Ex-Music-Star: Zum Glück ohne Schaden
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«MusicStar» auf SF 1, Sonntag, 20.05 Uhr.
Frau Clausen, Carmen Fenk macht Werbung für Handy-Klingeltöne, Piero Esteriore will zu Big Brother - Sie aber arbeiten als Visagistin im Jelmoli. Als Jüngste von allen machen Sie den vernünftigsten Eindruck.
Vielleicht habe ich einfach am wenigsten Schaden davongetragen. Ich wollte ja nie wirklich MusicStar werden.
Hat der Titel, den Sie 2005 gewonnen haben, Ihnen die Freude an der Musik genommen?
Nein. Ich singe immer noch oft. Einfach nicht kommerziell. Ich fand es immer seltsam, für das, was ich so sehr liebe, Geld zu nehmen. Ein Geschäft, das eigentlich gar keines sein sollte. Ich mag nur noch für Leute singen, die ich gerne habe. Für eine gute Freundin, die heiratet, zum Beispiel.
Sind Sie glücklich in Zürich?
Sehr. Ich muss mich nicht mehr rechtfertigen. Niemand fragt heute, was macht sie denn jetzt wieder. Ich habe meinen Traumberuf bei meiner Traumfirma, eine kleine Wohnung in Höngg. In Brig war das anders. Dort konnten manche überhaupt nicht verstehen, warum ich meine Gesangskarriere aufgab. Hier in Zürich lassen mich die Leute viel mehr in Ruhe, zeigen mehr Respekt. Ich denke, man muss in Zürich sein, wenn man jung ist. Später kann ich ja immer noch zurück ins Wallis.
Dort hat man sie 2005 beim Empfang ja wie eine Volksheldin gefeiert.
Oh, mein Gott. Die Leute haben mir fast die Kleider vom Leibe gerissen, fast zerquetscht haben die mich. Ich musste mich in einen Tele-Züri-Bus retten und hatte richtig Angst. Damals dachte ich schon: Auf was habe ich mich da nur eingelassen?
Werden Sie eigentlich noch an Events eingeladen?
Nur so an hochoffizielle Sachen, wenn der Veranstalter noch einen «Grind» dabeihaben will, den man kennt. Das kommt aber nur selten vor, und ich mag es auch nicht so. Warum soll man mir einen Kaffee offerieren, nur weil ich einmal MusicStar war? Vorher war ich die genau gleiche Person, wurde aber weniger gut bedient.
Auf Ihrem Rücken haben Sie sich einige Sternchen tätowieren lassen. Als Referenz an die kurze Zeit als Popstar?
Drei hatte ich ja schon zu MusicStar-Zeiten. Die anderen liess ich mir tatsächlich stechen, nachdem ich vom Showbiz zurückgetreten bin. Eine ganze Milchstrasse ziert übrigens noch eine andere Stelle auf meinem Körper. Die kamen dazu, als ich meine Ausbildung zur Visagistin erfolgreich abgeschlossen hatte. Immer wenn ein neuer Lebensabschnitt beginnt, kommt ein Tattoo hinzu, oder ich steche mir was in den Kopf.
Haben Sie einen Traum?
Eines Tages möchte ich als Makeup-Artistin selbstständig arbeiten können. Ich will mich ständig weiterbilden.
Auf der Bühne war eines Ihrer Markenzeichen der auffällige Lidstrich.
Es gibt in der Tat Kundinnen, die sich genau so schminken lassen wollen. Meine Spezialität sind die ausgefallenen Sachen, Makeups, wie sie an Modeschauen getragen werden.
Auf direktem Weg zurück ins Showbiz?
Hinter die Kulissen höchstens. Solange ich nicht im Rampenlicht stehen muss, habe ich keine Probleme damit.
Mit wem hatten Sie Ihre Probleme im Rampenlicht?
Es gibt Menschen, die geben sich vor der Kamera anders, als sie wirklich sind. Jurymitglied Detlef Soost zum Beispiel. Gepusht hat der uns nur, wenn für die Sendung gedreht wurde. Fit war der auch nicht, sogar der Faulste von uns allen. Aber am meisten hat mich das Geflenne genervt. Wegen allem und jedem. Das war mir echt zu viel - ein anstrengender Typ. (Tages-Anzeiger)
Erstellt: 30.01.2009, 08:18 Uhr
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