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Sollte man in solchen Fällen vielleicht besser lügen?
Interview: Simone Matthieu. Aktualisiert am 10.12.2009 18 Kommentare
Stellungnahme des BAG
«Wichtig ist, dass sich all jene, die zu einer Risikogruppe gehören, gegen das H1N1-Virus impfen lassen. Ob Herr Schlatter zu einer Risikogruppe gehört, können wir nicht beurteilen. Grundsätzlich gilt: Wer nicht krank werden will, kann sich impfen lassen.
Letztlich ist es aber ein persönlicher und individueller Entscheid. Das gilt auch für Herrn Schlatter.
Herr Schlatter hat sich nach Beratung mit seinem Hausarzt aus medizinischen Gründen gegen die Impfung entschieden hat. Die Details gehören zu seiner Privatsphäre. Er ist aber keinesfalls gegen eine Impfung und empfiehlt Bekannten und Freunden, sich mit dem Thema auseinander zu setzen und mit einer Fachperson darüber zu sprechen.»
Herr Schlatter. Sie werben für die Schweinegrippe-Impfung, lassen sich aber selber nicht impfen. Warum das?
Zuerst einmal: Ich bin kein Impfgegner. Da ich mich seit längerem mit dem Thema Schweinegrippe auseinandersetze, war ich einer der ersten, der beim Hausarzt wegen einer Impfung anfragte. Mein Arzt riet mir ab, weil der Impfstoff sich eventuell mit einer Behandlung, die ich Anfang Jahr machen musste, nicht vertragen könnte.
Ist es nicht unbedacht für Sie als Werbefigur des Bundesamts für Gesundheit, in der Öffentlichkeit zu sagen, dass Sie sich nicht impfen lassen.
Ich hab mir im Nachhinein tatsächlich überlegt: Sollte man in solchen Fällen vielleicht besser lügen?
Zu welchem Schluss kamen Sie?
Ich hätte via Zeitung die ganze Nation belogen. Das ist gegen meine Prinzipien.
Wie konnte es denn überhaupt dazu kommen, dass Ihr Nicht-Impfen zum Medienthema wird?
Ich habe das in einem Gespräch mit einem Journalisten beiläufig erwähnt, wusste aber nicht, dass man daraus gleich einen solchen Artikel machen würde. Ich war total perplex. Es lief immer so gut mit dem BAG, meine Werbespots kamen gut an, ich bekam Dankesbriefe - und nun wird das alles wegen einem unnötigen kleinen Seich aufs Spiel gesetzt.
Es gibt nichts Älteres als die Schlagzeile von gestern, sagt man. So gesehen brauchen Sie sich nicht dermassen über diese Geschichte aufzuregen.
Sehen Sie, als ich mit der Schweinegrippe-Kampagne begann, sagte ich mir, ich will eine Schlagzeile nie lesen: ‹Schlatter hat die Schweinegrippe›. Deshalb habe ich alles getan, um das zu verhindern. Ich finde es aus diesem Grund nicht in Ordnung, mir vorzuwerfen, dass ich mich nicht impfen lasse. Ich bin der Erste, der sich impfen lassen würde. Ich liess es auf Anraten meines Hausarztes bleiben. Ich befolge aber sonst alle Richtlinien des BAG, um eine Ausbreitung der Schweinegrippe zu verhindern wie Händewaschen, richtiges Schneuzen und so weiter.
Hat das Ganze Konsequenzen für Ihre Zusammenarbeit mit dem BAG?
Die waren natürlich verärgert über die Geschichte. Zum Glück arbeiten dort Profis, die wissen, wie man in einem solchen Fall handelt.
Jetzt ist wieder alles in Butter?
Ja, es ist alles ok. Von mir aus gesehen hat sich nichts an der Zusammenarbeit geändert. Ich bin einfach froh, hat das BAG gleich reagiert und sofort eine Stellungnahme verfasst, in der man sich klar hinter mich stellt. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.12.2009, 15:31 Uhr
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18 Kommentare
Beat Schlatter ist sowieso ein Witzfigur, dass er sich für so eine lächerliche Kampagne einspannen liess. Er hat bei mir dadurch jeden Kredit verspielt. Immerhin hat er den Schwachsinn, den er im Spot erzählt, wohl doch nicht geglaubt und auf eine Impfung verzichtet. Antworten
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