Panorama
Der Mann, der Jens Voigt besiegte
Daniel Markwalder mit seinem Militärvelo. Ganz Deutschland rätselt, wie dieser Mann Radprofi Jens Voigt besiegen konnte. (Bild: Stefan Schaufelberger)
Das schönste Kompliment, das der Weinfelder Daniel Markwalder nach seinem Sieg in der Sendung «Wetten, dass ..?» erhalten habe, war der Vergleich mit einem Schweizer Botschafter, der das Land in ein gutes Licht rückt. «Es gefällt mir, dass ich etwas für die Schweiz tun kann», sagt Markwalder.
Kurz nach der Sendung wurde er in die Talkshow von Markus Lanz im ZDF eingeladen. Noch am Dienstagabend wusste er nicht, wann genau er nun nach Hamburg fliegt und wie sein 27 Kilogramm schweres Militärvelo transportiert werden soll. Das stellte sich am Flughafen denn auch tatsächlich als Problem heraus: Dem Personal fehlte die Erfahrung, wie man ein altes Militärvelo auseinandernimmt und in Kartonschachteln verpackt. Mann und Velo schafften es dann doch noch rechtzeitig in die Maschine.
Am Nachmittag wurde die Sendung aufgezeichnet, die am Mittwochabend über den Sender lief. Für Gesprächsstoff in der Sendung sorgte auch der mögliche Betrug bei der Stiefelwette. Markwalder sagte vor den laufenden Kameras: Ob Betrug oder nicht könne er nicht beurteilen. Sicher sei er sich aber darin, dass er sich lieber eine Stunde lang in einem Schweizer Kuhstall aufhalte, als eine Minute lang dem Gestank dieser Stiefel ausgesetzt zu sein.
Der stehende Start machts aus
In Bezug auf Markwalders Wette wurde gerätselt, wie der Weinfelder auf dem Militärvelo den Radprofi auf dessen Rennvelo besiegen konnte. Auch Ranga Yogeshwar, der bekannte Wissenschaftsredaktor, der ebenfalls Gast der Sendung war, versuchte das Phänomen zu erklären. Wie Markwalder sagt, gäbe es aber keine Erklärung ausser jener, dass er den Radprofi in einem Bereich herausgefordert habe, in dem dieser sonst nicht trainiere. So trainiere Jens Voigt nie einen stehenden Start.
«Rein von der Ausrüstung her aber waren alle Nachteile auf meiner Seite.» Nach der Sendung sei er von zahlreichen Fotografen empfangen worden. Sie hatten auf der Treppe vor dem Studio auf den Wettkönig gewartet. Der Medienansturm sei riesig: Zahlreiche deutsche und Schweizer Zeitungen hätten sich für ihn interessiert und mit ihm Interviews geführt. Die «Schweizer Illustrierte» ist die nächste. «Dann ist aber erst mal wieder Schluss. Ab Freitag muss ich wieder arbeiten.» (ThurgauerZeitung)
Erstellt: 08.10.2009, 10:49 Uhr

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