Bahn-Betreiber suchen Schwarzfahrer per Pranger
Von Andreas Seiler/rue. Aktualisiert am 10.06.2009 38 Kommentare
Sonntag, 7. Juni 2009; 07.06 Uhr: «Schwarzfahrer gesucht». Dies klebt gut sichtbar mit Foto auf einem A4-Blatt bei der Kasse der Bergstation der Marzili-Bahn. Auf Eigeninitiative, wie der Betriebsleiter Martin Neumeyer gegenüber bernerzeitung.ch bekannt gibt. Die Art und Weise, wie der Unbekannte ohne zu bezahlen durch die Kontrollstation der Bergstation geschlüpft sei, habe ihn so genervt, dass er sich zu diesem Schritt entschlossen habe. Das Aufhängen sei rechtens, so Neumeyer weiter. (Siehe Video)
Kosmas Tsiraktsopoulos, Chef der Informations- und Medienstelle des Eidgenössischen Datenschutzbeauftragten sieht dies anders: Er habe Verständnis für die «Frustreaktion», aber das Vorgehen sei nicht in Ordnung. Der Betreiber hätte das Bild der Polizei geben müssen, statt es öffentlich aufzuhängen, meint er auf Anfrage von bernerzeitung.ch.
Teilen Sie uns Ihre Meinung zum Thema mit. Finden Sie das Vorgehen punkto Foto-Pranger in Ordnung? (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 10.06.2009, 11:13 Uhr
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38 Kommentare
@Paul Meierhofer bitte bringen Sie nicht Gesetzeswidrigkeit mit der Vergangenheit der Juden in Zusammenhang. @Beat Durrer bitte DS richtig studieren! Im Vorliegenden Fall wurde NICHT gegen das DS verstossen!!! @Tom Preisig aaahhh um Unschuldige zu schützen soll KEIN Mittel mehr recht sein? Das Gelände der Bahn ist Privatgrund, es muss ja keiner mehr hingehen.... Antworten
He Leute! Ich lese in diversen Kommentaren immer wieder die Wörter "Datenschutz" und "Pranger Methoden". Was soll das? Ihr hättet es auch nicht gerne wenn euch zB. die Zeitung aus dem Briefkasten geklaut wird und ihr habt die Person erkannt. Was sollte es also zu schützen geben und warum soll der Kerl nicht nicht so gestellt werden? Oder darf man solche Spitzbuben etwa nicht mehr bestrafen? Antworten
@Max Wartenberg: zu Ihrer Antwort an Beat Durrer.... Sie haben recht, dies könnte man. Aber das Bild hing bereits und viele werden sich ihre Meinung bereits gemacht haben... Zu spät für den Betroffenen... Darum gehts und um nichts anderes. Es geht nicht darum allfällige Täter zu schützen, sondern Unschuldige... Antworten
@Meierhofer: Diesen Fall mit den Gräueltaten des Hitlerregimes zu vergleichen ist eine derartige Geschmacklosigkeit, dass mir übel wird. Schämen sie sich nicht?! Auch ist es an der Zeit das Thema der Nazibewegung nicht bei jeder Gelegenheit aus der Kiste zu ziehen. Wunden soll man auch mal ruhen lassen können, nach einem gewissen Zeitraum wird sonst ein Heilen verhindert... oder wollen sie das? Antworten
@Altdorfer: Sie sind also noch so einer, der nichts zu verbergen hat und meint, dass wenn er sich schön an die "Regeln" hält ihm nichts geschieht. Zu ihrer Erinnerung genau das haben die Juden vor und bis zum Krieg unter Hitler auch gedacht. Sich schön an die Regeln halten, immer alles mitmachen und ja nicht auffallen, dann geschieht schon nichts. Leider kam es anders. Antworten
So und nun fehlbare Staatsdiener auch an den Pranger! Lasst dem Volk nur die Hosen runter, es wird sicher eine bessere Schweiz werden. Was in einzelnen Fällen nötig und sinnvoll sein kann, soll nicht der allgemeinen Volksbelustigung dienen! Und da sind wir bereits innert wenigen Wochen schon angekommen. Antworten
Bei Tätern, die andere (halb)totschlagen, finde ich es gerechtfertigt, diese im Netz zu veröffentlichen. Bei Delikten wo keine Person direkt gefährdet und Opfer war, ist es jedoch etwas übertrieben; da reicht es, das Foto irgendwo lokal aufzuhängen. Antworten
Und plötzlich hängt jeder irgend ein Foto von jemandem auf, man beschuldigt diesen und jenen etwas unrechtes getan zu haben... Man kann aber auch jemanden einfach in die Pfanne hauen.... Selbstjustiz rules.... Die Oeffentlichkeit kann nicht eruieren, ob die Vorwürfe überhaupt stimmen. "Wenn ein Foto von dem hängt, ist er sicher schuldig!".. So einfach gehts... Arme Schweiz, so weit sind wir schon Antworten
Richtig so, wer sich strafbar macht muss gefasst werden damit er bestraft werden kann. Hier liegt klar eine strafbare Handlung vor! Also ist eine "Fahndung" absolut legitim. Ich weiss gar nicht warum sich so viele darüber aufregen. Jeder "normale" Mensch mit Gerechtigkeitssinn muss das so befürworten. Wer sich im Leben an die Spielregeln hält hat nix zu befürchten! Antworten
Die Datenschützer sollten sich nicht zu Tatenschützern aufschwingen. Wenn durch ein Video eindeutig eine kriminelle Handlung bestätigt werden kann, so muss dieses Mittel mit aller Konsequenz eingesetzt werden zum Schutz der Betroffenen und nicht zum Schutz der Täter. Dementsprechend müssten auch die Strafen abschrecken und nicht als Kleinigkeit aufgefasst werden. Antworten
Offenbar ist es ja heute nicht mehr möglich, ohne solche Massnahmen die Leute zu anständigem, rücksichtsvollem und ehrlichem Verhalten Mitmenschen gegenüber zu bewegen. Und weil dies so ist, sind auch solche Massnahmen nötig. Wenn sich Menschen wie im Mittelalter benehmen, soll man sie auch wie im Mittelalter anpacken... Antworten
Ich finde das Vorgehen der Marzilibahn voll in Ornung und auch nötig. Der Datenschützler muss solche Verbrecher nicht schützen. Es sollte noch viel mehr solche Kameras und Veröffentlichungen geben. Dies damit mehr Verbrecher angezeigt und verurteilt werden können. England ist in dieser Hinsicht schon viel weiter. Antworten
@ Martin Nauser: Ja, Sie haben recht, es geht (leider) richtung Mittelalter. Eine Zivilgesellschaft funktioniert eben nur, wenn sich alle an die Regeln halten. Leider leben wir in einer Zeit, wo sich jeder wieder eine Sonderbehandlung ausbedingen will (Banker mit ihren Boni, Vergewaltiger, die auf ihre Kindheit pochen, Ehrenmörder, die ihren Kulturellen hintergrund berücksichtigt haben wollen). Antworten
So Fängts an, zuerst probiert man es ohne zu zahlen, und wenn einer vom Personal reklamiert, riskiert er dass er beim nächsten mal zusammengedroschen wird.(siehe Busvorfall in Chur) Auf der privaten Anlage dieser Bahn sollte das vom Bund her nicht noch unterstützt werden! Antworten
Es geht dabei nicht um "Täterschutz", sondern darum, dass niemand überprüfen kann, ob die Vorwürfe überhaupt stimmen. Wenn die Entwicklung derart rasant weitergeht, dauert es nicht mehr lange, bis die ersten (politisch) unbequemen Personen auf diese Art und Weise verunglipmpft werden. Dazu müssen die Vorwürfe nicht mal der Wahrheit entsprechen. Daher müssen solche Pranger-Aktionen gestoppt werden. Antworten
Ganz klar ist das in Ordnung. Das sollte sogar viel mehr gemacht werden. Schwarzfahren, am Kiosk oder im Laden klauen, mehr als 20 km/h über der Höchstlimite, dies Alles sind keine Kavaliersdelikte und sollten schweizweit an den Pranger gestellt werden. Diesbezüglich sollte auch der Datenschutz keine Gültigkeit erlangen dürfen... Antworten
Es ist schade, dass einzelne sozial Minderbemittelte bewirken, dass nach immer mehr Gesetzen gerufen wird und ebenfalls mehr in Sicherheit investiert werden muss. Es geht dabei nicht um die 1.20 CHF Schaden, welche entstehen, sondern um das arrogante Verhalten solcher Personen: Da brauchte es 4.5 Milliarden Jahre Erdentwicklung bis wir da waren wo wir sind... und endet in solchem Verhalten. Arm! Antworten
@Minder Dank Leute wie ihnen, die offenbar nicht wissen was Rechtsstaatlichkeit heisst, bewegen wir uns schnellstens richtung Mittelalter. Aber das wollen viele wohl? Warten wir bis die ersten Unschuldigen an den Pranger gestellt werden und es den Verursachern dann nicht wirklich leid tut, dass sie veruteilt wurden und unschuldig ins Elend getrieben wurden. Merke nicht jeder Fehler ist umkehrbar! Antworten
Auch wenn das Wort ganz doll schröcklich klingt - es wird aktuell durchwegs falsch angewandt. Ein Pranger ist ein altertümliches Gerät zum Strafvollzug. Es gelangte nach einer Verurteilung zur Anwendung und ist etwas grundsätzlich anderes als eine Tätersuche mit Hilfe von Bildern. Man spricht ja auch nicht von einer Kokosnuss wenn man eine Dampfwalze meint, bloss weil Kokosnuss besser klingt. Antworten
Aber natürlich ist das Vorgehen der Marzili-Bahn richtig. Wie lange wollen die sogenannten "Datenschutzbeauftragten" eigentlich noch die Rolle der "Täterbeschützer" übernehmen? (Egal ob es sich bei den Tätern um Hooligans, sonstige Randalierer und Schläger oder nette Mitbürger handelt die ganz einfach bescheissen). Antworten
Wenn man guten Gewissens zu dem steht was man tut, ist ein öffentliches Föteli überhaupt kein Problem. Fotos von Rowdies werden ins Internet gestellt, Google hat massenweise Bilder mit identifizierbaren Personen. Dass die Marzili-Bahn nun am Schalter ein Bild anbringt von einer Person, die wiederholt erzwungen schwarz fährt, finde ich gerechtfertigt. Antworten
Welchen Pranger? Es geht doch hier (wie auch beim "Hooligan-Pranger") um eine Art "Fahndungsfoto". Wenn in Aktenzeichen XY schon vor Jahren ein (mutmasslicher?) Verbrecher unter Ausstrahlung seines Bildes gesucht wurde, sprach auch niemand von Pranger. Die andere Seite ist viel interessanter, denn bekanntlich ist der grösste Lump im Land immer noch der Denunziant... Antworten
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Peter Gloor
Feige Betrüger sollten sich nicht beklagen, wenn sie öffentlich gesucht werden. Vergleich USA: Dort werden alle Bussenfälle mit Namen in der Zeitung veröffentlicht. Und, wie kann ein Betrüger angezeigt werden, wenn nur ein Foto vorhanden ist. Vermutlich hätte die Polizei die Anzeige gegen Unbekannt eh abgelehnt. Peter Antworten