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Silbermedaillengewinnerin und Unterwäsche-Model
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Eigentlich hätte der grosse Aufstieg der Amerikanerin Julia Mancuso zur international verehrten Sportlerin bereits 2006 beginnen sollen. Damals wurde sie an den Olympischen Winterspielen in Turin völlig überraschend Olympiasiegerin im Riesenslalom.
Eine Hüftoperation und daraus folgende chronische Rückenschmerzen verhinderten, dass Mancuso ihre Karriere wie geplant fortsetzen konnte. Erst jetzt, mit der Silbermedaille in der Abfahrt an den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver, kommt Mancuso wieder ins Bewusstsein der Öffentlichkeit.
PR ist alles
Sportlich gesehen steht ihr zwar ihre Landsfrau Lindsey Vonn noch in der Sonne - Vonn hatte in der Abfahrt heuer Gold geholt -, doch Mancuso weiss wie keine Zweite, wie man sich im Gespräch hält: Eigen-Promotion ist alles. «Ich habe gelernt, dass niemand anders die Promotion meiner Person übernehmen kann als ich. Ich muss das in meine eigenen Hände nehmen», ist Mancuso Überzeugung.
So trägt Mancuso seit der Olympiade 2006 bei öffentlichen Auftritten stets ein Tiara (ein Krönchen). Beim Riesenslalom in Turin hatte sie den Kopfschmuck erstmals auf. Er war ein Geschenk ihrer Coaches, die sie liebevoll «Prinzessin» nennen.
Das Tiara ist seither Mancusos Markenzeichen. Ihre eigene Unterwäsche-Kollektion - für welche sie selber Modell steht - trägt den Namen «Kiss my Tiara». Ihr Blog heisst ebenso.
Die Vielfältige
Überhaupt scheint es nichts zu geben, das Mancuso in ihren 25 Jahren nicht schon ausprobiert hat. Zu ihren Leidenschaften gehören neben Ski fahren, surfen, Cliff Diving, kiten, biken, Gewichtheben, Ukulele spielen, modeln und Party machen.
Vor allem mit den letzten beiden Disziplinen macht Mancuso immer wieder von sich reden. So posierte sie für ihren Skischuh-Sponsor «Lange» nur in Unterwäsche und Skischuhen bekleidet. Und als sie 2008 mit anderen Skifahrerinnen an den «Verbier High Five» in einem Outdoor-Pool hemmungslos plantschte, gingen die Bilder des wilden Skihäschens um die Welt: Manconi beim Feiern und Trinken. Mancuso, die sich von einer Kollegin an die Brüste fassen lässt und dazu lasziv die Zunge herausstreckt.
Mancusos erklärtes Ziel ist es, ihren Namen zu einer Marke zu machen, die die Welt nie mehr vergessen soll. Dazu muss sie, so ihre Überzeugung, mehr als nur sportliche Leistung erbringen. «Ich möchte allen zeigen, dass das, was ich tue, ein kompletter Lifestyle ist. Ich kann ein weiblicher Athlet und trotzdem schön sein.»
Familientradition
Die Liebe zu Sport und Natur hat Julia Mancuso von ihren Eltern geerbt. Die Familie hat zwei Wohnsitze: Einen auf Hawaii und einen am Lake Tahoe, wo Julia ihre Freizeit mit ihren beiden Schwestern draussen bei sportlichen Aktivitäten verbrachte.
Die Eltern sind heute geschieden. Mancuso verbringt viel Zeit bei ihrem Vater auf Hawaii. Von ihm hat sie wohl den Hang, Risiken einzugehen geerbt: Ciro Mancuso war der Kopf hinter einem der grössten Drogen-Kartelle der USA. Er schmuggelte 45 Tonnen Marihuana ins Land. 1989 flog er auf, das Haus der Familie wurde von FBI-Agenten gestürmt. Ciro Mancuso sass vier Jahre im Gefängnis.
Die unrühmliche Vergangenheit ihrer Familie verfolgt Julia Mancuso zu ihrem Ärger bis heute. Mit ein Grund, warum sie ihr ehrgeiziges Ziel, eine Sport-Ikone zu werden, so hartnäckig verfolgt: Sie hat gemerkt, dass ihre sportlichen Erfolge die Sünden ihres Vaters mit der Zeit aus den Schlagzeilen verdrängten. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 19.02.2010, 07:26 Uhr
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