Eineinhalb Meter Neuschnee – Lastwagen blieben stecken – grosse Lawinengefahr

Aktualisiert am 01.12.2009

Eine Schneelawine riss auf dem Oberalppass einen Zug aus den Geleisen, LKWs blieben auf der A2 stecken, ein Bub kam bei einem Unfall ums Leben: Der Winter brach in die Schweiz ein.

1/13 Bleibt trotz Schnee weiterhin standhaft: Wilhelm Tell in Altdorf.
Bild: Keystone

Heftige Schneefälle legen Verkehr lahm

   

Umfrage

Haben Sie die Winterreifen schon montiert?

Ja

 
84.0%

Nein

 
16.0%

2411 Stimmen


Interaktiv-Box

Links

Artikel zum Thema

MMS-Aktion

Tagesanzeiger.ch/Newsnet sucht die schönsten Schneebilder. Haben die Kinder bereits einen Schneemann in den Garten gebaut? Oder steht Ihr Auto quer in der Einfahrt? Wir freuen uns über Ihre aktuellen Bilder aus der Schweiz.

Schicken Sie uns Ihre Bilder per Handy oder E-Mail.

So funktioniert der Versand per MMS:

* Swisscom/Sunrise: MMS mit Bild oder Video an die Nummer 4488
schicken. Kosten pro MMS: 70 Rappen.
* Orange: Nur per Mail möglich.

So funktioniert der Versand per E-Mail:

Senden Sie Ihr Bild an: news@newsnetz.ch

Der Winter hat am Montag erstmals zugeschlagen. Vor allem im Nordtessin, im Gotthardgebiet und im Oberengadin fiel bis zu einem Meter Schnee. Die «Meteo»-Sendung des Schweizer Fernsehens sprach 1,50 Meter Neuschnee.

Auf dem Oberalppass riss eine Nassschneelawine einen Zug der Matterhorn Gotthard Bahn aus den Schienen. Zwei der neun Passagiere wurden beim Unfall leicht verletzt. Gemäss MGB-Angaben kam der Zug einige Meter unterhalb des Gleises in der Böschung zu stehen. Die Insassen wurden mit einer Schneeschleuder zurück nach Andermatt transportiert, wo sie durch die Ambulanz und das Careteam der Matterhorn Gotthard Bahn betreut wurden.

Kurz vor dem Zwischenfall hatte die MGB nach Rücksprache mit den kantonalen Lawinenspezialisten entschieden, dass die Strecke zwischen Andermatt und Dieni aufgrund der starken Schneefälle ab 15 Uhr gesperrt wird. Auch auf der Albulastrecke zwischen Bergün und Bever sowie auf der Berninastrecke zwischen Pontresina und Poschivo wurde der Betrieb am Montagabend eingestellt.

Grosse Lawinengefahr

Nach den Schneefällen vom Montag stufte das Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF die Lawinengefahr südlich einer Linie zwischen Simplon und Engadin als gross ein. Dies entspricht der zweithöchsten Gefahrenstufe 4. Laut SLF sind spontane mittlere, vereinzelt auch grosse Lawinen möglich.

Der Schnee sorgte auch für Behinderungen im Strassenverkehr. Die alpenquerenden Transitachsen via Gotthard (A2) und San Bernardino (A13) mussten für den Lastwagenverkehr gesperrt werden. Hunderte von Camions wurden in Warteräume verwiesen. Auf der Gotthard-Nordrampe blockierte zudem ein liegengebliebener Camion den übrigen Verkehr.

In Schwendi bei Grindelwald BE kam ein Tanklastwagen auf der schneebedeckten Strasse ins Rutschen. Der Tankinhalt wurde ausgepumpt und in ein anderes Fahrzeug verladen. Die Strasse nach Grindelwald war vorübergehend nicht passierbar.

Der Schneefall forderte ein Unfallopfer. Im Zürcher Oberland geriet eine Frau mit ihrem Auto in einer Rechtskurve wegen Schneematsch ins Rutschen. Das Fahrzeug geriet auf die Gegenfahrbahn und kollidierte mit einem Lieferwagen. Ein vierjähriger Knabe im Auto der Unfallverursacherin kam dabei ums Leben.

Wintersport-Saison noch nicht gerettet

Die Wintersport-Vorsaison ist mit den ersten flächendeckenden Schneefällen dieses Winterhalbjahres noch keineswegs gesichert. Die grössten Mengen fielen im nördlichen Maggiatal, wo es in höheren Lagen bis einen Meter Schnee gab. Auch im Oberengadin und im Gotthardgebiet wurden Mengen über 50 Zentimeter gemessen.

Der restliche Alpenraum bekam deutlich weniger. Zudem flauen die Schneefälle im Verlaufe des Dienstags wieder ab. Zu mehr als schnell schmelzendem Nassschnee reichte es auch im Mittelland noch nicht.

Es schneit weiter

In der Nacht stark bewölkt und weiterhin Schneefall, am Alpenkamm sowie am zentralen und östlichen Alpennordhang zum Teil anhaltend. Schneefallgrenze 400-700 Meter. Morgen meist stark bewölkt. Insbesondere den Alpen entlang noch zeitweise Niederschlag, am Nachmittag langsam nachlassend. Schneefallgrenze zwischen 400 und 700 Metern. (tan/ap)

Erstellt: 01.12.2009, 00:01 Uhr

Panorama

Populär auf Facebook Privatsphäre

Meistgelesen in der Rubrik Panorama