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Das Geschäft mit den Geisel-Videos
Aktualisiert am 28.12.2011 5 Kommentare
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Fast sechs Monate nachdem die beiden Berner David O. und Daniela W. von pakistanischen Taliban entführt worden waren, tauchte gestern ein neues Video der beiden Geiseln auf. Die Aufzeichnung mit den entführten Schweizern war bei einem Fotographen der Bildagentur EPA gelandet.
Dorthin, so berichtet die Zeitung «Le Temps», gelangte das Video über Unterhändler. Doch gratis sollen diese die Aufnahmen der Taliban nicht weiterverbreitet haben. Zwischen 3000 und 35'000 US-Dollar verlangen sie nämlich für den Film.
Gescheiterter Handel
Die einzige Verbindung zwischen den Geiseln und der Aussenwelt bestehe aus einem komplizierten und unüberschaubaren Netz von Boten und Händlern, die nicht unähnlich einer Reihe von Relaisstationen, die Video-Botschaften der Presse zukommen lassen. «Das Paket mit der CD, auf welcher Bilder mit den Schweizern war, wurde vor die Tür eines lokalen Journalisten gelegt», erzählt ein Eingeweihter der Zeitung. Nähere Details will man nicht preisgeben. Die Region sei äusserst gefährlich.
Das Video sei der Agentur EPA für 20'000 bis 30'000 US-Dollar angeboten worden, weiss die Quelle von «Le Temps» zu berichten. EPA selber will für die veröffentlichten Screenshots jedoch nichts bezahlt haben. Das Video sei nach wie vor nicht öffentlich zugänglich, da sich bisher niemand dazu bereit erklärt habe, die Aufnahmen zu kaufen. Vermutet wird, dass der Preis noch sinken werde. Zwei andere Aufzeichnungen, welche im Oktober an die Öffentlichkeit gelangten, waren für geschätzte 3000 US Dollar gekauft worden.
Schon damals hatten die Unterhändler versucht, die Videos für rund 35'000 Dollar an den Sender al-Jazeera zu verkaufen. Doch dieser hatte kein Interesse gezeigt, weshalb sie schliesslich gezwungen waren, die Preise zu senken.
Freilassung von Taliban
Die Schweizer waren Anfang Juli im Nordosten Belutschistans entführt worden. Sie waren in einem Campingbus unterwegs und wollten in den Bergen des Distrikts Loralai übernachten. Die Region gilt als wichtige Transitroute der radikal-islamischen Taliban zwischen dem pakistanischen Stammesgebiet Süd-Waziristan und Afghanistan.
Ende Oktober tauchten bereits zwei Videos - eines vom August und eines vom September - auf, in denen die Geiseln die Regierungen der Schweiz und Pakistans um die Erfüllung der Taliban-Forderungen anflehen.
Im ersten Video forderten die Geiselnehmer die Freilassung der in den USA inhaftierten Pakistanerin Aafia Siddiqui und der Taliban- Gefangenen in Pakistan. Im zweiten Video verlangten sie die Freilassung der Mujahedin aus den Gefängnissen Pakistans.
Von Geldbeträgen war in beiden Videos nicht die Rede. Rund einen Monat nach dem zweiten Video forderten die Geiselnehmer aber drei Millionen Dollar und die Freilassung von 100 Taliban. (kpn)
Erstellt: 28.12.2011, 23:17 Uhr
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5 Kommentare
Es macht einem irrsinnig wütend, wenn man bedenkt, was diese Dummbeutel an Elend bewirken: 100 Talibans werden wieder auf die (vor allem weibliche) Menschheit losgelassen, und ein Riesenlösegeld fliesst, welches auch wieder hilfreich ist für weiteres tödliches Unheil. Und ganz sauer machen hiesige Gutmenschenbeiträge, die mit diesen Mörderhandlangern auch noch Mitleid haben. Antworten
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