Panorama

«Eine Öffnung des Schweizer Luftraums halte ich für möglich»

Aktualisiert am 19.04.2010

Die Schweiz befindet sich heute am Rand der Aschewolke. Wird ab den hiesigen Flughäfen schon bald wieder geflogen?

Die Ausbreitung der Aschewolke auf 5000 Metern über Meer seit dem Ausbruch. Inklusive Prognose für die nächsten zwei Tage. (Quelle: Rheinisches Umweltinstitut / Uni Köln)

Artikel zum Thema

Die Aschewolke auf 10'000 Metern

Testflüge

British Airways hat am Sonntagabend erfolgreich einen rund dreistündigen Testflug beendet, bei dem Messdaten über die Aschekonzentration über dem britischen Luftraum gesammelt werden sollten. Die Boeing 747 mit BA-Chef Willie Walsh an Bord landete nach einem Flug von Heathrow über Irland und dem Atlantik kurz vor 22 Uhr (MESZ) in Cardiff, wo das Flugzeug einer genauen Untersuchung unterzogen werden sollte.
Nach Angaben eines BA-Sprechers erreichte die Maschine eine Flughöhe von über 9000 Metern. Die Messdaten sollen laut dem Sprecher am Montag ausgewertet werden, danach werde die Fluglinie weitere Entscheidungen treffen. Zuvor hatte British Airways für Montag alle Flüge von und nach London gestrichen.
Die niederländische Fluggesellschaft KLM erklärte den europäischen Luftraum nach einer Serie von Testflügen zwischen Amsterdam und Düsseldorf für «sicher» und startete noch am Sonntagabend mit Erlaubnis der Behörden zwei Transportflüge nach Asien. Air France absolvierte ebenfalls erfolgreich einen Testflug von Paris und Toulouse. Am Montag wollten deutsche Forscher in die Aschewolke fliegen und erstmals verlässliche Daten für die Bewertung des Flugverbots sammeln. Die Aschewolke aus Island hat am Wochenende in Europa ein noch nie dagewesenes Reise-Chaos ausgelöst.

«Eine Öffnung des Schweizer Luftraums halte ich heute für möglich, zumindest teilweise», sagt Klaus Marquard von Meteonews auf Anfrage von Tagesanzeiger.ch/Newsnet. Zwar sei die Wetterlage weiterhin von einer Nordwestströmung der Luftmassen bestimmt, der Alpenraum befinde sich heute aber am Rand der Aschewolke. Die Hauptkonzentration liege heute über den Beneluxstaaten und Nordeuropa.

Daniel Gerstgrasser von Meteo Schweiz liess am Morgen gegenüber Radio DRS verlauten, die Luft oberhalb von 6000 Metern sei frei von Staubpartikeln. Fliegen oberhalb dieser Grenze wäre mindestens über der Schweiz also durchaus möglich. Das Bazl will gestützt auf diese Daten heute entscheiden, wie weiter zu verfahren ist und ob das Flugverbot aufrecht erhalten wird.

Verkehr in Wien seit 5 Uhr

Die österreichische Hauptstadt Wien kann seit 5 Uhr heute Morgen wieder angeflogen oder verlassen werden. In Deutschland gab es gestern verschiedene Zeitfenster für einige Flughäfen des Landes. Die Lage bleibe aber allgemein unsicher, so Marquard.

Das Hauptproblem sei, dass man keine genauen Daten habe. Mit Testflügen könnten Stichproben genommen werden. Das gebe aber kein genaues Bild der Aschewolke. Zwar werden diese Daten zusammen mit Satellitenbildern angereichert. Aber die Radartechnik der Wetterdienste sei primär auf Wasserdampf und nicht auf Staubpartikel angelegt.

In welcher Höhe liegt der Staub?

Die Hauptkonzentration der Staubwolke vom isländischen Vulkan Eyjafjalla liege auf 5000 Metern über Meer. Allerdings könne sich das auf die Luftschicht zwischen 2000 und 7000 Metern verteilen . In welcher Höhe die Staubschichten ihre grösste Konzentration erreichen, hänge auch davon ab, wie hoch hinaus der Vulkan seine Aschewolke spucke.

Laut Marquard könnte sich die Situation mit der Staubwolke über Europa in den nächsten Tagen so weiterentwickeln, wie bisher. Die Nordwestströmung der Luftmassen sei eine für diese Jahreszeit «hundsnormale» Wetterlage. Zudem scheine es so, als ob der Vulkan weiter in ungebrochener Stärke Asche ausspucke. (cpm)

Erstellt: 19.04.2010, 08:34 Uhr

Panorama

Populär auf Facebook Privatsphäre


Live @ Sunset

11. bis 22. Juli - Zürich Dolder u.a. mit B.B. King, Elton John und Alanis Morissette!

Grandioses Berg-Erleben.

Weltberühmte Berge und 100 Jahre Jungfraubahn: Sommerurlaub vor der schönsten Kulisse der Welt!

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.

Online-Kadermarkt

ALPHA.CH: der online-Kadermarkt der Schweiz.