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Bootsdrama: Auf den Spuren des Verdächtigen

Von Brigitte Jeckelmann. Aktualisiert am 31.07.2010

Die Polizei rückt im Bieler Bootsunfall einen 74-jährigen Unternehmer aus Sutz-Lattrigen ins Zentrum der Ermittlungen. Der Hauptverdächtige ist bekannt für seine Leidenschaft: schnelle Autos und Motoren.

1/9 Hauptverdächtiger im Fokus: Das Boot des 74-Jährigen wird von der Polizei abgeholt.
Leserreporter: zvg

   

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Telebärn-Beitrag über die verdächtige Person.

Am Freitagnachmittag auf dem Strässchen zwischen Sutz-Lattrigen und Ipsach: Medienschaffende beobachten, wie der Tatverdächtige mit einem Kleinwagen sein Haus verlässt und davonfährt. Dass er auf freiem Fuss ist, begründet Polizeisprecher Michael Fichter mit fehlenden Haftgründen.

Untersuchungshaft wird eher bei jüngeren, ausländischen Personen ausgesprochen, bei denen Fluchtgefahr besteht. Verdunkelungsgefahr könne die Polizei inzwischen ausschliessen, da der Tatverdächtige sich nach dem Unfall längst hätte mit Mitwissern absprechen können, so Fichter.

Umgänglicher Mensch

Der verdächtigte Sutzer meldete sich gestern über seinen Anwalt ausführlicher zu Wort. Er wohnte seit 1981 in einer anderen Seeländer Gemeinde, bis er letztes Jahr in eine Villa in unmittelbarer Nähe des Bielerseeufers in Sutz umzog. In seinem ehemaligen Wohnort kannte man ihn als Persönlichkeit, die eher zurückgezogen lebte. Der heute 74-Jährige leitete damals den Familienbetrieb, und noch heute ist er Verwaltungsratspräsident eines Seeländer Unternehmens. Einwohner seiner früheren Wohngemeinde beschreiben ihn als umgänglichen Menschen, der für seine Liebe zu Motoren bekannt sei.

Der BDP-Politiker Heinz Siegenthaler kennt ihn seit vielen Jahren, weil er schon als junger Mann bei ihm in der Firma als Aushilfe gearbeitet habe. «Er ist ein Patron der alten Schule – im positiven Sinne.» Zudem sei er schon damals für seine Leidenschaft bekannt gewesen: Lastwagen und Motoren.

Merkwürdiges Manöver

Laut einem Augenzeugen soll der 74-Jährige am Tag nach der ersten Polizeiuntersuchung an seinem Boot mit seinem Schiff ein merkwürdiges Manöver unternommen haben. Er soll etwa 200 Meter mit dem Boot auf den See hinaus in die «Krautzone» gefahren sein: dorthin, wo der Bug des Schiffes in hohem Seegras liegt. Dann soll er dort mehrmals hin- und hergefahren sein, wie wenn er etwas vom Schiff abwischen wollte – und sei anschliessend wieder zu seinem Anwesen zurückgefahren.

Auf dem Mann und seiner Familie lastet grosser Druck. Diverse Medien sowie Schaulustige belagern seit zwei Tagen sein Anwesen. Gestern Nachmittag trat eine elegant gekleidete Frau aus der Villa und wendete sich an die Wartenden: «Wir haben nichts damit zu tun», erklärte sie energisch: «Es wäre gut, wenn Sie das Feld räumen würden.» (Bieler Tagblatt)

Erstellt: 31.07.2010, 15:58 Uhr

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