Chinesen stürmen «schmutzige» Solarfabrik

Nach mehrtägigen, teilweise gewaltsamen Protesten haben die Behörden eine Fabrik für Solarpanels in China geschlossen. Die aufgebrachten Dorfbewohner machen die Firma für Umweltverpestung verantwortlich.

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Mehrere hundert Dorfbewohner im Osten Chinas haben nach amtlichen Angaben gegen Umweltverschmutzung durch eine Fabrik für Solarpanele protestiert. Einige von ihnen hätten das Fabrikgelände von Zhejiang Jinko Solar in dem Dorf Yuanhua gestürmt und Fahrzeuge umgestürzt, berichtete die Stadtverwaltung von Haining in der Provinz Zhejiang.

Sie habe das Unternehmen angewiesen, die Produktion auszusetzen. Die Entsorgung der Industrieabfälle der Fabrik entspreche nicht den seit April geltenden Vorschriften, zitierte die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua einen Behördenvertreter.

Von Donnerstag bis Samstag hatten Bewohner des Dorfes Hongxiao gegen die Fabrik protestiert, nachdem in einem nahegelegenen Fluss eine grosse Zahl toter Fische gefunden worden war. Die Demonstranten machen Industrieverschmutzung auch für 31 Krebserkrankungen von Anwohnern verantwortlich.

Mutterfirma in New York kotiert

Zhejiang Jinko Solar, die nach eigenen Angaben mehr als 10'000 Mitarbeiter in den Provinzen Jiangxi und Zhejiang beschäftigt, ist eine Tochterfirma der an der New Yorker Börse gelisteten Jink Solar Holding. Anrufe der Nachrichtenagentur AP sowohl bei der Fabrik in Zhejiang und der Holding wurden gestern nicht beantwortet

Der Protest deutet auf eine zunehmende Bereitschaft chinesischer Bürger, gegen Umweltverschmutzung in ihrer Region auf die Strasse zu gehen. Im vergangenen Monat demonstrierten 12'000 Einwohner der nordostchinesischen Hafenstadt Dalian gegen eine Chemiefabrik, deren Deich bei einem Sturm gebrochen war. Sie befürchteten eine Vergiftung des Wassers mit Chemikalien. Die Behörden setzten Bereitschaftspolizei ein und versprachen, die Fabrik zu verlegen.

Eine Dorfbewohnerin in Yuanhua sagte am Telefon, die Bewohner wollten das Solar-Werk nicht haben, «weil seine Abwässer den Fluss verschmutzen und viele Fische verendet sind.» (rub/dapd, afp)

Erstellt: 19.09.2011, 15:19 Uhr

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