Panorama
Der «Riese» vom Aareufer im Internet
Von Parzival Meister. Aktualisiert am 08.10.2008 55 Kommentare
«Ich habe Eglis gefilmt und plötzlich einen grossen Schatten gesehen. Da war er auch schon vor mir und hat mich angeschaut. Ich habe drei Mal tief durchgeatmet und bin dann 20 Minuten mit ihm rumgeschwommen» Alain Bauermeister spricht hier von seiner ersten Begegnung mit dem «Riesen» vom Bettlerank. Der Taucher hat eine spektakuläre Entdeckung gemacht und diese auch gefilmt: Ein Wels von drei Metern Länge – so gross schätzt Bauermeister den Fisch jedenfalls ein. Seit vier Jahren tauche er mit der Kamera und könne die Länge des Wels verglichen mit seiner Körpergrösse aus Erfahrung gut einschätzen.
Früher im roten Meer
Bauermeisters Revier war lange Zeit das rote Meer, wo er als Tauchlehrer gearbeitet hat. Zurück in der Schweiz wollte er diese Leidenschaft aber nicht aufgeben und so erkundet er mit seinem Tauchkollegen Marco Schneider nun die Aare. Ihre Erlebnisse dokumentieren sie mit der Kamera und stellen laufend neue Fotos und Videos auf die Internetseite: (ohne www) aare-projekt.h2o-studio.ch. Mittlerweile habe er den «Riesen» schon drei Mal gesehen und sei dann jedesmal mit ihm geschwommen, erzählt Bauermeister. Ganz allgemein stosse man in der Aare öfters auf einen Wels – nur eben selten auf einen mit dieser Grösse.
Doch kein «Fischerlatein»
Beeindruckt vom «Riesen» ist auch Rudolf Winzenried, Präsident vom Fischereiverein Grenchen-Bettlach. Als er vom Drei-Meter-Fisch erfährt, will er dies zuerst nicht so recht glauben. Er spricht schmunzelnd vom «Fischerlatein» und meint, dass mit der Grösse oft übertrieben werde. Dann aber schaut sich Winzenried das Video im Internet an und sagt: «Das ist wirklich ein enormes Tier.» Er sei fast ein wenig erschrocken, als er den Wels im Video gesehen hat. Der Fischer meint: «So gross wird ein Wels nur selten. Es ist wunderschön, das es noch solche Tiere in der Aare hat.» Winzenried hat nun aber nicht die Absicht, zu versuchen, den «Riesen» aus dem Wasser zu ziehen: «Meine persönliche Meinung ist: Lasst so einen Fisch in der Aare.» Dieser Meinung sind natürlich auch die Taucher und geben zum Standort deshalb nicht mehr bekannt, als das sie beim Bettlerank ins Wasser gestiegen sind.
Erinnerung an Abraham
Der «Riese» ist nicht der erste Wels, der in der Region für Aufsehen sorgt. Viele kennen die Geschichte, dass in Altreu ein grosses Exemplar gelebt hat. Er hatte sogar einen Namen: Abraham. «Wir haben uns natürlich gefragt, ob es sich um den selben Wels handelt», sagt Taucher Bauermeister. Antwort darauf weiss Arno Anderegg, Präsident vom Fischereiverein Altreu: «Abraham wurde im ‹Häftli› gefangen und später auch verspeist.» Das liege aber schon rund sechs bis sieben Jahre zurück, weiss Anderegg, der Abrahams Grösse mit 2,25 Meter beziffert. Dass es sich bei einem solchen grossen Fisch um eine kleine Sensation handelt, sagt auch er. In einem Punkt ist der Vereinspräsident aber anderer Meinung als sein Kollege aus Grenchen. Er würde den «Riesen» nicht in der Aare lassen. Denn dieser habe einen grossen Fischbedarf und sei deshalb für den Fischbestand der Aare nicht gut. (Solothurner Tagblatt)
Erstellt: 08.10.2008, 09:42 Uhr
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55 Kommentare
Ich bin selber Welsfischer und habe grossen Respekt und Freude an diesem faszinierenden Fisch. Ich habe halt den Trieb diese Fische zu fangen und etwas mehr über sie zu erfahren, alle meine Fische lasse ich wieder schwimmen, seit neuestem ist dies allerdings verboten. Nun, der Fisch hat sicher keine 3m, international ist ein Fisch über 2,5m mehr als nur ein Ausnahme-Exemplar. Ökologisch ist er nur Antworten
Typisch. Kaum wurde ein so prächtiges Tier entdeckt, gibt es schon Leute, die es aus der Aare ziehen und essen wollen. Ist vielleicht gut fürs Ego, aber ehrenwert ist es nie und nimmer. Der Wels wird kaum die Aare leerfressen. Und falls die Fischer weniger Eglis fangen, ist das halb so schlimm. Antworten
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