Schmerzensgeld für Kachelmann

Das Verlagshaus Axel Springer muss dem Wetter-Moderator wegen der Berichterstattung über den Vergewaltigungsprozess eine hohe Entschädigung zahlen.

Persönlichkeitsrechte verletzt: Jörg Kachelmann in einem Frankfurter Gericht im Oktober 2012.

Persönlichkeitsrechte verletzt: Jörg Kachelmann in einem Frankfurter Gericht im Oktober 2012. Bild: Thomas Lohnes/Keystone

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Die «Bild«-Zeitung muss dem Wettermoderator Jörg Kachelmann 395'000 Euro für die Berichterstattung über den Prozess gegen ihn bezahlen – viel weniger als in erster Instanz festgelegt. Das entschied das Oberlandesgericht Köln. Laut Kachelmanns Anwalt beläuft sich die Gesamtsumme inklusive Zinsen auf 513'000 Euro, schreibt der «Spiegel».

In erster Instanz hatte das Landgericht Köln ihm 635'000 Euro zugesprochen. Kachelmann hatte 950'000 Euro gefordert. Der Schweizer Wettermoderator Kachelmann war 2011 vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen worden.

Persönlichkeitsrecht verletzt

In der Berichterstattung über seinen Prozess hatte die «Bild«-Zeitung nach Ansicht der Richter in ihrer gedruckten Ausgabe und online mehrfach die Grenzen des Erlaubten überschritten und Kachelmanns Persönlichkeitsrecht schwer verletzt. Eine zielgerichtete Kampagne von Springer zusammen mit anderen Medien konnten allerdings weder das Landgericht noch das Oberlandesgericht erkennen.

Die bisher höchste Entschädigung in einem ähnlichen Verfahren lag bei 400'000 Euro für die schwedische Prinzessin Madeleine, ein Urteil des Oberlandesgerichts Hamburg von 2009. (nag)

Erstellt: 12.07.2016, 12:11 Uhr

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