Panorama
Amokläufer: Vater soll gegen Waffenrecht verstossen haben
Nach bisherigen Erkenntnissen hatte der 17-jährige ehemalige Schüler die Tatwaffe aus dem Schlafzimmer der Eltern entwendet. Alle anderen Waffen des Vaters lagen sicher in einem Tresor. «Es deutet alles darauf hin, dass der Vater hier nachlässig war, was das Verwahren dieser einen Waffe anbelangt», sagte der leitende Kriminaldirektor Ralf Michelfelder heute im ZDF-Morgenmagazin.
Erste Anhaltspunkte für ein Motiv
Michelfelder deutete zugleich an, dass die Ermittler einen Tag nach dem Massaker mit 16 Toten einen Schritt vorangekommen seien: «Wir haben das Umfeld des Täters ausgeleuchtet und haben in diesem Zusammenhang bereits erste Anhaltspunkte für ein Motiv.» Näheres soll auf einer Medienkonferenz «gegen Mittag» bekanntgegeben werden.
Die beiden während des Amoklaufs verletzten Polizisten sowie neun verletzte Schüler seien ausser Lebensgefahr, sagte Michelfelder. Sieben Schüler befänden sich jedoch noch mit teils schweren Verletzungen wie Bauchschüssen im Spital.
Killer-Computerspiele und Softair-Waffen
Der Amokläufer hatte in den vergangenen Monaten viel Zeit mit Killerspielen am Computer verbracht. Zu seinen Hobbys gehörte auch das Schiessen mit Softair-Waffen. «Das kann ich bestätigen», sagte der Polizeisprecher Klaus Hinderer in Waiblingen, «wir haben bei ihm unter anderem das Spiel Counterstrike gefunden.»
Der 17-Jährige hatte gestern an seiner früheren Schule in Winnenden nahe Stuttgart neun Schüler und drei Lehrerinnen erschossen. Auf der Flucht tötete er drei weitere Menschen und schliesslich auch sich selbst. (raa/sda)
Erstellt: 12.03.2009, 09:04 Uhr
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