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Ex-Miss wirbt für «Vollidioten»

Von Stefan Häne. Aktualisiert am 10.02.2010 28 Kommentare

Der Bauernverband startet eine Kampagne mit Whitney Toyloy. Das sorgt für Ärger, weil die ehemalige Schönheitskönigin über die SVP – und damit über viele Bauern – gelästert hat.

Whitney Toyloy sorgt für Ärger: Sie wirbt für Schweizer Bauern.

Whitney Toyloy sorgt für Ärger: Sie wirbt für Schweizer Bauern.
Bild: Keystone

Whitney Toyloy steigt für die Schweizer Bauern ins Edelweisshemd, dies im Rahmen der Kampagne «Gut, gibts die Schweizer Bauern». Hinter der Aktion steht der Schweizerische Bauernverband (SBV), der von einer der «erfolgreichsten Image- und Werbekampagnen der Schweiz» schwärmt.

In einigen Wochen wird die Miss Schweiz 2008 von den Plakaten lächeln. Fraglich ist, wie stark sich die Landwirte darüber freuen werden. Denn viele sympathisieren mit der SVP, sind Mitglied der Partei oder haben ein politisches Amt inne, etwa Hansjörg Walter, Präsident des Bauernverbands und Thurgauer Nationalrat. In Toyloys Augen gehören Politiker wie er zur «Union der Vollidioten». Als solche hatte Toyloy die SVP nach der Abstimmung über die Minarett-Initiative beschimpft. Sie habe keine Angst, dies zu sagen, liess sie damals verlauten und zeigte sich angewidert von der «Intoleranz, die in der Schweiz herrscht».

Öffentliche Entschuldigung

Trotz solcher Aussagen hält der Bauernverband an Toyloys Engagement fest. «Es gibt keinen Grund, auf die Plakate mit Frau Toyloy zu verzichten», sagt Urs Schneider, stellvertretender SBV-Direktor, der anstelle von Walter die TA-Fragen beantwortet. Der SVP-Nationalrat sei in den Entscheid nicht involviert gewesen. Schneider betont, der Bauernverband sei nicht die SVP. Er trenne die politische Arbeit «klar» von der Imagearbeit. Schneider räumt zwar ein, Toyloy habe mit ihrer Verbalattacke «wohl etwas übers Ziel hinausgeschossen». Er relativiert das aber mit der Mutmassung, Toyloy habe sich lediglich über den Minarettentscheid geärgert und kaum die Bauern gemeint. Zudem ist der SBV der Ansicht, es dürften in der Imagekampagne «Leute dabei sein, die polarisieren». Auch bei der Miss-Schweiz-Organisation will man kein Aufheben machen: Toyloy habe sich im Dezember für ihre Äusserung öffentlich entschuldigt, der Fall sei damit erledigt.

Der St. Galler SVP-Nationalrat Lukas Reimann sieht dies anders. Dass der Bauernverband mit Toyloy wirbt, hält er für fragwürdig. «Es gibt genügend andere schöne Frauen in der Schweiz.» Toyloy sei in SVP- und Bauernkreisen keine Sympathieträgerin. Viele SVP-Mitglieder an der Basis, also auch Landwirte, seien weiterhin verärgert, dass Toyloy sie als Vollidioten abgekanzelt habe.

Für einige Tausend Franken

Für ihr Engagement erhält Toyloy mehrere Tausend Franken. Einen genauen Betrag nennt der Bauernverband nicht. SBV-Mann Schneider betont, im Vordergrund stehe nicht das Geld, sondern die Bereitschaft und Überzeugung, für die Bauernfamilien einzustehen. Andere sogenannte Schönheiten haben für den Bauernverband ihr Gesicht aber auch schon gratis hingehalten, etwa Michelle Hunziker.

(Tages-Anzeiger)

Erstellt: 10.02.2010, 04:00 Uhr

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28 Kommentare

Ronald lAC K

10.02.2010, 09:54 Uhr
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Das zeigt einmal mehr dass es den Bauern gut geht,sonst würden Sie nicht Geld für eine farblose Miss hinauswerfen. Also hört mit dem ewigen Gejammer auf. Es ist bedenklich auf welch niederen Niveau sich gewisse Leute bewegen Miss inbegriffen. Antworten


Beat Keller

10.02.2010, 07:56 Uhr
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Frau Toyloy muss doch auch leben. Als Ex-Miss (mit Betonung auf Ex) hat man es da nicht in jedem Fall leicht. Man gewöhnt sich recht schnell an den neuen Lebensstil - und der kostet in der Regel. Antworten



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