Panorama
«Es macht mich wütend, dass die Justiz mir nicht glaubt»
Aktualisiert am 27.01.2012 49 Kommentare
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- Der Fall Luca wird neu aufgerollt
- «Ich will wissen, was mit Luca passiert ist»
- Italien will die Wahrheit im Fall Mongelli wissen
- «Ich kann nicht verstehen, dass die Täter nachts gut schlafen können»
- Er versuchte, den Richter am Auge zu verletzen
- «Nennen Sie mir ein Verfahren, das er nicht verbockt hat, ein einziges!»
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Wer hat Luca Mongelli zum Invaliden gemacht? Diese Frage ist auch zehn Jahre nach dem Drama in Veysonnaz (VS) nicht geklärt. Die Familie des heute 17-jährigen Italieners will die Wahrheit wissen und fordert Gerechtigkeit. Seit Mittwoch ist klar, dass der Fall neu aufgerollt wird. Anlässlich der gestrigen Kundgebung in Sitten hat sich Luca Mongelli persönlich zur Walliser Justizaffäre geäussert. «Es macht mich wütend, dass die Justiz mir nicht glaubt», sagte er in einem Interview mit der Zeitung «Le Matin» (Artikel online nicht verfügbar). Dass er und sein Bruder nicht angehört worden seien, sei nicht akzeptabel. Ebenso nicht hinnehmbar sei die Annahme der Justizbehörden, dass er vom später eingeschläferten Familienhund Rocky angegriffen worden sei.
Luca Mongelli spricht Klartext: Am fatalen 7. Februar 2002 sei er von drei älteren Jugendlichen angerempelt, zu Boden geworfen und geschlagen worden. Der damals siebenjährige Knabe war schliesslich von der Mutter halb entkleidet, verletzt und unterkühlt im Schnee liegend aufgefunden worden. Seither ist er blind und gelähmt.
«Ich möchte ihnen sagen, dass sie sich wie Bastarde verhalten haben»
«Ich hasse sie», sagt er über die heute 19- bis 26-jährigen Männer aus Lausanne und Sion, die ihn zum Invaliden gemacht haben sollen. «Es passiert oft, dass Bilder des Angriffs in mir hochkommen. Dann habe ich wieder Angst. Ich möchte ihnen sagen, dass sie sich wie Bastarde verhalten haben.» Wenn es ein Problem gegeben habe, hätte der Konflikt zivilisiert ausgetragen werden können. Luca Mongelli äussert die Hoffnung, dass die Justiz die Schuldigen endlich zur Rechenschaft zieht. Zumindest sollten die Untersuchungsbehörden anerkennen, dass der Hund Rocky unschuldig sei.
Der 17-Jährige, der in der Nähe von Bari lebt, kritisiert auch die Arbeit der Polizei. «Wäre ein Schweizer Kind an meiner Stelle angegriffen worden, wäre die Untersuchung anders verlaufen», sagt Luca Mongelli. «In der ganzen Angelegenheit gibt es einen gewissen Rassismus, ein bisschen Indifferenz und viel Egoismus.» Der Vorfall von Veysonnaz habe das Leben seiner ganzen Familie durcheinandergebracht. «Was mich betrifft, habe ich beschlossen, dass ich trotz allem im Leben vorwärtskommen möchte.» Dass sich nun viele Leute für seine Sache einsetzen, freue ihn sehr.
Früherer Untersuchungsrichter verteidigt sich
Der stellvertretende Staatsanwalt des Kantons Wallis, Nicolas Dubuis, verteidigt in einem Interview mit «Le Temps» seine frühere Arbeit als Untersuchungsrichter im Fall Mongelli (Artikel online nicht verfügbar). Er habe zwar immer Zweifel gehabt, dass die Wunden an Lucas Körper allein von einem Hund stammen könnten. Die Justiz habe das Dossier dann aber schliessen müssen, weil die Version am wahrscheinlichsten gewesen sei und nicht habe bewiesen werden können, dass Luca von Menschen traktiert worden sei. Er habe damals auf einen Rekurs der Familie gehofft, sagte Staatsanwalt Dubuis. Dieser sei aber aus unklaren Gründen ausgeblieben.
Nach massivem öffentlichem Druck soll der Fall Mongelli neu aufgerollt werden. Die Walliser Staatsanwaltschaft hat vier neue Experten vorgeschlagen. Die Familie des Knaben hat nun zwei Wochen Zeit, um zu überlegen, ob sie die neuen Experten, darunter ein Tessiner Kinderpsychiater und zwei italienische Psychologen, akzeptiert. Laut Staatsanwalt Dubuis ist das Dossier implizit seit dem 15. November 2010 offen, als er entschieden habe, eine Zeichnung des jüngeren Bruders von Luca von Experten beurteilen zu lassen. Die Zeichnung zeigt, wie Luca von Jugendlichen angegriffen wird. (vin)
Erstellt: 27.01.2012, 11:21 Uhr
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49 Kommentare
Es ist eine Frechheit ein Dossier zu schliessen und auf den Rekurs einer dermassen vom Leben gebeutelten Familie zu hoffen und den Sarkasmus zu haben dies auch noch zu erwähnen. Ist nun das Opfer auch noch schuld, dass der Fall nicht sauber zu Ende geführt wurde!??? Wer hat in dieser Situation noch Kraft einen Rekurs zu führen in einem Dossier, das von Schlamperei und Blindheit nur so strotzt! Antworten
Es zeigt einmal mehr dass in der Schweiz mit der JUSTIZ etwas im Argen ist. So kann es nicht weitergehen. Entweder hat man Kuschelrichter die RASER nicht verurteilen oder ein Fall wird unter den Tisch gewischt. Jeder Richter sollte auch sofort abgewählt werden können. Alle profitieren nur vom Steuergeld das stinkt gewaltig. Antworten
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