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Wie Maurer zu einer Kuh kam

Von Hans Rudolf Schneider. Aktualisiert am 06.09.2010

Die Überraschung zur 600-Jahr-Feier war gelungen: Die Gemeinde Adelboden beschenkte «ihren» Bundesrat Ueli Maurer mit einer Kuh. Maurer, ein bisschen ratlos, bekam gleich den Strick in die Hand gedrückt.

1/7 Die Feier zum 600-Jahr-Jubiläum der Gemeinde Adelboden wird nicht nur für die Gäste unvergesslich.
Bild: Markus Hubacher

   

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Die Adelbodner feierten drei Tage lang, beteiligt waren Hunderte von Teilnehmern. Natürlich erhielt die Gemeinde Adelboden Geschenke zu ihrem 600. Geburtstag: Ein grosses in Eichenholz geschnitzes Wappen aus der Lenk, 3000 Franken für einen guten Zweck von den Amtsgemeinden und einen Pokal der ehemaligen Weltcup-Fahrer, die mit Prominenten wie Eberhardt Riedel, Heini Hemmi oder Karl Schranz vertreten waren.

Doch der Höhepunkt am offiziellen Abend war «Dr Ueli u sis Chueli». SVP-Bundesrat Ueli Maurer ist nun zwar nicht Bauer, aber zumindest Kuhbesitzer. «Da Du in einem Interview gesagt hast, Du möchtest eine Kuh, schenken wird Dir eine.» Gemeindepräsident Jürg Blum freute sich sichtlich über Maurers überraschtes Gesicht, als Bauer Jakob Schranz mit der dreijährigen reinrassigen Simmentalerkuh «Ulme» ins volle Festzelt auf der Gurtnermatte kam. Maurer, irritiert und ein bisschen ratlos, bekam gleich den Strick in die Hand gedrückt. Da hatte Ueli Maurer sozusagen das Geschenk.

«Fast sprachlos»

«Rechtlich wird alles geregelt, die Verträge haben wir hier», erklärte die Gotte Ariane Nottaris, stellvertretende Regierungsstatthalterin. Maurers erster Kommentar: «Ich bin fast sprachlos, ich bin zittrig auf den Beinen. Eine Kuh besitzen ist sozusagen ein Lebensziel. Das ist fast wie heiraten». Auch eine Hymne mit dem Titel «Em Ueli sis Chueli» wurde gleich gemeinsam von den Gästen vorgetragen.

Nun also ist Maurer bei den Wurzeln angelangt, seine Adelbodner Vorfahren waren Bauern. Er selber sprach in seiner Grussbotschaft von den Wurzeln, der Wichtigkeit, diese zu kennen und die Zukunft darauf zu begründen. «Ulme» wird im Stall von Jakob Schranz bleiben, doch Ueli Maurer hat natürlich das vertraglich zugesicherte Besuchsrecht und eine garantierte Menge Alpkäse AOC zu Gute. «Diesen muss er dann am Kästeilet abholen, auch das ist festgehalten», ergänzte Jürg Blum. Für die Kosten kommt die Gemeinde auf.

Ein lebendiges Dorf

Neben diesem Höhepunkt gab es musikalische durch den Jodlerclub Frutigen und die junge Alphornbläserin Antonia Ruckli, auch für die kulinarischen Highlights war gesorgt. Bereits am Freitag kamen Musikfreunde mit Gloom, Sandee und FAB4 auf ihre Rechnung. Und gestern Sonntag folgte dann das Schlussbouquet: der morgendliche Gottesdienst im Festzelt zog gegen 2000 Besucher an. 170 Sängerinnen und Sänger sowie gegen 100 Bläser umrahmten den Anlass. Und am Nachmittag dann der krönende Umzug. 47 Gruppen oder Organisationen mit etwa 320 Teilnehmern machten mit – zur Erinnerung, Adelboden hat rund 3500 Einwohner.

Von A wie Adelboden Tourismus bis V wie Verein Stammgäste Adelboden war alles dabei und die Adelbodner zeigten «ihr» Adelboden in allen Facetten eines lebendigen Dorfes. Hunderte von Schaulustigen säumten die Strasse. Die Krönung war eine Züglete, die ihresgleichen sucht.

Adelboden hat ihn geprägt

Der Abschluss der 600-Jahr -Feierlichkeiten erfolgte nochmals im Festzelt: Aufführungen von Schülern und das Adelbodner Lied schlechthin, das «Vogellisi», gemeinsam vorgetragen von über 400 Kindern! Ueli Maurer charakterisierte die Adelbodner als «manchmal stur, eigensinnig, aber herzlich und grosszügig». Er habe viel von hier mitgenommen, Adelboden habe ihn geprägt. Das Festwochenende hat vor allem die letzten erwähnten Eigenschaften bestätigt, ein ganzes Dorf feierte gemeinsam mit seinen Gästen! (Berner Oberländer)

Erstellt: 06.09.2010, 11:40 Uhr

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