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Der Strassenstrich in der Box

Holland hat sie erfunden und in mehreren deutschen Städten gilt sie als Erfolgsmodell: Auch in Zürich könnte die Sexbox den Strassenstrich erträglicher machen.

Diskret, sicher und sauber: In der «Verrichtungsbox» in Essen kann nur die Beifahrerin aussteigen und im Notfall den roten Alarmknopf betätigen.

Diskret, sicher und sauber: In der «Verrichtungsbox» in Essen kann nur die Beifahrerin aussteigen und im Notfall den roten Alarmknopf betätigen.
Bild: Suchthilfe Essen

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Im Ausland konnte man damit den Strassenstrich eindämmen: Boxen, in denen Sexarbeiterinnen ihre Dienstleistungen an den Mann bringen. Was halten Sie von Sexboxen in Schweizer Städten?

Das könnte gegen den ausufernden Strassenstrich helfen

 
52.9%

Das bringt nichts, damit verlagert sich der Strich nur

 
14.8%

Betrifft mich nicht und ist mir egal

 
32.4%

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Der Zürcher Strichplan ist ein Papiertiger. Eigentlich wäre darin festgehalten, an welchen Strassen Prostitution legal ist. In der Realität hält sich das horizontale Gewerbe aber kaum daran. Auch ausserhalb der erlaubten Zone bieten Prostituierte ihre Dienste an, und in Wipkingen wird käuflicher Sex neuerdings gar unter freiem Himmel praktiziert. Die Stadt ist deshalb daran, die Massnahmen zur Bekämpfung der Strassenprostitution zu überdenken. Unter dem Titel «Projekt Rotlicht» erarbeiten Fachleute derzeit Vorschläge an die Adresse des Stadtrats.

Zur Lösung des Problems könnten die Sexboxen beitragen. Die in der holländischen Gemeinde Utrecht erstmals eingesetzte Einrichtung half, den unbeliebten aber erlaubten Strassenstrich in eine kontrollierbare und etwas abgeschirmte Zone zu verlagern. Dabei handelt es sich um eine Art Parkplatz, dessen Felder wie Pferdeboxen angeordnet sind. Ende der achtziger Jahre verbreitete sich die Sexbox in Holland, später auch in Deutschland. Nicht überall verhalf sie zur kontrollierten Verlagerung des Strassenstrichs. Aber wo es funktionierte, spricht man von einer Erfolgsgeschichte.

Schutz für Prostituierte und Anwohner

So auch in Essen. Nach intensiver Diskussion im Vorfeld, erstellte die Stadt im Ruhrgebiet vor eineinhalb Jahren die «Verrichtungsboxen», wie sie in Deutschland genannt werden. «Es läuft zur Zufriedenheit aller», bestätigt Thomas Römer vom Essener Sozialdezernat. Wie in Zürich vergrösserte sich der Strassenstrich in Essen zum Unmut der Anwohner immer mehr. In einer Umbauphase im Quartier wurde die betroffene Abschnitt zur Einbahnstrasse umfunktioniert. Dies führte dazu, dass sich die Prostituierten auch ausserhalb der gewohnten Zone aufhielten.

Die zwölf «Verrichtungsboxen» (davon zwei für Fussgänger) brachten die Verlagerung der Prostitution in eine zentrumsnahe und überschaubare Zone. Zum Schutz der Prostituierten entstand zudem vor den Boxen ein Platz, wo durch die erhöhte Präsenz anderer Prostiutierten eine soziale Kontrolle stattfindet. «Die Verrichtung breitet sich nicht in dunkle, unkontrollierbare Vereiche aus, was zum Schutz der Prostituierten und der Anwohner dient», berichtet Römer.

Kaum Nachteile bekannt

Die Boxen selber sind mit diversen Sicherheitsvorkehrungen ausgestattet. So kann dank einer Vorrichtung der Fahrer des Autos die Tür nicht mehr öffnen. Die Prostituierte auf dem Beifahrersitz hingegen schon. Ausserdem kann sie bei brenzligen Situationen einen Notfallknopf an der Boxwand drücken. «Das kommt zwar selten vor, aber es gibt immer wieder Freier, die sich daneben benehmen», erklärt Römer. Zum Schutz der Anwohner wurde überdies der Rest des Quartiers zu einer Sperrzone ernannt, wo Prostitution verboten bleibt.

Nachteile gibt es laut Römer kaum. Man habe sich vor der Erstellung der Boxen negative Erfahrungen aus anderen Städten zu Herzen genommen. Dazu gehören Probleme mit Abfall oder der Hygiene. Rolf Vieli, Leiter des Stadtzürcher Projekts Rotlicht, sieht dennoch negative Aspekte: Nach anfänglichen Erfolgen könne die Situation für Prostituierte und Anwohner nach einiger Zeit ins Schlimme kippen, glaubt der Szenekenner, der bereits einen Augenschein in Amsterdam genommen hat

Die Stadt Bern diskutierte vor sieben Jahren die Einführung von Sexboxen. Doch der Stadtrat musste das Projekt schliesslich begraben, weil sich die Quartierbevölkerung heftig zur Wehr setzte. Das Beispiel zeigt, dass der Ort eine fundamentale Rolle spielt. Darum bleibt Vieli vorsichtig: «Über die Infrastruktur in der Strichzone kann erst entschieden werden , wenn die Örtlichkeiten dafür bekannt sind.» Bis dahin will man sich nocht nicht festsetzen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)

Erstellt: 19.07.2010, 11:26 Uhr

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11 Kommentare

Stefan Tuor

16.09.2010, 09:47 Uhr
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Innovativ wie das Schweizer Volk ja ist, kann man diese Idee noch weiterspinnen. Mit der Aura einer Abspritz-Reinigungsbox (schon der Name...) lassen sich ja 2 Dienstleistungen ideal kombinieren. Das Auto auf Hochglanz bringen und anschliessend kümmern sich Sex-Workers um die verwirrte Libido. So nach dem Credo, "Stützli-Wösch trifft Stützli-Sex". Wäre doch ein interessanter Ansatz. Antworten


Thomas Schillmeier

19.07.2010, 22:28 Uhr
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Man könnte doch diese Boxen in einer unterirdischen Tiefgarage installieren. Ich denke, daran würde sich niemand stören. Antworten


Cornelia Nydegger

19.07.2010, 17:35 Uhr
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"Keine von uns frisch gefärbten Blondinen macht Pornografie gerne. Tatsächlich hassen wir es. Wir hassen es, von Fremden angefasst zu werden, denen nichts an uns liegt. Wir hassen es, durch ihre stinkenden und schwitzenden Körper erniedrigt zu werden." Shelly Lubben, ehemalige Pornodarstellerin Die Boxen passen da bestens dazu. Wie romantisch! Antworten


Sonja Maier

19.07.2010, 17:00 Uhr
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Nö, ganz verbieten würde ich die Prostitution nicht, weil es a) eh nicht kontrollier- und durchsetzbar wäre, b) zur Verlagerung in die Kriminalität führen würde und es dann c) noch weniger Schutz für die Frauen gäbe. Die ausschliessliche Einschränkung auf solche Boxen fände ich hingegen gut, und zwar mit einer "Parkgebühr" von CHF 100 pro Benutzung: 50CHF an die Steuerbehörde, CHF 50 für die Frau. Antworten


markus roth

19.07.2010, 16:10 Uhr
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die prostitution sollte verboten werden und die freier bestraft werden wie es in den skaninavischen ländern gesetzt ist Antworten


Christoph Geiser

19.07.2010, 14:58 Uhr
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Auch damit bleiben die grössten Probleme der Frauen erhalten. Aber wenn's nicht mal einen Platz für solche Boxen gibt, muss man sich fragen, ob Zürich überhaupt Prostitutionstauglich ist. Antworten


Ruthild Auf der Maur

19.07.2010, 14:03 Uhr
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Man muss sich langsam fragen, wer ein Interesse daran hat, die Lösung des Problems dauernd zu verzögern. Wären die Behörden tatsächlich gewillt, dieses Übel im Interesse der Bürger zu beseitigen, wäre das Problem schon längst gelöst. Antworten


Urs Straub

19.07.2010, 13:49 Uhr
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Da komm ja hoch erotische Stimmung auf in den grünen Boxen - und der Steuerzahler soll das auch noch berappen. Da Prostituierte sowieso keine Steuern bezahlen (wieso eigentlich?) sollen gefälligst die Freier pro "Boxenbesuch" 50.- löhnen. Antworten


hugo zutobel

19.07.2010, 13:31 Uhr
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Toll! Ich frage mich schon langsam wie tief man noch sinken kann und welche seltsamen Früchte die menschliche Geilheit noch hervorbringt. Antworten


David Meili

19.07.2010, 12:44 Uhr
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Und hier arbeiten zwangsverpflichtete Roma-Mädchen mit einem Ausweis von CHF 25..- für drei Monate (nicht per Monat). Geniale Idee von Rolf Vieli, importiert aus Holland und zur Entsorgung von Sexkonsum. Antworten


Urs Hitz

19.07.2010, 12:19 Uhr
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Gute Ansatz! Gibt es auch in Thailand, jedoch noch mit Vorhang. So ist der Freier auch geschützt (Autonummer)! Antworten



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