Panorama
Falsche Osterprognosen – für Wetterfrösche «nicht dramatisch»
Von Reto Hunziker. Aktualisiert am 14.04.2009 16 Kommentare
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«Am Ostersonntag und am Montag wird das Wetter ziemlich durchzogen bis schlecht. Es ist in der ganzen Schweiz stark bewölkt und regnet teilweise. Die Temperaturen werden zehn bis 15 Grad betragen.» Das prognostizierte der Meteorologe Roger Perret von Meteonews am Dienstag für das bevorstehende Osterwochenende. Die Schweiz stellte sich schon mal für ein Indoor-Eiersuchen ein. Aber nichts da: Statt Regenschauer und Kälte gab es prächtiges Sommerwetter.
Die Fehlprognose rief durchaus Reaktionen hervor. Aus dem Süden, wo es gemäss Perret «nicht zu knapp» regnen sollte, gab es heftige Kritik, wie Klaus Marquardt von Meteonews bestätigt. Im Tessin war man über die schlechten Voraussagen nicht sehr erfreut: Einige Touristen waren ausgeblieben.
«Nicht dramatisch»
Marquardt findet die Prognose dennoch «nicht furchtbar dramatisch». «Der Dienstag war für eine Prognose fürs Wochenende natürlich herrgottsfrüh», erklärt er. Je nachdem wie dynamisch das Wetter sei, sei eine Wettervorhersage fünf Tage im Voraus mehr oder weniger verlässlich.
«Eine Prognose gibt eine Tendenz an», beschwichtigt Marquardt. «Da bleibt noch viel Interpretationsspielraum, die die ganze Erfahrung des Meteorologen erfordert. Ganz ohne Wetterfrosch wird es darum nie funktionieren.»
Eine Faustregel unter Meteorologen lautet deshalb: Bei noch unsicheren Prognosen für wichtige Wochenenden wie etwa Ostern oder Pfingsten ist eher die pessimistische als die optimistische Variante zu wählen sowie auf Zweifel hinzuweisen. Denn die Leute sind zufriedener, wenn das Wetter schöner ist als vorausgesagt.
Diese Woche konsistent
Bereits am Mittwoch habe man die Prognose wieder angepasst, so Marquardt. Ausserdem hätte sich auch die Konkurrenz geirrt. Über die Hotline seien nicht mehr Beschwerden gekommen als sonst. Marquardt rät, sich jeweils über die aktuellsten Medien zu informieren. «Besser nochmals im Internet reinschauen oder Radio hören. Die Prognose in einer Zeitung ist manchmal bereits veraltet.»
Diese Woche dürfte gemäss Marquardt wettertechnisch relativ konsistent sein: Morgen Mittwoch bleibt es noch schön, am Donnerstag fährt dann eine Kaltfront ein und bringt Abkühlung und allenfalls Regen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 14.04.2009, 16:20 Uhr
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16 Kommentare
unsere propheten haben nicht nur über ostern daneben getippt, auch im hornig wurde jeweils zu schlechtes wetter gemeldet...aber dies ist ja nicht so schlimm, wenn der gast nicht in die berge kommt...da es sich nur um millionenschäden handelt. die bänker machen ja schäden von milliarden! der mensch muss sich selbst an die nase neben ...flexibler werden und hie und da selbst das wetter riechen.... Antworten
An die MeteoSchweiz-Nörgler hier: Lesen Sie halt dem Wetterbericht vom Wick oder Kachelmann! Man kann sich auch ein Seil vor's Fenster hängen: Ist's nass, regnet es - sieht man es nicht, hat's Nebel - bewegt es sich, so hat's Wind usw. Jede ist halt ein Wetterexperte, nicht? Antworten
Meiner Meinung nach kann ich damit leben, dass die Prognosen nicht immer zutreffen. Am morgen früh sehe ich immer zum Fenster hinaus, ob sich das Wetter nach den Prognosen entwickelt hat. Bin aber selten entäuscht, wenn das Wetter sich anders entschieden hat. (Irren ist menschlich) Antworten
Wer sich bereits am Dienstag darüber informiert, wie das Wetter am Montag darauf ist (sechs Tage später) ist selber schuld. Dass solche Prognosen noch nichts taugen, ist klar. Ich habe mich zwei Tage vor Ostern informiert, wie das Wetter an meinem Ferienort ist. Und so war es dann auch... Übrigens: Haben wir keine anderen Probleme, als dass die Prognosen «nur» zu 90 Prozent stimmen? Meine Güte! Antworten
In letzter Zeit häufen sich Fehlprognosen und Wischiwaschi-Meldungen, die für jede Wetterlage zutreffen können, tatsächlich. Ob dies am Klimwandel, an Analysefehlern oder unzureichenden Methoden liegt, kann man als Laie nicht beurteilen. Nur - dies beim Osterwetter als undramatisch zu bezeichnen, ist unsinnig, wenn man dermassen daneben lag - fähige Leute sind selbstkritisch und stehen zu Fehlern. Antworten
Nun, in 90 Prozent der Fälle stimmen die Wetterprognosen der Schweizer Meteorologen ja. Dass es zwischendurch mal Differenzen gibt zwischen Prognose und tatsächlichem Wetter, ist weiter nicht so tragisch, zumal das ja wie gesagt nur selten der Fall ist. Antworten
In Japan werden die Prognosen bewertet auf ihre Richtigkeit. Anhand dieser Erfolgsquote, respektive Misserfolgquote werden die Meteorologen vergütet. In unserem Fall wäre der Meteodienst von SF Idee Suisse am Hungertuch nagen. Würde die Wirtschaft so funktionieren, wären wir noch im Mittelalter...... Antworten
Die Meteorologen besetzen teure Arbeitsplätze und liefern unbrauchbare Arbeit ab, schon seit vielen Jahren. Die teure allabendliche Züricher Meteodach-Andacht am Schweizer Fernsehen schiesst diesbezüglich den Vogel ab. Hier wäre Sparpotenzial. Wozu brauchen wir diese überbezahlten Präsentatoren überhaupt? Da lob ich mir die ausländischen Stationen, die den eitlen Meteo-Zirkus nicht mitmachen. Antworten
Im Mittel ändert das Wetter alle 4 Tage. Wer sagt, das Wetter bleibe gleich am nächsten Tag, hat somit zu 75% recht. Die Meteorologen sagen das Wetter für den nächsten Tag zu 90% richtig voraus, sie sind also um 15% besser. Dies relativiert die Arbeit dieser Wissenschaft. Trotzdem kuschen alle Politiker vor den langfristigen Voraussagen über die Klimaerwärmung. Antworten





Roland Straub
Das sind doch die Jungs, die uns schon im Januar/Februar mit reisserischen Schlechtwetter-Langzeitprognosen für den gesamten Frühling auf sich aufmerksam machen wollten und die ständig gegen Kachelmann bei der ARD schiessen. Für Frühling haben sie was gesagt von: "die Chancen sind 50:50, dass es einen verregneten Frühling gibt. Die Jungs und Mädels dort sind echt ein Witz. Antworten