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Airbus-Crash in New York – Das «Wunder auf dem Hudson»

Riesenglück hatten die 155 Insassen des im Hudson River notgelandeten Airbus. Laut Experten bricht in einem solchen Fall die Maschine auseinander. Der Pilot hat «eine Meisterleistung vollbracht».

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Kurz vor der Notlandung auf dem Hudson River: Einem Augenzeugen gelingt ein Schnappschuss der tieffliegenden Passagiermaschine.
Bild: Keystone

   

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Rettungskräfte bergen Passagiere

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Kein Terroranschlag

Laut Bundespolizei FBI gab es keine Anzeichen für einen Terroranschlag. Auch das Heimatschutzministerium ging nicht von einem Anschlag aus. Die Maschine mit der Flugnummer 1549 war auf dem Flughafen LaGuardia mit dem Ziel Charlotte in North Carolina gestartet. Die Absturzstelle befand sich in der Nähe der 48. Strasse in Manhattan.

Nach Angaben der US-Luftaufsichtsbehörde FAA wurden in den USA zwischen 1990 und 2005 rund 65.000 Zwischenfälle mit Vogelschlag gemeldet - etwa einer auf 10.000 Flüge. «Sie würgen buchstäblich das Triebwerk ab und es fällt aus», sagte ein pensionierter Delat-Airlines-Pilot, Joe Mazzone. Fluglotsen wiesen Piloten regelmässig auf Vögel in ihrer Flugbahn hin.

Alle Passagiere und Besatzungsmitglieder haben das Unglück am Donnerstagabend überlebt. Eine Kollision mit einem Vogelschwarm hatte offenbar beide Triebwerke ausfallen lassen und den Piloten kurz nach dem Start dazu gezwungen, den Airbus A320 in den eiskalten Fluss zu steuern.

«Eine Notwasserung ist normalerweise noch zerstörerischer als eine Notlandung an Land», sagte ein Experte. Das Flugzeug sei wohl mit einer Geschwindigkeit von 140 Knoten (knapp 260 Stundenkilometern) auf dem Wasser aufgeprallt. «Normalerweise würden die Tragflächen und Triebwerke durch den Aufprall abbrechen, Wasser würde in die Maschine schiessen und den Rumpf auseinanderreissen.»

Dramatische Szenen

Unmittelbar nach der Notlandung spielten sich in dem Fluss vor der Wolkenkratzerkulisse Manhattans dramatische Szenen ab. Der Airbus versank bis zu den Fenstern im eisigen Wasser.

Mehrere Menschen kletterten in Panik auf eine Tragfläche, andere rutschten ins Wasser und mussten später wegen Unterkühlung im Spital behandelt werden. Das Unglück spielte sich an einem der bisher kältesten Tage dieses Winters mit starkem Frost und bei einer Wassertemperatur knapp über Null Grad ab.

Bloomberg lobt den Piloten

Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg, selbst ein erfahrener Pilot, lobte den Flugkapitän der Fluggesellschaft US Airways: «Es sieht so aus, als ob der Pilot mit der Landung im Fluss eine Meisterleistung vollbracht und dann sichergestellt hat, dass alle rauskommen.»

Der New Yorker Gouverneur David Patterson sprach von einem «Wunder auf dem Hudson». US-Airways-Chef Doug Parker bestätigte, dass an Bord des Flugzeugs 150 Passagiere, drei Flugbegleiter und zwei Piloten waren.

Vor Manhattans Skyline

Acht Fähren und Wassertaxen eilten den Passagieren zu Hilfe, die auf den halbversunkenen Tragflächen ausharrten, bevor Schiffe der Polizei eintrafen.

Die meisten Passagiere konnten sich über die Notausstiege auf die Tragflächen retten und wurden von den Booten aufgenommen. Ein Passagier brach sich beide Beine, Ersthelfer behandelten nach Angaben der Rettungsdienste 78 Personen mit meist leichteren Verletzungen. Das Drama spielte sich vor der Kulisse der New Yorker Bürotürme ab.

Taucher bergen Passagiere

Ein Sprecher der Fluglotsenvereinigung, Doug Church, sagte, der Pilot habe kurz nach dem Start auf dem New Yorker Flughafen LaGuardia einen «doppelten Vogelschlag» gemeldet. Bloomberg sagte, er habe mit dem Piloten gesprochen und dem Passagier, der nach eigenen Angaben als letzter aus der Flugzeug geholt worden sei. Einige Passagiere hätten von Tauchern geborgen werden müssen.

Schlepper vertauten den Rumpf mit Stahlseilen, um ein Versinken zu verhindern. Sie zogen das Flugzeug im Laufe des Abends rund drei Kilometer flussabwärts und befestigten es an einer Anlegestelle des Battery Parks an der Südspitze von Manhattan. (cpm/sda/ap/)

Erstellt: 16.01.2009, 17:09 Uhr

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