Panorama

An Ostern ist das Wetter «schlecht»

Von Samuel Reber. Aktualisiert am 07.04.2009

Familien sollten das Ostereiersuchen auf Donnerstag oder Freitag vorverlegen. Denn das Wetter am Ostersonntag wird «durchzogen bis schlecht» – in der ganzen Schweiz.

Einen strahlenden Ostersonntag wie im Jahr 2004 wird es heuer nicht geben: Paar geniesst die Sonne in Lugano.

Einen strahlenden Ostersonntag wie im Jahr 2004 wird es heuer nicht geben: Paar geniesst die Sonne in Lugano.
Bild: Keystone

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Staus vermeiden

Um insbesondere den Stau am Gotthard zu vermeiden, empfiehlt das Bundesamt für Strassen (Astra) Autofahrern, schon am Mittwoch sehr früh morgens loszufahren. Ein geringeres Staurisiko gehe auch ein, wer am Gründonnerstag am frühen Morgen abfahre, um den Gotthard gegen 6.00 Uhr zu erreichen, sagte Astra-Sprecher Thomas Rohrbach auf Anfrage. Auch am Karfreitag hätten Früh- und Spätfahrer die besten Chancen, verhältnismässig flüssig durch das Gotthard-Nadelöhr zu kommen.

Der Rückreiseverkehr am Gotthard Richtung Norden dürfte laut Viasuisse vom Dienstag nach Ostern bis am Freitag Staus zwischen 12.00 Uhr und 21.00 Uhr Stau zur Folge haben. Laut Astra-Sprecher Rohrbach empfiehlt es sich, die Rückreise nach Norden erst ab Samstag, dem 18. April, anzutreten.

Dies prognostiziert Meteorologe Roger Perret von MeteoNews für Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Und weiter: «Donnerstag und Freitag werden die besten Tage. Es wird sehr mild und rund 20 Grad warm.» Verantwortlich dafür sei ein Hoch über Osteuropa.

Dann aber ziehen leider dunkle Wolken auf. Ein Tief nähert sich vom Nordatlantik her der Schweiz. Und bringt am Samstag dem Westen und Süden der Schweiz bereits Regenschauer. Im Süden «nicht zu knapp», wie Perret sagt. Im Osten könne es am Samstag teilweise noch sonnig sein.

Danach ist der Sonnenschein fast vollständig vorbei. Perret: «Am Ostersonntag und am Montag wird das Wetter ziemlich durchzogen bis schlecht. Es ist in der ganzen Schweiz stark bewölkt und regnet teilweise. Die Temperaturen werden zehn bis 15 Grad betragen.»

Längste Staus am Donnerstag und Freitag

Eine Flucht ins Tessin nützt also nichts, auch dort ist das Wetter nicht besser. Das Bundesamt für Strassen (Astra) hat heute zudem eine Stauprognose veröffentlicht. Mit Wartezeiten ist ab Mittwochmittag zu rechnen.

«Ab Mittwochmittag dürfte der Feiertagsverkehr einsetzen», sagt Astra-Sprecher Thomas. Mit Staus sei zu rechnen etwa auf der A1 westwärts zwischen Zürich und Bern, im Nadelöhr zwischen Härkingen und Wiggertal Richtung Luzern und auf der A2 am Gotthard.

16'000 Fahrzeuge durchfahren an einem Durchschnittstag den Gotthardtunnel in beide Richtungen. An einem Mittwoch vor Ostern seien es bald einmal 30'000 Fahrzeuge, die zudem innert weniger Stunden hindurch wollten, sagt Rohrbach. An den schlimmsten Tagen, Gründonnerstag und Karfreitag, rollen allein in Richtung Süden je 18'000 Autos durch die Röhre.

Wartezeiten von zwei Stunden

Für den ganzen Donnerstag rät Rohrbach den Automobilisten, Wartezeiten von zwei Stunden einzuplanen. Am Freitag stocke der Verkehr erfahrungsgemäss noch zwischen 7 und 18 Uhr.

«Auf keinen Fall darf es zum Stau im Tunnel kommen», sagt der Astra-Sprecher. Wenn ein Feuer ausbräche, wären mehr Menschen in Gefahr als im Freien. Zudem könnten sich Automobilisten in Panik im Tunnel falsch verhalten, etwa davonlaufen und ihr Auto stehen lassen.

Dies zu verhindern ist Aufgabe der Verkehrsmanagementzentrale des Bundes (VZM-CH) im luzernischen Emmen. Ziel der VMZ-Verkehrsoperatoren ist, den Verkehr gleichmässig, ruhig, störungsfrei und emissionsarm über die Nationalstrassen zu schleusen. Dazu kooperieren sie mit den Kantonspolizeien und dem Informationsdienst Viasuisse. Auf Ostern wird das VMZ-Team aufgestockt, so dass im 24-Stunden-Betrieb stets drei Verkehrsoperatoren vor den Bildschirmen sitzen.

«Man sieht die Welle kommen»

Die Zentrale in Emmen beobachtet die Verkehrsströme ab der Nordgrenze bei Basel. «Man sieht die Welle kommen», sagt Rohrbach. Über 280 automatische Zähler auf den Nationalstrassen melden Zahl und Grösse der heranrollenden Fahrzeuge. Zusätzlich übermitteln Kameras von mehr als 100 Punkten am Nationalstrassennetz Bilder. Die Polizeien melden Unfälle und Stockungen.

Um Stau an neuralgischen Stellen wie Gotthard oder Härkingen zu verhindern, greift die VMZ weit vorab ein: Etwa, indem sie die Polizei in Basel und im Baselbiet auffordert, kurzzeitig Tempo-Reduktionen anzuordnen. Diese informiert dann die Autofahrer via die Wechseltext-Anzeigen über der Autobahn. Die VMZ erstellt zudem Empfehlungen für Alternativrouten, welche dann via Viasuisse und Radio verbreitet werden.

Wie stark das Verkehrsaufkommen über Ostern wird, lässt sich erst am Gründonnerstag sagen. Dann zeigt sich, wie viele Urlauber lieber Skifahren gehen als in die Frühlingsferien nach Süden fahren. Wohin die Ströme auch fliessen: «Bei gleichmässigem Verkehrsfluss sinkt das Staurisiko», weiss Rohrbach. Plötzliche Spurwechsel, Abbremsen und Anfahren sollte unterlassen, wer Ostern noch anderswo als im Stau verbringen will.

SBB setzen 31 Extrazüge ein

Die SBB setzen über die Osterfeiertage 31 Extrazüge ein. Mit diesen fahren die Reisenden staufrei in die Osterferien, wie die SBB am Dienstag mitteilte. Die 31 Extrazüge fahren ins Tessin, nach Graubünden und ins Wallis sowie retour. Ausserdem verlängern die SBB diverse reguläre Züge mit zusätzlichen Wagen oder ICN-Einheiten. Dadurch stehen laut den SBB zwischen Gründonnerstag und Ostermontag über 70'000 zusätzliche Sitzplätze zur Verfügung.

Die höchsten Passagierzahlen würden am Gründonnerstag und am Ostermontag erwartet. Im internationalen Verkehr werde die Sitzplatzreservierung dringend empfohlen. Auf der Gotthardstrecke setzen die SBB seit letztem Dezember ICN-Neigezüge ein. Da in diesen Zügen der Platz für Velos beschränkt sei, sei für den Veloverlad die Reservierung obligatorisch. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 07.04.2009, 14:59 Uhr

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