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«Bitte, bitte, geben Sie mir etwas Milch»

Aktualisiert am 08.10.2011 3 Kommentare

In dem Prozess gegen Conrad Murray sind Aufnahmen einer Polizeibefragung des Leibarztes von Michael Jackson vorgespielt worden. Darin beteuert er, der Sänger habe vor seinem Tod um Propofol gebettelt.

1/29 Bestürzter Abgang: Murray nach dem Richterspruch. (29. November 2011)
Bild: Keystone

   

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Der wegen fahrlässiger Tötung angeklagte Leibarzt von Michael Jackson wollte den verstorbenen Popstar nach eigenen Angaben von seiner Abhängigkeit von dem starken Betäubungsmittel Propofol befreien. In dem Prozess gegen Conrad Murray in Los Angeles wurden gestern die Tonaufnahmen einer Befragung des Arztes durch die Polizei zwei Tage nach Jacksons Tod vorgespielt. Murray gibt darin zu Protokoll, er habe drei Tage vor Jacksons Tod damit begonnen, den Musiker von dem Medikament zu entwöhnen, das dieser als Schlafmittel nutzte und das zu seinem Tod geführt haben soll.

Die Nacht vor seinem Tod habe Jackson nicht schlafen können, sagte Murray der Polizei. Er habe ihm vergeblich andere Schlafmittel verabreicht, in den Morgenstunden habe ihm Jackson dann gesagt: «Ich muss schlafen, Dr. Conrad (...). Sie wissen, ich kann nicht funktionieren, wenn ich keinen Schlaf bekomme.» Jackson habe dann um seine «Milch» gebeten, so habe er Propofol genannte, sagte Conrad: «Bitte, bitte, geben Sie mir etwas Milch, damit ich schlafen kann.» Gegen 10.40 Uhr morgens habe er ihm dann 25 Milligramm Propofol gespritzt.

Herz-Lungenmassage

Er sei dann gegen 11.00 Uhr auf die Toilette gegangen, sagte Murray weiter. Als er nach «ungefähr zwei Minuten» an das Bett des Popstars zurückgekehrt sei, habe dieser nicht mehr geatmet. Er habe daraufhin umgehend mit einer Herz-Lungenmassage begonnen. Unklar ist bislang, warum noch fast eineinhalb Stunden verstrichen, bis um 12.20 Uhr der Notarzt gerufen wurde. Der Arzt machte auch keine Angaben über mehrere Telefonate, die er in der Zeit geführt haben soll.

Die Staatsanwaltschaft wirft Murray vor, Jackson eine Überdosis Propofol gegeben und ihn dann vernachlässigt zu haben. Die Verteidigung argumentiert, der unter Schlafstörungen leidende Jackson habe sich selbst einen tödlichen Cocktail aus Propofol und Lorazepam verabreicht, während Murray nicht im Raum war. Dem Arzt drohen bei einer Verurteilung bis zu vier Jahre Haft.

15 bis 18 Stunden Schlaf

Nach den Angaben, die Murray bei der Polizei machte, war Jackson schwer von Propofol abhängig, kannte die Dosierungen und spritzte sich das Medikament auch immer wieder selbst. Er habe ihm gesagt, dass seine Vorgänger als Leibärzte ihm mit Propofol schon 15 bis 18 Stunden Schlaf am Stück ermöglicht hätten, sagte Murray. (wid/AFP)

Erstellt: 08.10.2011, 10:36 Uhr

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3 Kommentare

Loredana Wander

08.10.2011, 11:35 Uhr
Melden 3 Empfehlung

Das ist auch ein komplizierter fall, man kann nur hoffen dass er rechtens untersucht wird. Wer schuldig ist, an Jacksons tot, dass kann allein das Gericht entscheiden! So tragisch es sich anhört, man könnte eigentlich kein unschuldiger verurteilen! Soviel man weiss, war Jackson ja Medikamenten abhängig. Sein tot hat auch mich erschüttert! Antworten


Anthony Stroppel

08.10.2011, 12:15 Uhr
Melden

Wenn einer um Medikamente bettelt darf das keine Einfluss auf die Entscheidung des Doktors haben hallo ?
Der Doktor ist für das Wohl des Patienten verantwortlich ohne wenn und aber
Antworten



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