Brückensuizid erschüttert Schüler
Von Tobias Habegger. Aktualisiert am 19.11.2009 71 Kommentare
Schulhaus unter der Kornhausbrücke (hinten im Bild): Schülerinnen der NMS Bern mussten mit ansehen, wie ein Mann unmittelbar vor ihnen auf die Strasse prallte. (Bild: Stefan Anderegg)
«Haben uns nie gegen Netze gewehrt»
Nach dem jüngsten Brückendrama sprechen sich die Berner Behörden erstmals für Sicherungsnetze an Brücken aus. Stefan Schwarz, weshalb sind Berns Brücken nicht längst mit Netzen gesichert?
Stefan Schwarz: Die Situation hat sich in den letzten zwei Jahren zugespitzt. Zuvor war die Suizidrate auf Brücken rückläufig oder stabil. Die aktuelle Entwicklung macht auch uns nachdenklich. Erst recht, wenn Schulkinder zuschauen müssen. Solche Situationen sind für alle Betroffenen schrecklich.
Weshalb hat sich die Stadt bisher gegen Netze gewehrt?
Der Gemeinderat hat sich nie gegen Netze gewehrt. Wir haben aber Probleme erwähnt, die sie mit sich bringen können. Eine gute Lösung zu finden ist nicht ganz so einfach, wie es auf den ersten Blick erscheinen mag.
...was für Probleme?
Beispielsweise Vandalenakte: Jugendliche, die in der Nacht in die Netze klettern oder Velos reinschmeissen. Uns fehlen dazu Erfahrungswerte, weil in Europa nirgends zuvor Brücken mitten im Stadtzentrum mit Netzen gesichert wurden. Daneben gibt es technische, juristische und gestalterische Fragen zu lösen.
Die Münsterplattform hat seit Jahren Netze.
Die Münsterplattform ist nicht vergleichbar, da sie nach 23.30 Uhr geschlossen ist. Zudem hängen die Netze dort mehrere Meter tief – da klettert keiner rein. An den Brücken liessen sich die Netze aber nur knapp unter Trottoirhöhe anbringen.
Aus diesen Gründen wollen sie auf Netze verzichten?
Nein, aber die Probleme, die sich stellen, müssen sorgfältig abgeklärt werden. Da sind wir dran – eine Arbeitsgruppe aus Architekten, Ingenieuren, Vertretern der Sanitätspolizei und der Denkmalpflege wurde eingesetzt.
Dann werden Berns Brücken demnächst gesichert?
Wir tun, was in unserer Macht steht. Schliesslich hat der Stadtrat eine entsprechende Motion überwiesen. Diese setzen wir um. Allerdings gibt es zeitliche Faktoren, auf die wir keinen Einfluss haben. So müssen wir eine Baubewilligung beantragen. Und dagegen kann es Einsprachen geben.
Der Denkmalschützer liess bereits durchblicken, bei Bedarf eine solche Einsprache zu machen. Was halten sie davon?
Die Berner Brücken sind denkmalgeschützt und liegen im Bereich des Weltkulturerbes. Die Denkmalpflege ist die gesetzliche Hüterin dieser Anliegen. Wir suchen deshalb zusammen mit ihr nach guten Lösungen.
Stefan Schwarz ist Generalsekretär der Direktion für Tiefbau, Verkehr und Stadtgrün.
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Das Telefon der Schuldirektorin der NMS Bern läutet seit Dienstagabend immer wieder. Besorgte Eltern von Schulkindern melden sich. Ihre Kinder wurden Zeuge, wie sich ein Mann am Dienstagnachmittag mit einem Sprung von der Kornhausbrücke das Leben nahm. Er sprang auf die Strasse, die zum Schulhaus führt. «Die Eltern fordern mich auf, bei den Behörden Druck aufzusetzen, damit diese endlich Sicherungsnetze an den Brücken montieren oder andere Massnahmen ergreifen», sagt Schuldirektorin Annette Geissbühler.
«Die Mädchen weinten»
Es geschah kurz nach halb zwei. Die Mädchen der neunten Klasse schlenderten grüppchenweise von der Turnhalle auf der anderen Seite der Aare über den Altenbergsteg zum Schulhaus zurück. «Wenn die Mädchen ein paar Sekunden früher losgelaufen wären, wäre der Brückenspringer auf ihnen gelandet», erzählt Annette Geissbühler.
Einige Lehrerinnen und Lehrer hörten die aufgeschreckten Schulkinder und eilten nach draussen. «Die Mädchen waren aufgelöst und weinten», sagt Annette Geissbühler. Das Drama habe im Nu das ganze Schulhaus erfasst. «Die Nachricht breitete sich aus wie Kreise auf dem Wasser, wenn man einen Stein reinwirft.» Das Lehrpersonal hatte alle Hände voll zu tun, um die Ruhe auf dem Schulareal zu bewahren. Die Schulpsychologin kümmerte sich um die Mädchen, die den Selbstmord mit eigenen Augen sehen mussten. Sie wurde vom Care-Team der alarmierten Sanitätspolizei und von Angestellten der kantonalen Erziehungsberatungsstelle unterstützt. «Wir schauten, dass am Ende alle betroffenen Schülerinnen und Schüler von jemandem abgeholt wurden und niemand alleine nach Hause gehen musste.»
Ins Gedächtnis gebrannt
Obschon sich immer wieder Menschen von der Kornhausbrücke stürzen (letztmals vor drei Wochen), mag sich die Schuldirektorin an keinen ähnlich krassen Fall erinnern. «Nie zuvor wurden wir so direkt von einem Brückensuizid betroffen. Die Geschehnisse am Dienstag haben uns aufgerüttelt.» Gerade für Kinder sei es schwer, mit diesem Erlebnis umzugehen. «In diesem Alter kann man das nur schwer verarbeiten. Solche Bilder lassen sich kaum aus dem Gedächtnis löschen.» Deshalb erhalten die Schulkinder in den nächsten Tagen und Wochen bei Bedarf psychologische Betreuung. «Auch wir Erwachsenen dürfen uns bei der Schulpsychologin melden.» In einem E-Mail wurde die gesamte Lehrerschaft über die Vorfälle informiert. «Es ist an ihnen, zu entscheiden, ob sie dem Thema im Unterricht zusätzlich Raum geben wollen.»
Druck auf Behörden wächst
Den Eltern am Telefon versicherte die Schuldirektorin, sie werde sich für Sicherungsnetze oder andere Massnahmen einsetzen. Sie hat ihr Anliegen bereits beim städtischen Schulamt deponiert. Ebenfalls reagieren will die Erziehungsberatungsstelle mit einem Brief an die zuständige Berner Gemeinderätin Regula Rytz (GB). Deren Generalsekretär Stefan Schwarz verspricht: «Wir tun, was in unserer Macht steht» (siehe Interview). Zuvor hatte sich die Direktion Rytz lange Zeit gegen Sicherungsnetze ausgesprochen. Trotzdem überwies der Stadtrat am 15.Oktober eine Motion, welche die Montage solcher Netze bis Ende 2011 fordert (wir berichteten).
«Die Ausrede, solche Sicherungsnetze würden das Problem verlagern, zählt nicht», sagt Annette Geissbühler. «Es geht um den Schutz unserer Schulkinder.»
Menschen in Not erhalten Hilfe unter der Telefonnummer 143. (Berner Zeitung)
Erstellt: 19.11.2009, 14:49 Uhr
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71 KOMMENTARE
Ich ging heute Donnerstag 10.12.09 wie so oft über Mittag an der Aare joggen. Bewegung. Friche Luft. Das tut mir gut. Nichtsdenkend und 4-5 Meter vor mir prallt plötzlich ein Körper auf die Uferstrasse. Ob mir die hohe Lorrainebrücke. Ich bin unter Schock. Rufe um Hilfe. Wie kann ich mit diesem Gefühl von Fall, Aufprall und Blick in leere Augen umgehen? Sollen das in Zukunft auch andere erleben?
Denke Netze werden da nicht viel nützen. Besser wäre wohl Menschen allgemein anständiger zu behandeln. Man kann ja auch nicht die Autos verbieten, überall können Lebensmüde vor ein Auto jucken.
Von der Kornhausbrücke springen jede Woche 1 - 2 Personen, dazu kommt die Kirchenfeldbrücke. Die Presse sollte mal recherchieren und einen Bericht schreiben , weshalb die Selbstmordrate in Bern und/oder der Schweiz so hoch ist. Verglichen mit anderen Ländern ist die Anzahl Suizide extrem hoch. Ich bin der Meinung, dass das Leben hier und heute nicht rosig ist; im Gegensatz zu früher.
Ich war vor Ort , war derjenige der die 117 gewählt hat. Kommentare wie von Robert Moser (Die Eltern müssen die Kinder so erziehen, dass die Kinder auf solche Ereignisse vorbereitet sind. Dann ist es nicht mehr so schlimm) entzsetzen mich dann wirklich! Sie habe ja keine Ahnung! Haben Sie je so etwas miterlebt, geschweige denn mit ansehen müssen?
verabscheuungswürdig, wie versucht wird, die SVP hochzuloben oder gegen Frauen in Ämtern gewettert wird. Ein Mann hätte es nicht besser gemacht! @ Herr Schwarzenbach: wie ironisch ist es, zu sagen, man kann niemanden vor dem Leben schützen, wenn es darum geht, dass Menschen sich selbiges vor den Kindern nehmen! Wollen Sie, dass Ihre Kinder zertrümmerte Knochen und Leichenteile sehen müssen?
ich glaube es nicht, dass hier Leute argumentieren, Selbstmörder fänden immer einen Weg etc.. es geht hier darum, dass KINDER sich dieses Szenen anschauen müssen, und DAS muss verhindert werden!
Finde das eine super Sache mit den Netzen. Als Anwohner seit kanpp 3 Wochen wurde ich bereits am 3. Tag nach Einzug mit einem Selbstmord konfrontiert. Spezielle Sache... Leider ist nicht zu erwarten, dass diese Netze in nützlicher Frist da sein werden - sprich wir können noch zu lange darauf warten, denn wer springt schon von einer Brücke, wo man sich gar nicht das Leben nehmen kann?
Mit Schrecken stelle ich fest, dass manche Beitraege Selbstmord als fast "normal" darstellen. Jeden Tag sterben in der CH ca. 3 Menschen durch Selbsttoetung, eine der hoechsten Raten weltweit. Mehr Praevention und Diskussionen zum Thema sind dringend notwendig. Depression z.B, die zu Suizid fuehren kann, ist behandelbar. Dazu muss die Stigmatisierung von Menschen mit psych. Krankheiten fallen.
Mal ehrlich... wenn sich jemand das Leben nehmen will, dann findet er immer eine Möglichkeit. Ich kann auch nicht nachvollziehen, warum jemand lieber von einer Brücke springt als unter Medikamenteneinfluss sanft zu entschlafen? Und warum eine 50-100m Brücke? 10 Meter reichen da völlig. Alles was grösser als 10m ist mit Netzen absichern? Rasierklingen nur gegen Rezept vom Barbier? Was noch?
Ich kenne die Brücke nicht - aber frage mich ob das "Problem" mit Netzen gelöst wird. Es wird immer Leute geben, die "Selbstmorde" miterleben werden, ob als Nachbar, in Schulen, als Zugführer oder Spaziergänger unter Brücken! Dazu scheinen nicht die "Selbstmörder" das Problem zu sein - sondern die Lebenden! Ist das wirklich nur eine Ausrede, dass die Netze das "Problem" einfach verlagern?
Alle, die gegen diese Netze etwas einzuwenden haben, sind am 15. November nachmittags nicht auf der Nydeggbrücke, auf der Seite Bärenpark gewesen. Was sich dort abspielte ist wirklich fast nicht glaubhaft. Da gibt es doch tatsächlich Erwachsene, die Kleinkinder auf des Brückengeländer setzen, um in den Bärenpark hinunter zu sehen und das ohne irgend einen Halt. Auch auf diese Brücke gehören Netze!
@ Margo Schwarz...Ich gebe ihnen mein Wort, dass niemand der Zuschauer dies nachmacht..
suizid ist weder feige noch egoistisch, sondern das produkt einer gesellschaft, in der viele menschen keinen platz haben, und dies oft nur, weil sie anders funktionieren, als es der norm entspricht. ich denke nicht, dass dieser mann schulkinder traumatisieren wollte und wünsche ihnen für die verarbeitung viel kraft. möge der mann in frieden ruhen
Ich hoffe sehr, dass die Herren Reporter für einmal etwas tiefer recherchieren und die Diskussion zum "warum" anreissen. Und vielleicht zu unserer so "gesunden" Gesellschaft vorstossen. Warum finden denn gewisse Menschen keinen Platz darin? Wohl kaum, weil einfach all jene todkrank sind und Hilfe von der so "Menschlichen" Hilfeorganisation wie Exit benötigen...
@Andreas Kindler und nach einer Woche ist alles versprayt oder zerkratzt und man hat keine Aussicht mehr....
Man muss unbedingt zwei Dinge auseinander halten bei dieser Diskussion: Einerseits den Suizid einer Person bezw. die Suizidrate in der CH überhaupt und andererseits die Situation für unbeteiligte Dritte, die sich aus diesen Suiziden ergeben. Dass Lokführer, Schulkinder etc. "hineingezogen" werden, ist unhaltbar (und bitte auch die Retter und Aufräumer nicht vergessen!)
Und was soll ein Netz bringen? Da kann man sich auch wieder rauswälzen und weiter fallen lassen...
Was für ein peinlicher Bericht. Wieso weinten nur die Mädchen? Toll auch in dem Zusammenhang die Formulierung vom Stein der ins Wasser fällt und Kreise zieht. Und schon kommen wieder die Sicherheitsfanatiker, die alles am liebsten Abgerigelt haben wollen. Vor allem im der die hirnrissige Argumentation: Für die Kinder muss alles getan werden, da müssen alle anderen Rechte hintenanstehen.
In einer Gesellschaft, in der das Innenleben der Schlachthöfe und der Tod an sich völlig tabu sind, in der Menschen mit seelischen Krisen wie Aussätzige behandelt werden, und in der selbst die schlimmsten existentiellen Probleme der Individuen als 'Chance' schöngeredet werden, darf es nicht verwundern, dass miterlebte Ereignisse wie dieses bei den Betroffenen zu einem tiefen Schockzustand führen..
Warum nicht längs des Brückengeländers eine 3 m hohe Glaswand errichten? Diese wäre sehr effizient und ästhetisch kaum auffallend.
@Robert Moser: Gut haben wir darüber gesprochen! Sind Sie sich da ganz sicher, dass das hilft?? Wer kennt schon die Verletzlichkeit der andern, geschweige denn die der Kinder! Und wenn ich daran denke, worüber Eltern mit ihren Kindern sehr oft gerade nicht sprechen, wird mir schon schwindlig. Aber wenn Sie meinen, dass "Zähne zusammenbeissen" hilft, dann kostet das ja weniger als ein paar Netze...
Selbstmörder sind ein Phänomen unserer Ego- und Eventgesellschaft. Selbstmord ist der ultimative Ego-Trip ohne Rücksicht auf Lokführer (wie im Fall jenes Goalies) oder eben Schüler/-innen. Dies mit Netzen zu erschweren scheint mir eine gute Idee.
@ Andreas Gerber - Gewiss, gewiss! Dennoch ist es dort bei der Münsterplattform absolut nicht nur für potentielle Selbstmörder/innen gut. Denn wer die Plattform und die Mauer vorne kennt, weiss, wie unglaublich tief die ist. Sitzt man drauf, kann man fliegen, wird man 'aus Spass' geschubst, fliegt man runter, ist man/frau alkoholisiert, dann sowieso. Also dort ist es allemal angebracht!!!
Die Eltern müssen die Kinder so erziehen, dass die Kinder auf solche Ereignisse vorbereitet sind. Dann ist es nicht mehr so schlimm.
Ich bin dafür Fangnetze an kritischen Stellen zu bauen um Unbeteiligte (vor allem Kinder) zu schützen. Dies im Bewusstsein dass damit das eigentliche Problem nicht gelöst wird. Was mich aber hoffnungsvoll stimmt sind einige Kommentare hier drin die den Zusammenhang zu einer würdigen und für alle Menschen zugänglichen Sterbehilfe aufzeigen. Denn darum geht es schlussendlich.
1300 Suizide in der CH / Jahr. Da könnte jeden Tag über Fälle geschrieben werden. In der CH existiert keine Suizidprävention und überlebte Suizidversuche werden statistisch nicht erfasst. Netze anbringen würde die Problematik auch nicht lösen, wäre hingegen ein gutes Geschäft für Netzhersteller und weitere. Buchempfehlung: "Suizid (von M. Otzelberger)". Genug Infos gibts auch im Internet.
@Stephan Bögli es ist bestätigt, dass jemand der Selbstmord begehen möchte, springt und in einem Fangnetz landet zum grössten Teil nicht wieder aufsteht und nochmals den Mut aufbringt um zu springen. Beim Münster haben wir ja dieses Problem des zweiten Sprunges auch nicht mehr.
wie soll das mit den Netzen denn funktionieren? Man fällt also zuerst in das Netz, klettert dann zum Rand des Netzes und fällt erst dann bis auf den Boden?
cristiano safado 10:23: Finde ich einen super Vorschlag, sollen die Denkmalschützer die Leichenteile zusammen wischen, vielleicht verändern sich dann die Prioritäten. Ich wünschte mir auch mal für die ganze Welt, keine wichtigeren Probleme im Leben zu sehen als Denkmäler zu schützen.
Traumatisierte Kinder, Brücken ohne Netze... Eine sehr oberflächliche Betrachtungsweise! Aber wenn die Netze in unserer Gesellschaft nicht mehr greifen, soll es jedem von uns freistehen, einen würdigen Abgang machen zu können. Deshalb unterstütze ich seit Jahren die Bemühungen von Exit oder Dignitas. Ich hoffe auf ein Umdenken in der Politik... Das Anliegen ist ein Dringendes!
@ Werner Müller: Sie sagen "Es geht weiss Gott diskreter, als von der Brücke zu springen oder von den Zug zu werfen". Frage an Sie: Wie sieht das denn aus? Sich im Rhein ertränken, bis man in Birsfelden aus dem Kraftwerksrechen gefischt wird? Autounfall bauen? Ach so, diskret die Luft anhalten. Ja, daran sind schon viele gestorben.
@Beni Schwarzenbach: Es geht nicht um abschotten, sondern das Bild eines Menschen, der vor Ihren Augen auf den Boden prallt zu verhindern. Wie bitte bereitet man Kinder oder Erwachsene darauf vor?!! Durch Gewohnheit? Wer braucht denn schon Betreuung, wie? Aber Sie scheinen zu wissen, mit sowas umzugehen lerrnt. Bitte schön...ein paar Tipps für diese Kinder!
Auch die Netze bei der Münsterplattform wurden seinerzeit mit dem Argument montiert, man müsse die unterhalb der Plattform lebenden Anwohner vor dem grauslichen Anblick eines zerschmetterten Menschenkörpers schützen. Auf die Anzahl der Suizide werden sich Netze an den historisch wertvollen Berner Brücken nicht auswirken, die bewussten Sprünge aus dem Leben findet dann halt anderswo statt...
Ich finde es entsetzlich, dass jemand mit dem Thema Freitod ein Politikum zu machen versucht! Die Kirchenfeldbrücke ist leider schon seit langem ein Ort des Abschieds. Seitdem bei der "Pläfe" Netze aufgespannt sind, habe ich dort noch nie von einem Suizid gehört. Wie üblich wird die Kosten/Nutzen-Rechnung aufgestellt, wie zynisch das ist! Aber das Schicksal ist nicht so billig zu haben.
Ein Netz?! So ein Witz! So gumpe ich zuerst ins Netz, dann in die Tiefe. Ganz einfach. Oder ich hechte von der Aussichtsplattform des Münsters runter. Oder von der Schanze. Vom Inselspital, auch hoch genug. Und, und, und... So montieren wir um jedes Gebäude, das höher als 4m ist ein Netz? Gute Lösung!
@ Werner Müller: Feige Selbstmörder? Die Schüler tun mir leid! Es müssen Lösungen gefunden werden. Da der Bundesrat für die Verschärfung der Suizdhilfe ist, sind wir dankbar für Ihre "diskreten" Tips. Diese sollten auch für Chronischkranke, wie Tetraplegiker, anwendbar sein. Leiche unversehrt, ohne Blut, menschenwürdiges Sterben.
Solche Suizide sind ein letzter Aufschrei eines Menschen um beachtet zu werden und passieren in der Regel sehr spontan.Solche Menschen werden kaum je zu Dignitas gehen auch wenn diese Möglichkeit bestehen würde. Also vergisst endlich diese Geschäftlimacherei mit dem Tode. Ich kann mich nur dem Kommentar von Caroline Tschäppät anschliessen.
@Beni Schwarzenbach, @Jakob Denzler: 100% d'accord.
1 Immer wieder (z.B. bei der Armeewaffendiskussion) kursiert der Irrglaube, dass wer sich umbringen will, dies sowieso tut. Das ist sehr kurzsichtig und entspringt wohl einem falschen Verständnis von Suizidgefährdeten. In Wahrheit versucht es beigescheiterten Suiziden nur ein kleiner Teil nochmals, sie meistern ihre Krise, wenn man ihnen die Gelegenheit gibt, nochmals darüber nachzudenken (sprich
Wieder mal ein Zeichen, welche Auswüchse unser Denkmalschutz genommen hat. Das wird ausser bei ein paar Schweizern in der ganzen Welt Kopfschütteln hervorrufen. Es gibt noch viele solch denkmalgeschützten Sinnlosigkeiten, wie z.B. die Brücke über den Rhein, die jahrelang gesperrt wird, weil der Denkmalschutz gegen eine Erhöhung des Belages kämpft. Dieser Verein gehört dringend abgeschafft.
Die verbissenen Kritiker der Sterbehilfe wird hier vor Augen geführt, welchen Ausweg die Suizidwilligen sonst wählen. Entweder wird ein Lockführer traumatisiert oder zufällig anwesende Fussgänger. Aufregen hilft nichts, an der Urne das Gehirn einschalten. Die Verantwortlichen nicht mehr wählen, das gilt auch für die Denkmalschützer mit solch kranken Ideen.
Eher sollte man sich jetzt fragen, warum sich dieser Mensch umgebracht hat. Das könnte man auch in der betroffenen Schule tun. Warum hat sich dieser Mensch umgebracht? Ans Licht damit. Ich bin sicher, dass da Sachen zum Vorschein kämen die manche nicht Wahrhaben wollen und plötzlich sind die Sicherungsnetze für anderes bestimmt.
Die Mädchen weinten. Und jemand anderer war kurze Zeit vorher dermassen verzweifelt, dass er seinem Leben ein Ende gesetzt hat. Ein Fangnetz, bitte, damit die Mädchen wieder fröhlich sein können und der Boden nicht mehr aufgewischt werden muss.
@Stephan Bögli: habe ich mich auch schon gefragt. Die Brücken müssten ja richtig gehend eingezäunt und überdacht werden, damit niemand mehr springen kann. Oder?
Mit dem Anbringen von Netzen wird sicher kein Freitod verhindet und die Prävention hat sicher Vorrang. Doch das Problem bei diesem Fall in Bern ist ja nicht der Freitod an sich, sondern das die Schulkinder dies 1:1 miterleben mussten. Das die Schulkinder nun mit diesem Trauma leben müssen ist absolut unnötig und hätte mit dem anbringen von Netzen auf einfache Art und Weise verhindert werden können
@ Caroline Tschäppät - Genau, Sie haben recht! Doch nach dem Suizid von Robert Enke wird nun ausgiebig über die Themen Suizid und vor allem Depressionen diskutiert...gut so! Leider Tabu-Themen in unserer auf Leistung und 'Es geht mir immer gut'-Gesellschaft!
Wieder einmal steht die Symptombekämpfung im Mittelpunkt. Niemand denkt an die Ursachenbeseitung. Das wird nur noch durch die Kälte des Hrn. Denzler überboten, der ein Recht auf selbstbestimmten Tod fordert. Es fehlen nur noch Frau Gallade und Allemann, die neben dem Waffen- ein Brückenverbot fordern. Unsere Gesellschaft ist echt krank und sie merkt es nicht einmal.
und was ist wen es ein Schüler mal nach macht was dann?
In den letzten vier Wochen sind von der Kornhaus- und Kirchenfeldbrücke 4 Menschen gesprungen. Meistens sind dies Affekthandlungen und nicht geplant. Die Leute springen auch nicht über dass Geländer, sondern lassen sich einfach fallen. Netze könnten auf jeden Fall abhilfe schaffen, da bei einem Affekt die jetzige möglichkeit zum springen nicht vorhanden wäre.
Mit der Diskussion über Fangnetze wird die Frage, weshalb sich so viele Menschen in der Schweiz das Leben nehmen, wieder mal völlig verdrängt. Passt aber auch irgendwie in unsere immer oberflächerlichere Fastfood-Gesellschaft voller Hirschmänner und anderen unwichtigen, zu Ikonen emporstilisierten Figuren und Dingen. Das Leben scheint für viele anscheinend nicht lebenswert... eine ernste Anklage!
Denkmalschutz oder Schutz Dritter? Die Frage dürfte eigentlich gar nicht gestellt werden. Beim Schutz Dritter müssten Einsprachen grundsätzlich ausgeschlossen werden. Allenfalls zuzulassen wäre ein Mitspracherecht des Denkmalschutzes bei unterschiedlichen Varianten von Schutzvorrichtungen. Vielleicht sollte zukünftig der Denkmalschutz statt die Sanitätspolizei die Teile der Selbstmörder zusammen..
Wegen solch seltenen Zwischenfällen alle Brücken, Brüstungen, Türme etc. etc. zu verschandeln ist unverhältnismässig und abzulehnen. Direkt über dem Steg kann ein Schutz montiert werden für die Schüler und übrigen Fussgänger.
Simon Reuti, haben Sie keinen Funken Mitgefühl? Es geht hier nicht um Ihren Sinn für Ästhetik.
Es kann nicht sein, dass andere Menschen davon betroffen werden wenn jehmand den Freitot will schon gahr nicht bei einer Schule. Wenn ich Kinder hätte würde ich meine Kinder nicht mehr dort in den Unterricht gehen lassen bis Netze angebracht sind.
Die Tragik eines Selbstmordes geht in der Diskussion über Brückennetze völlig verloren. Viel wichtiger wäre es diese Selbstmorde zu verhindern. Wie fest müssen diese Menschen leiden, dass sie sich für diesen Schritt entscheiden. Darum müssten wir uns kümmern. Mein Beileid für die Familie des/r Betroffenen sowie den Eltern dieser Mädchen. Ich hoffe, dass sie diesen Schreck verarbeiten können.
Die wahren Fangnetze wären, dass Freitodwillige sanft und würdig sterben dürften, und sich nicht vor Züge werfen, von Brücken springen oder sich aufhängen müssen. Abgabe des Todes-Medikaments, nach vorgängiger mind. 3monatiger Beratung/Fachgespräche bei neu zu schaffender Stelle, die grundsätzlich Menschen das Recht auf selbstbestimmtes Lebensende zugesteht.
Ich als Stadtberner finde es einfach schade, wenn an unseren schönen denkmalgeschützten Brücken überall Netze hängen müssen!
Diese Situation sollten sich mal diese Leute vor Augen führen, die gegen Exit/Dignitas kämpfen. Suizid wird es immer geben und es ist die Pflicht einer modernen Gesellschaft die Möglichkeit zu schaffen dies in Würde tun!
Einfach traurig! Kann mich erinnern, wie nach dem Suizid von Mélisande Pulver vor 20 Jahren viele auch von der Münsterplattform gesprungen sind. Da sie die Tochter von Lilo Pulver war, war der Nachahmungseffekt wohl noch grösser. Doch gut, sind dort schon einige Jahre ENDLICH Netze! Sieht zwar nicht so schön aus, doch wenn so Suizide verhindert werden können: wohl bekomm's!
Ich frage mich schon, wie lange das dauert, bis diese Netzte endlich installiert werden. Wenn ich sehe, wie schnell das Rauchverbot umgesetzt wurde, frage ich mich schon, ob alle Probleme mit dem gleichen Engagement verfolgt werden.
Ein Freitod ist immer tragisch, man fange jedoch bei den Wurzeln an. Netze, Netze und nochmals Netze lösen die Probleme nicht, auch wenn Frau Schuldirektorin Annette Geissbühler das nicht wahr haben will. Wer sich in den Kopf gesetzt hat, seinem Leben ein Ende zu bereiten, der wird durch nichts aufzuhalten seit, ansonsten wir auch alle Eisenbahnlinien, Gewässer etc. einzäunen mussten.
Vielleicht kann mir mal jemand erklären, was diese Netze gegen Selbstmörder bringen sollen. Was sie gegen Unfälle wirken, ist mir klar. Aber Bern hat ja nicht ein Problem mit Leuten, die über die Geländer fallen sondern eins mit solchen, die davon runterspringen. Was hält die nun davon ab nun einfach zwei mal zu springen, einmal vom Geländer und einmal vom Netz. Oder stelle ich mir das falsch vor?
Die Berner Behörden schlafen weiter. Erst wenn ein Kind mit in den Tod gerissen wird, drehen Sie sich vielleicht auf die andere Seite. Man kann alles wegreden. Einfach eine Schande (von den feigen Selbstmördern ganz zu schweigen). Es geht weiss Gott diskreter, als von der Brücke zu springen oder von den Zug zu werfen!
Richtig, Netze würden das Problem nur verlagern . Wenn sich einer umbringen will macht er es auf die eine oder andere weise. Netze schützen höchstens, in diesem Fall, die Mitschüler davor direkt betroffen zu sein. Einen Selbstmord verhindern sie jedoch nicht. Wo will man die Netze den anbringen ? Ganz oben ? Dann kann man ja immer noch vom Netz aus springen - ganz unten bringen sie nichts viel.
Zum Interview mit Stefan Schwarz: Denkmalpflege ist OK, aber es kann nicht sein, dass sie durch ein Verbot von Sicherungsnetzen Brücken-Suizide ermöglicht.
Selbstmordbrücke wird per Dankmalschutz geschützt, nicht zu fassen auf was die Menschheit alles kommt.
Netze ja, niederschwelliger Zugang zu Sterbehilfe gehört aber genauso dazu.
Ich habe nichts dagegen, wenn eine Person den Freitod wählt. Es kann aber nicht sein, dass andere Menschen davon betroffen sind, welche nichts mit dieser Person zu tun haben. Hier hat der Schutz von Kinder absolute Priorität! Es ist schon krass genug, wenn ein Mensch keinen anderen Ausweg mehr sieht. Aber dies darf andere nicht tangieren, tut mir leid für die Schüler, that`s life.
Es muss immer zuerst etwas passieren, dann wird hoffentlich gehandelt. Bringt die SVP etwas vernünftiges wird nur gelacht, wären Netze dort gewesen, wäre dies nicht passiert. Auch die zuständige Gemeinderätin Rytz hat sich dagegen ausgesprochen, Sie soll jetzt auch die Verantwortung übernehmen. Einmal mehr eine Frau die in ihrem Amt übergfordert ist.
So tragisch dieser Fall auch ist - der Pseudo-Aktivismus der hysterischen Eltern und Schulleiterin wird nicht zur Beruhigung beitragen, sondern im Gegenteil eine permanente Angst vor Unvorhergesehenem schüren. Wir können uns und unsere Kinder nicht von allem Schlechtem in Welt abschotten, wir müssen lernen, mit solchen Erlebnissen umzugehen. Man kann die Menschen nicht vor dem Leben schützen!
Die SVP kämpft seit Jahren für Netze unter den besagten Brücken. Stadtrat Erich Hess ist es vor einigen Wochen gelungen den Stadtrat zu überzeugen, seine Motion zu überweisen. Darüber wird leider noch einige Zeit wenn nicht Jahre diskutiert. Zugegeben es ist nicht einfach eine Lösung zu finden. Auf dem Mond sind wir schon vor 50 Jahren gelandet. Mit gutem Willen und Verstand löst man auch dies.
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