Panorama

Chinesische Polizei schiesst auf Tibeter-Mönch

Aktualisiert am 28.02.2009 8 Kommentare

Der Mönch zündete sich gestern aus Protest gegen die chinesische Regierung an. Polizisten schossen daraufhin auf den unbewaffneten Mann – Tibeter weltweit sind in Aufruhr.

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Aba, Sichuan

Das berichteten heute Tibet-Aktivisten und Augenzeugen. Ob der Mönch noch am Leben war, war unklar. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua hat die Meldung inzwischen bestätigt.

Ein Mann in Mönchkleidung sei am Freitagnachmittag aus dem Kloster Kirti in der Stadt Aba gekommen und habe sich auf der Strasse angezündet, berichtete Xinhua unter Berufung auf die örtliche Vorsitzende der Kommunistischen Partei, Shi Jun. Diese sagte demnach, die Polizei habe das Feuer gelöscht. Der Mann sei mit Brandwunden am Hals und am Kopf ins Spital gebracht worden.

Zugang zu Kloster verwehrt

Laut dem New Yorker Verein «Students für a Free Tibet» geschah der Zwischenfall in der Nähe des Klosters Kirti, als die Beamten etwa tausend Mönchen den Zugang zum Gelände verwehrt hätten. Demnach folgten die meisten Mönche daraufhin dem Rat ihrer Ältesten, auseinanderzugehen.

Einer von ihnen, der eine tibetische Flagge mit dem Bild des Dalai Lama getragen habe, habe sich jedoch angezündet. Polizisten hätten drei Mal auf den Mönch geschossen. Auch der ebenfalls in den USA ansässige Verein «International Campaign for Tibet» berichtete von dem Vorfall.

Angespannte Situation

Angesichts des bevorstehenden 50. Jahrestags des gescheiterten Aufstands der Tibeter gegen Peking steigt die Anspannung in China. Bereits im März 2008 hatte es anlässlich des Jahrestages und mit Blick auf die Olympischen Spiele in Peking Unruhen gegeben, bei deren Niederschlagung nach tibetischen Angaben mehr als 200 Tibeter starben.

(oku/sda)

Erstellt: 28.02.2009, 12:33 Uhr

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8 Kommentare

Daniel Hediger

28.02.2009, 11:38 Uhr
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China fühlt sich offensichtlich im Windschatten der Weltwirtschaftskrise und nach den Olympischen Spielen wieder sehr souverän und unbeobachtet - nicht zuletzt nachdem auch die neue US-Aussenministerin bei ihrer kürzlichen Stippvisite die desolate Menschenrechtslage nicht einmal am Rande ansprechen wollte. Dass China in der EU und auch in der Schweiz in den vergangenen Wochen jeweils der Rote Tepp Antworten


Karl Klingler

28.02.2009, 12:10 Uhr
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Bei der Niederschlagung der Unruhen vor einem Jahr seinen "nach tibetischen Angaben mehr als 200 Tibeter" gestorben? Und was ist mit den muslimischen Hui-Chinesen, die von Tibetern in ihren Läden in Lhasa bei lebendigem Leib verbrannt wurden? Wer soll glauben, was Exiltibeter fern der Heimat alles erzählen, wenn der Tag lang ist? Auf "Tibet-Aktivisten" als Nachrichtenquelle pfeiffe ich jedenfalls. Antworten



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