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Wenn George Clooney vor Gericht erscheint

Von René Lenzin, Mailand. Aktualisiert am 17.07.2010

Im Palazzo di Giustizia von Mailand sorgte ein Mann für einen grossen Medienrummel. Schauspieler Clooney machte seine Aufwartung.

Medienrummel um einen Hollywood-Star: George Clooney verlässt den Gerichtssaal.

Medienrummel um einen Hollywood-Star: George Clooney verlässt den Gerichtssaal.
Bild: Keystone

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Man täte den Italienern und vor allem ihren Politikern unrecht, wenn man sagen würde, es trete selten Prominenz in ihren Gerichtssälen auf. So prominent wie gestern im Palazzo di Giustizia von Mailand geht es aber doch nicht alle Tage zu und her. Niemand Geringeres als der Hollywoodstar George Clooney trat als Zivilkläger vor den Richter. Geschädigt wurde er von drei Personen, die seinen Namen ohne sein Einverständnis für eine Modelinie verwendeten und nun des Betrugs angeklagt sind.

«Gute Arbeit, very good», ironisierte Clooney zu Beginn seines rund zweistündigen Auftritts an die Adresse der Angeklagten – und musste gleich einen Rüffel einstecken. Er sei Zeuge und dürfe keine Kommentare abgeben, belehrte ihn der Richter. Der Schauspieler nahms gelassen und antwortete brav, er sei gekommen, weil er an die Justiz glaube.

«Ich trage keine solche Uhr und keine solchen Jeans»

Die Angeklagten hatten nicht nur Clooneys Unterschrift gefälscht, sondern auch Fotos manipuliert. «Ich rauche nicht, ich trage keine solche Uhr und keine solchen Jeans», sagte er zu seinem Konterfei auf einem gefälschten Werbebild, das ihm die Staatsanwältin vorlegte.

Clooneys Präsenz im Gerichtssaal war seit längerem angekündigt. Die Behörden hatten sich darauf eingestellt, den Justizpalast abriegeln zu müssen. Schliesslich hielt sich der Aufmarsch aber in Grenzen. Es hatte mehr Kameraleute als Fans. Der Richter konnte die Ruhe im Saal problemlos durchsetzen. Nur eine Frau wies er aus, weil sie fotografieren wollte. Die Fans, die gekommen waren, waren fast alles Frauen. Die Männer zogen es offenbar vor, ihren Lunch einzunehmen und danach einen Espresso zu trinken. Einen richtigen. Ohne N. Was denn sonst?

(Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 17.07.2010, 07:18 Uhr

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