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Die Menschen schlafen in Santiagos Strassen

Aktualisiert am 28.02.2010

Am Sonntagmorgen Schweizer Zeit ist in Chile nach wie vor Nacht. Die Menschen beklagen inzwischen 300 Todesopfer. Aus Angst vor Nachbeben wagen sie nicht, in ihre Häuser zurück zu kehren.

1/44 Die Bilder vom Beben 2010 in Chile: Die Katastrophe und die Tage danach
Nichts als Zerstörung in der Nähe von Pelluhue.
Reuters

   

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Erdbeben-Stärke 8,8

Nur durchschnittlich einmal im Jahr erschüttert ein Beben der Stärke 8 und mehr die Erde.

Auf der Mess-Skala bedeutet jeder Punkt etwa eine Verzehnfachung der Bebenstärke. Ein Erdbeben der Magnitude 8,0 ist also zehnmal so stark wie eines der Magnitude 7,0.

Weltweit treten jährlich etwa 50'000 Beben der Stärke 3 bis 4, 800 der Stärken 5 oder 6 und ein Grossbeben der Stärke 8 auf. Das stärkste auf der Erde gemessene Beben hatte eine Magnitude von 9,5 und ereignete sich 1960 in Chile.

Weil sie Angst vor den überaus heftigen Nachbeben haben, schlafen viele Menschen in Chiles Hauptstadt Santiago auf der Strasse. Über den ganzen Samstag hinweg hatten Nachbeben mit einer Stärke von bis zu 7 auf der Richterskala die Stadt erschüttert. Verteilt über die Stadt brennen Feuer, manche haben die Menschen selber angefacht, manche lodern aus zerstörten Gebäuden. Im ganzen Land sind Wasser-, Strom- und Telefonleitungen zusammen gebrochen.

Bei dem schweren Erdbeben in Chile sind nach neusten Angaben vom Sonntagmorgen mehr als 300 Menschen getötet worden, mehr als 1,5 Millionen Wohnungen wurden nach Angaben der Behörden beschädigt. Die Mehrzahl der Opfer wurde von dem Beben am Samstagmorgen um 3.34 Ortszeit (7.34 Uhr MEZ) im Schlaf überrascht. Etwa 90 Prozent der Getöteten hätten zum Zeitpunkt der Katastrophe im Bett gelegen, sagte die Chefin der Nationalen Rettungsbehörde (ONEMI), Carmen Fernández.

Das Epizentrum des Bebens mit der Stärke 8,8 lag 115 Kilometer entfernt von der Stadt Concepción und rund 320 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Santiago.

Kein Kontakt nach Concepción

Fernández verwies darauf, dass zunächst noch immer kein vollständiger Überblick über die Schäden bestand. Vor allem zu der am meisten betroffenen Küstenregion rings um die Grossstadt Concepción gebe es keinen Kontakt. Dort wurde beispielsweise die Stadt Talcuhuano von einer 2,3 Meter hohen Flutwelle überrollt.

Chiles Präsidentin Michelle Bachelet rief für sechs der 15 Regionen des Landes den Katastrophenzustand aus. «Die Kraft der Natur hat erneut unser Land getroffen», sagte sie in einer Fernsehansprache. Etwa zwei Millionen Menschen seien betroffen. Insgesamt leben in Chile etwa 16 Millionen Menschen.

Erinnerungen an den Mai 1960

Das stärkste jemals registrierte Beben wurde am 22. Mai 1960 in derselben Region gemessen. Bei dem Erdstoss der Stärke 9,5 kamen damals 1655 Menschen ums Leben, zwei Millionen wurden obdachlos. Der davon ausgelöste Tsunami tötete Menschen in Hawaii, Japan und auf den Philippinen; an der Westküste der USA richtete er Schäden an.

(oku/sda/ddp)

Erstellt: 28.02.2010, 08:20 Uhr

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