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Eine 200 Meter hohe «Rutschbahn»
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Eine Begehung des äussersten Randes der Steinhaltefluh zeigt: Der Hang ist gefährlich. Die 20 Fussminuten vom Dorfzentrum Wengen bis zum idyllischen Weiler von Wengwald sind noch sicher und bequem über die breite, leicht abfallende Asphaltstrasse zu meistern. Ab dem Chipfelland wird es dann neben dem Weg schon um einiges steiler. Und ab dem Sattel und spätestens dem Aussichtspunkt Mönchblick wirds dann talseitig höchst gefährlich und unwegsam. Das stark abschüssige Gelände wird nach unten – von einem Felsband unterbrochen – immer steiler, und endet hundert Meter weiter unten im gähnenden Abgrund der Steinhaltefluh.
Die Rutschgefahr in dieser Region wird durch das hohe Gras erhöht, das in nassem Zustand wie ein Kugellager wirkt, und durch den namenlosen kesselförmigen Graben 200 Meter nördlich des Wengwaldgrabens führt. Genau in der Falllinie dieser «Rutschbahn» befindet sich 200 senkrechte Meter weiter unten die Stelle, wo am Montagnachmittag die Leiche von Myles Robinson aufgefunden worden ist. In diesem unwegsamen Wald oberhalb der Steinhaltefluh reicht bereits ein Ausrutscher auf Wassereis oder einer nassen Baumwurzel, um ins Rutschen zu geraten. Bremsmöglichkeiten gibt es kaum – im Gegenteil: Grosse, mit Moos bewachsene Felsplatten beschleunigen die Schussfahrt zusätzlich.
Wie kommt er dorthin?
Die Frage bleibt nur: Wie kommt ein junger bergunerfahrener Städter in Turnschuhen überhaupt in diesen Wald? Auch die Frage, ob es möglich ist, bei gefrorenem Schnee bereits vom Mönchblick aus ungebremst das Dickicht der Sträucher am Waldrand zu durchbrechen, bleibt vorerst unbeantwortet. (Berner Zeitung)
Erstellt: 30.12.2009, 13:24 Uhr
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