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Oensingen: Besitzer des Sturmgewehrs liess sich in Zivilschutz umteilen
Von Thomas Ley, Christian Lüscher, Oensingen. Aktualisiert am 07.07.2012
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Am Bifangweg 14 in Oensingen eskalierte gestern ein Streit zwischen zwei Familien. Es fielen zahlreiche Schüsse. Dabei wurden am Donnerstagabend um 22.45 Uhr zwei Männer getötet. Es handelt sich um einen 51-jährigen Vater und dessen 26-jährigen Sohn.
Vor dem Wohnhaus war es zu einem verbalen Streit zwischen Angehörigen zweier Familien gekommen. Zwei Familienväter mit je einem Sohn sowie ein Bekannter befanden sich auf dem Vorplatz der Liegenschaft, als auf drei Männer mehrere Schüsse abgegeben wurden.
Die Kantonspolizei Solothurn hat nach eigenen Angaben zwei dringend Tatverdächtige festgenommen. Einer der beiden habe sich nach der Tat gemeldet und die Polizei an den Tatort geführt. Die beiden liessen sich widerstandslos festnehmen.
Sturmgewehr 90 war Tatwaffe
Die Tat wurde mit einem Sturmgewehr 90 und einer Pistole verübt. Bei der Pistole handle es sich nicht um eine Armeewaffe, sagte Bruno Gribi, Mediensprecher der Kantonspolizei, auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda. Die Pistole sei nach derzeitigem Ermittlungsstand in illegalem Besitz eines der Festgenommenen gewesen.
Das sichergestellte Sturmgewehr gehörte einem mutmasslichen Täter, der seit dem 20. Februar 2012 nicht mehr in der Armee eingeteilt ist, wie der Informationschef Verteidigung, Christoph Brunner, am Freitagabend mitteilte. Der Mann sei auf eigenen Wunsch in den Zivilschutz umgeteilt worden.
Sturmgewehr nicht zurückgegeben
Trotz einer Mitte April erfolgten Aufforderung zur Rückgabe der militärischen Ausrüstung habe er dieser nicht Folge geleistet, auch nicht nach einer am 24. Mai erfolgten eingeschriebenen Mahnung mit einer letzten Frist zur Rückgabe bis zum 13. Juni. In der kommenden Woche wäre die Verfügung des Chefs Logistikbasis der Armee zur Rücknahme erfolgt.
Dem mutmasslichen Täter sei von der Armee nie Taschenmunition ausgehändigt worden, betonte Brunner.
Verwandte schildern Vorgang
Laut einem Verwandten der zwei Toten hat sich Folgendes abgespielt: Die beiden Opfer, der 51-jährige Mann und sein 26-jähriger Sohn, sowie dessen junge Ehefrau, befanden sich gestern Abend im Elternhaus in Oensingen. «Dann erschienen plötzlich der Vater und der Bruder der jungen Frau vor dem Haus, um sie wegzuholen.»
Kurz darauf fielen Schüsse und der 50-jährige Mann und sein Sohn blieben tot liegen. Ein Verwandter, der aus Frankreich zu Besuch war, wurde dabei verletzt. Er ist im Spital.
Berichte von häuslicher Gewalt
Die Ehe der beiden stand schon länger unter keinem guten Stern mehr. Die junge Frau hatte sich vor einem halben Jahr von ihrem Ehemann getrennt – war aber vor drei Monaten wieder mit ihm zusammengekommen. Offenbar gab es Formen von häuslicher Gewalt: «Ihr Vater drohte immer damit, ihm etwas anzutun, wenn er seine Tochter schlage», so der Verwandte. Allerdings bleibt unklar, ob tatsächlich der Vater der jungen Frau geschossen hat. Alle Beteiligten stammen offenbar ursprünglich aus dem Kosovo.
Weitere Details der Tat sind Gegenstand der Ermittlungen. So konnte Sprecher Gribi noch nicht bekannt geben, ob die zwei festgenommenen Männer die einzigen Tatverdächtigen sind, und ob beide geschossen haben. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 07.07.2012, 00:03 Uhr
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