Panorama

Dead Bull

Von Reto Hunziker. Aktualisiert am 16.11.2009

Ueli Gegenschatz ist nicht der erste Extremsportler, der an einem Red-Bull-Event tödlich verunglückte. In den letzten zwei Jahren starben mindestens drei weitere Sportler, die vom Getränke-Produzenten gesponsert wurden.

Spiel mit dem Tod: Ueli Gegenschatz, hier bei einem Sprung im Wingsuit 2005, starb an einem Red Bull-Event.

Spiel mit dem Tod: Ueli Gegenschatz, hier bei einem Sprung im Wingsuit 2005, starb an einem Red Bull-Event.
Bild: Keystone

Verstarb mit 14 Jahren: der Motorrad-Rennfahrer Toriano Wilson.

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Gefährlicher Extremsport

Diese Extremsportler hatten Glück im Unglück: Sie kamen mit Verletzungen respektive dem Schrecken davon.



Red Bull spielt mit dem Draufgänger-Image. Der Energy-Drink-Hersteller gibt sich mit dem Sponsoring von Extremsportarten bewusst verwegen. Die erwünschte Botschaft: Nur Helden trinken Red Bull. Das hat auch seine Kehrseite, wie der Unfall von Ueli Gegenschatz zeigte. Doch der Schweizer ist nicht der einzige Sportler, der unter dem Logo von Red Bull tragisch verunglückte.

Bereits im vergangenen Sommer kam es zu einem tödlichen Unfall auf Schweizer Boden. Am 28. August verstarb der US-Amerikaner Eli Thompson in Lauterbrunnen nach einem Sprung aus dem Helikopter. Thompson sollte in einem sogenannten Wingsuit nahe an einer Felswand vorbeigleiten. Doch der 36-Jährige krachte in den Berg und stürzte in die Tiefe. Auch Thompson stand bei Red Bull unter Vertrag. Der verhängnisvolle Sprung sollte eine Szene im Film «Human Flight 3D» werden. Nach dem Unfall wurden die Dreharbeiten gemäss «SonntagsBlick» gerade mal für eine Woche unterbrochen.

Fallschirm zu spät ausgelöst

Ebenfalls in diesem Jahr starb Shane Mc Conkey. Der 39-jährige Kanadier verunglückte am 27. März bei einem Ski-Basejump in den italienischen Dolomiten; er drehte Stunts für einen Red-Bull-Film. Offenbar gelang es ihm nach einem Sprung nicht, die Bindung seiner Skier rechtzeitig zu öffnen, so dass er seinen Fallschirm zu spät auslöste. Er fiel praktisch ungebremst zu Boden und verstarb auf der Stelle. Mc Conkey war ein Free-Ski-Profi und hatte vorher schon zahlreiche solcher Sprünge absolviert. Er hinterliess eine Frau und eine kleine Tochter.

Nur wenige Tage zuvor verunfallte in den USA gar ein Teenager an einem Red-Bull-Anlass. Der erst 14-jährige Toriano Wilson starb am 18. August 2008 am «Red Bull AMA U.S. Rookies Cup» in Alton, Virginia. Der junge Mann von den Bermuda Inseln stürzte in der ersten Runde von seinem Motorrad und wurde von einer anderen Maschine in voller Fahrt getroffen.

Kritische Situationen und Beinahe-Crashs

An weiteren Red-Bull-Events kam es zu zahlreichen Beinahe-Unfällen und kritischen Situationen. Viele davon sind im Internet dokumentiert. Glück hatte etwa der Pilot Hannes Arch, der beim «Red Bull Air Race» in San Diego in einen Pelikan flog. Trotz Loch im Heckflügel konnte er sicher landen.

Dass es bei Extremsportarten manchmal brenzlig wird, versteht sich von selbst. Dennoch stellt sich die Frage, ob Red Bull nach den tödlichen Vorfällen weiterhin am Extremsport und damit an halsbrecherischen Aktionen festhalten will. «Der Unfall ist eine Folge der Perversionen des Event-Marketings», sagte der Werber Hermann Strittmatter im «SonntagsBlick». Bei Red Bull Schweiz schweigt man dazu weiterhin. Pressesprecher Fabio Svaizer verweist lediglich auf die Stellungnahme vom vergangenen Freitag. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 16.11.2009, 18:37 Uhr

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