Costa Concordia wird in einem Stück geborgen

Das havarierte Kreuzfahrtschiff soll Anfang Mai gehoben und in einen italienischen Hafen geschleppt werden. Die Bewohner der Küste sorgen sich um die Umwelt und befürchten finanzielle Einbussen.

Der Alltag ist wieder eingekehrt: Ein Schwimmer vor dem Wrack der Costa Concordia vor Giglio. (9. April 2012)

Der Alltag ist wieder eingekehrt: Ein Schwimmer vor dem Wrack der Costa Concordia vor Giglio. (9. April 2012) Bild: Keystone

Feedback

Tragen Sie mit Hinweisen zu diesem Artikel bei oder melden Sie uns Fehler.

Das vor der italienischen Insel Giglio auf Grund gelaufene Kreuzfahrtschiff Costa Concordia soll in einem Stück gehoben werden. Das Bergungsunternehmen Titan Salvage habe die Ausschreibung zur Bergung des Wracks gewonnen, teilte die Reederei Costa Crociere heute mit.

Anfang Mai solle mit den Arbeiten begonnen werden und sie würden wohl ein Jahr dauern, hiess es. Nach der Hebung soll das Schiff in einen italienischen Hafen geschleppt werden. Die italienischen Behörden müssen dem Plan noch zustimmen.

Zwei Personen werden noch vermisst

Am 13. Januar lief die Costa Concordia vor Giglio auf ein Riff auf. Das Schiff neigte sich zur Seite und liegt seitdem halb versunken auf den Felsen im Wasser. 32 Passagiere und Besatzungsmitglieder kamen bei dem Unglück ums Leben. Zwei Personen gelten noch immer als vermisst. Ende März wurden die Arbeiten zum Abpumpen des Treibstoffs beendet.

Auch bei der Bergung werde der Schutz der Umwelt höchste Priorität haben, teilte die Reederei mit. Bewohner der Insel vor der toskanischen Küste sind besorgt, die Bergungsarbeiten könnten den für die Insel so wichtigen Tourismus beeinträchtigen. «Wie auch bei der Bergung des Treibstoffs haben wir uns darum bemüht, die beste Lösung zu finden, um die Insel und die maritime Umwelt und damit den Tourismus zu schützen», sagte Costa-Chef Pier Luigi Foschi.

Das in Pompano Beach im US-Staat Florida ansässige Unternehmen Titan Salvage hat den Informationen auf seinen Webseiten zufolge seit 1980 mehr als 350 Wracks gehoben. Für die Bergung der Costa Concordia will das Unternehmen mit der italienischen Firma Microperi zusammenarbeiten, die auf Bauarbeiten unter Wasser spezialisiert ist. (fko/dapd)

(Erstellt: 21.04.2012, 16:05 Uhr)

Bildstrecke

Artikel zum Thema

Die Costa Concordia gibt langsam ihre Toten frei

Ende letzter Woche hatten Behörden im havarierten Kreuzfahrtschiff fünf weitere Leichen geortet. Diese konnten nun aus dem Wrack geborgen werden. Noch gibt es Vermisste an Bord. Mehr...

Weitere Tote auf der Costa Concordia entdeckt

Die Gefahr einer Umweltkatastrophe vor Italiens Küste ist gebannt. Das letzte Schweröl aus dem havarierten Schiff wurde abgepumpt. Gleichzeitig wurden fünf Leichen entdeckt. Noch muss die Costa geborgen werden. Mehr...

Schettino will sich rein schreiben

Der schwer angeschlagene Kapitän der havarierten Costa Concordia, Francesco Schettino, schreibt an einem Buch über das Schiffsunglück. Offenbar hat ein US-Verlag Interesse an der Veröffentlichung. Mehr...

Die Welt in Bildern

Auf Tuchfühlung: Anhänger der rechtskonservativen Bharatiya Janata Partei, winken an einer Wahlveranstaltung im indischen Varanasi dem Spitzenkandidaten Narandi Modi zu. (24. April 2014)
(Bild: Sanjay Kanojia) Mehr...