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Autobahn-Kriminalität: «Die Leute werden einfach rausgewinkt»
Von Norbert Raabe. Aktualisiert am 20.07.2011 60 Kommentare
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Vorsichtstipps für automobile Urlauber
Der ADAC rät Reisenden, die im Auto unterwegs sind, zu zahlreichen Vorsichtmassnahmen:
- Vorsicht, wenn Sie von Fremden angesprochen werden. Zuweilen handelt es sich um ein Ablenkungsmanöver, damit ein Dieb ungestört ihren Wagen ausrauben kann.
- Kontrollieren Sie nach jedem Stopp den Reifendruck. Trickdiebe manipulieren ihr Auto manchmal – mit dem Ziel, Sie auf der Autobahn dann zu einem Halt zu zwingen.
- Campingfahrzeuge sollten nachts komplett geschlossen werden, auch die Fenster. Spezielle Türsicherungen können die Sicherheit erhöhen. Es gibt im Fachhandel sogar Warngerät gegen Narkosegas.
- Den Zündschlüssel im Wohnmobil sollte man bei Nacht stecken lassen – und den Wagen parken, dass man im Notfall sofort starten kann. Von Parkstützen rät der ADAC deshalb ab.
- Teure Autoradios oder Musikanlagen locken erfahrungsgemäss Diebe an. Wenn möglich, sollte man sie auf der Reise durch ein günstigeres Gerät ersetzen. Reisegepäck sollte im Kofferraum verstaut werden – nicht auf den Sitzen, wo es gut sichtbar ist.
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Gutgläubige Ferienreisende sind für geübte Diebe, was eine lahmende Gazelle für den Geparden ist: leichte Beute, die mit wenig Aufwand zu erlegen ist – zum Beispiel mit dem Reifenstechertrick, vor dem der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) seine Mitglieder warnt. Die Banden mit dieser Masche zerstechen einfach einen Autoreifen und machen die Fahrer dann auf die «Panne» aufmerksam. Dann bieten sie Hilfe an, um die Opfer abzulenken, während Komplizen Geld und Wertsachen aus dem Fahrzeug stehlen.
«Das kommt seit langem immer wieder vor», sagt Andrea Piechotta vom ADAC gegenüber Tagesanzeiger.ch/Newsnet, «in Italien, Spanien, in skandinavischen und anderen Ländern. Eine geographische Häufung haben wir anhand unserer Informationen aber nicht festgestellt.» Bei anderen Methoden, mit denen Diebe Reisende rupfen, finden sich jedoch manchmal Schwerpunkte. In Schweden beispielsweise wurden vor Jahren mehrere Feriengäste beraubt, die ihre Wohnmobile auf Parkplätzen abgestellt hatten, die nicht überwacht wurden.
Vorsicht bei Winkenden am Strassenrand
Aktuell scheinen die Autobahnen in Tschechien, besonders rund um Prag, riskant zu sein: Mehrere ADAC-Mitglieder haben laut Piechotta im Frühling von verblüffend simplen Methoden Krimineller berichtet. «Die Leute wurden einfach rausgewunken», sagt sie – zum Beispiel aus fahrenden Autos, unter dem Vorwand, Hilfe zu benötigen. Die Hilfsbereitschaft mancher Reisender endete mit der Nötigung, Geld zu «spenden» oder gefälschten Schmuck zu kaufen, oder mit dem Verschwinden von Portemonnaies und Pässen auf Nimmerwiedersehen.
Ähnliche Vorfälle wurden auch aus Bulgarien und Rumänien gemeldet. «So etwas kommt immer wieder vor», sagt Piechotta, «man sollte deshalb nicht einfach herausfahren, sondern besser mit dem Handy die Polizei verständigen, auch für den Fall, dass die Leute wirklich ein Problem haben.»
Nützliche Ratschläge aus jahrelanger Erfahrung
Repräsentative Statistiken für ganz Europa existieren derzeit nicht, auch wenn einzelne Versicherungen solche «Schadensfälle» erfassen. Auch der Touring Club Schweiz gibt auf Anfrage keine Informationen heraus, sondern allgemeine Hinweise für Reisende mit Wohnmobilen, Caravans und ähnlichen Gefährten – zum Beispiel, zum Übernachten lieber einen bewachten Campingplatz aufzusuche. Zudem solle man keine Wertsachen im Wohnmobil, Caravan oder Zelt liegen lassen.
Der ADAC rät Autoreisenden in seinen Service-Informationen darüber hinaus, die Türen und Fenster von Campingfahrzeugen möglichst geschlossen zu halten und allenfalls spezielle Türsicherungen zu aktivieren (siehe Infobox). Zudem weist der Verband sogar auf Warngeräte gegen Betäubungsgase hin, die im Fachhandel erhältlich sind. Tatsächlich hatten Medien vom Einsatz von solchen Substanzen bei Diebstählen in mehreren Fällen berichtet, während Fachleute dies allerdings bezweifeln.
Laut Mitarbeiterin Andrea Piechotta müsssen Autoreisende gleichwohl nicht in Panik verfallen, sollten aber mit einer gesunden Portion Vorsicht auf die Reise gehen. Dazu zählt für sie auch Skepsis gegenüber allzu hilfsbereiten Zeitgenossen. Auch wenn es natürlich echte Helfer gebe, rät sie für den Fall von Redeschwällen von Unbekannten, weiterhin genau auf Geldtasche und Wertsachen zu achten. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 20.07.2011, 12:44 Uhr
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60 Kommentare
Herr Koran, fühlen Sie sich in Ihrer Ehre betupft oder was sollen all die Kommentare? Schön, dass man sich in Prag anpassen muss. Sagt das jemand in der Schweiz zu einem Ausländer, gilt der Schweizer als intolerant. Interessante Logik. Wenn ihr Volvo in Prag mit tschech. Nummernschildern offen rumsteht und daneben mein Volvo mit Schweizer Kennzeichen, welcher wird dann ausgeraubt? Antworten
Liebe Reisende, in Tschechien ist es ganz einfach. Wenn jemand am Strassenrand zum Anhalten auffordert und er hat irgendwas uniformiertes an, soll man einfach weiterfahren sofern kein Polizeifahrzeug klar sichtbar daneben steht. Bei allen Polizeikontrollen steht ein Polizeiauto gut sichtbar bei den Polizisten. Falls nicht, einfach aufs Gas und weiterfahren. Man soll sich nicht beeindrrucken lassen Antworten
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