht auch mir Bauchweh. So richtig auf den Geist geht mir hingegen die zelebrierte Entrüstung der politisch korrekten Gutmenschen und ihrer Presse, die - wäre der Täter ein 44-jähriger Turnlehrer oder Sonntagsschullehrer - denselben als "Grüsel" gebrandmarkt und gnadenlos fertiggemacht hätte.
Immerhin hat der Kerl mehrmal eine 13 jaehrige gegen ihren Willen vegewaltigt. Dafuer sass er gerade 45 Tage im Gefaengnis. Will man sowas gouttieren, nur weil er Filme macht?
Das KANN doch nicht wahr sein. Da wird jemand verhaftet, der seit 30 Jahren per internationalem Haftbefehl (Von Interpol!) gesucht wird und dann wird da ein Gestürm daraus gemacht. Meine Damen und Herren, der Mann hat vergewaltigt! Das ist kein Kavaliersdelikt! Solche Aktionen werden unter dem Titel 'Rechtsstaat und Gesetze' eingeordnet.
Leider hat die ganze Aktion einen schalen Beigeschmack. Ich werde den Eindruck nicht los, dass die Schweizer Regierung sich zum Lakaien der USA machen lässt. Sie wirkt wie ein unterwürfiger Opportunist, der sofort den Bückling macht, wenn der mächtige Meister etwas will. Müssen wir nun ein paar Bankdaten weniger abliefern, wenn sie von Herrn Polanski persönlich überbracht werden?
Ich verstehe die ganze Aufregung nicht ganz! Der Typ ist ein Kinderschänder, der sich seit Jahrzehnten vor seiner gerechten Strafe versteckt. Aus Sicht der Kulturschaffenden soll wohl in Zukunft jeder prominente Künstler straffrei pädophile Handlungen begehen können, oder wie?
Ein Haftbefehl ist ein Haftbefehl. Ob dieser zu Recht ausgestellt wurde sei dahingestellt und wird abgeklärt. In der Schweiz werden Leute für weniger verhaftet als für das, wofür Polanski angeklagt ist. Ueli Leuenberger, Leute werden in der Schweiz wegen einer vergessenen Abfallvignette verhaftet. Ist eine Vergewaltigung denn weniger schlimm? Überlegen Sie bitte das nächste Mal bevor Sie reden.
Auf Grund der Ausschreibung in Interpol und den anscheinend abgeschlossenen Verträgen musste die Justiz Polanski verhaften. Völlig irrelevant dabei ist, welche Tat vor wie langer Zeit dieser Polanski begangen hat und insbesondere spielt es keine Rolle, ob er gute Filme dreht oder nicht. Die Justiz macht keine Gesetze! (Zumindest in der Schweiz. Die französische Regierung mag das anders sehen.)
Jeder Menschen, der ein Justizverständnis hat, muss dies Verhaftung positiv bewertet, denn auch ein Roman Polanski ist nicht über dem Gesetz! . Vor allem geht es hier nicht um ein Bündel unbezahlter Parkbussen, sondern um die Vergewaltigung einer 13-Jährigen. Seit wann ist eine solche Tat nicht wert geahndet zu werden?
Es ist sicher wahr, das war kein Kavaliersdelikt. Es liegt dreissig Jahre zurück. Und das Opfer hat ihm, gemäss Medienberichten, verziehen. Woran erinnert das?
Unabhängig, ob jetzt die Verhaftung gerechtfertig ist oder nicht, finde ich die Aussage von Frau Widmer-Schlumpf bestürzend, dass es offenbar Verträge mit anderen Ländern gibt, welche uns nach DEREN Recht und Gesetz zur Auslieferung von Personen zwingen. Die USA kennen zum Beispiel noch die Todesstrafe - wir würden also zu Erfüllungsgehilfen zu vorsätzlichem Mord. Wer unterschreibt nur solches?
Dass die Verhaftung rechtens ist, steht ausser Frage. Der Zeitpunkt erstaunt, falls es stimmt, dass der Haftbefehl seit 2005 besteht. Warum schnappte die Falle bei den bisherigen Einreisen nicht zu ? Schlampt die Grenzpolizei und handelt bloss bei Hinweisen, die Schweiz also ein Ferienparadies fuer international gesuchte Taeter ? Etwas ist faul und so die Empoerung irgendwie nachvollziehbar.











