Panorama

Fehlgeburt soll in Utah zur Straftat werden

Ein US-Bundesstaat will Frauen unter bestimmten Umständen für eine Fehlgeburt zur Verantwortung ziehen können. Ein entsprechender Gesetzentwurf spaltet derzeit die Gemüter im nord-westlichen Utah.

Will eine Gesetzeslücke schliessen: Der Abgeordnete Carl Wimmer.

Will eine Gesetzeslücke schliessen: Der Abgeordnete Carl Wimmer.

Der Entwurf habe bereits den dortigen Kongress passiert und liege unterschriftsreif auf dem Tisch des Gouverneurs, berichteten Medien. Der Abgeordnete Carl Wimmer begründete seinen Vorstoss mit dem Fall einer 17-Jährigen, die gewaltsam eine Fehlgeburt herbeigeführt hatte.

Die junge Frau, die im siebten Monat schwanger war, hatte einen Mann angeheuert, der ihr solange in den Bauch schlagen sollte, bis sie das Kind verlor. Beide seien wegen Mordes vor Gericht gestellt worden.

«Doch es stellte sich heraus, dass sie nicht gerichtlich belangt werden konnte, ganz gleich, was sie getan hat», erklärte Wimmer dem TV-Sender CNN. Es gebe eine Gesetzeslücke, die durch die neue Initiative geschlossen werden solle.

Werden unschuldige Frauen kriminalisiert?

Frauenrechtlerinnen und Abtreibungsbefürworter protestieren gegen das Gesetzesvorhaben. Sie kritisieren eine Rechtslage, die eine 17-Jährige zu einem derartigen Schritt bringen könne.

In Utah sind Abtreibungen nur unter wenigen Umständen bis zur 20. Schwangerschaftswoche erlaubt. Viele unschuldige Frauen, die eine Fehlgeburt erleiden, könnten durch die Neuerung fälschlicherweise kriminalisiert werden, machen die Gegner des Gesetzesentwurfs geltend. (bru/sda)

Erstellt: 02.03.2010, 20:22 Uhr

WRITE A COMMENT







 Ausland



Verbleibende Anzahl Zeichen:

Mit dem Absenden des Kommentars erklärt sich der Leser mit nachfolgenden Bedingungen einverstanden: Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt. Telefonische Auskünfte werden keine erteilt. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

10 Kommentare

Gero Rubli

03.03.2010, 15:14 Uhr
Melden

Diejenigen, die sogleich in Pawlow'schem Reflex auf die amerikanische Doppelmoral eindreschen, seien darauf aufmerksam gemacht, dass die Tat der 17jährigen nach schweizerischem Recht ohne jeden Zweifel als Abtreibung strafbar wäre, weil die Voraussetzungen des straflosen Schwangerschaftsabbruchs eindeutig nicht erfüllt waren. Antworten


Pepe Strub

03.03.2010, 14:58 Uhr
Melden

@Ch.Lettera: Utah ist der Staat der Mormonen, der am schnellsten wachsenden Religion der USA. Dort ist Polygamie zwar "offiziell" verboten, aber feiert trotzdem Urstände und wird von mindestens 40,000 "Gläubigen" praktiziert. In Utah wird auch getötet auf Grund einer höheren Berufung etc. etc. Antworten


Marianne Gautschi

03.03.2010, 14:09 Uhr
Melden

@majo naef: schon vergessen, dass Amerika seine Söhne und Töchter während des 2.Weltkriegs nach Europa geschickt hat? Wo wären wir heute, ohne diese Hilfe? Antworten


Ben Müller

03.03.2010, 10:28 Uhr
Melden

@Ch. Lettera: es ist ja nicht nur diese eine (tatsächlich verwirrte) Politiker der uns die Köpfe schütteln lässt ob seinen kruden Ideen. Die ganze Doppelmoral und Widersprüchlichkeit zieht sich wie ein roter Faden durch viele Themen in und um Amerika. Wäre die USA ein Kleinstaat und hätte nicht den Anspruch eine wichtige Rolle auf dieser Welt zu spielen könnte man darüber hinwegsehen. Aber so? Antworten


Markus Altdorfer

03.03.2010, 10:09 Uhr
Melden

Die USA sind hinsichtlich Doppelmoral so ziemlich das Letzte! Ich kann dieses Land nicht mehr ernst nehmen! Antworten


Christoph Lettera

03.03.2010, 09:34 Uhr
Melden

Wenn die Schweiz wegen Aussagen eines ver(w)irrten Politikers im Ausland mit negativen Schlagzeilen durch die Presse geht, sind wir empört - und gleichzeitig wird hier in den Kommentaren ein ganzes Land mit über 300 Millionen Einwohnern wegen eines einzelnen lokalen Vorstosses pauschal verurteilt. Liebe Kommentarschreiber, wisst ihr wenigstens wo Utah liegt? Bitte denken vor dem Schreiben. Antworten


majo naef

03.03.2010, 08:12 Uhr
Melden

Amerika schickt seine Söhne und Töchter rund um die Welt in Kriege in den Tod. Mehr muss man wohl nicht mehr sagen. Antworten


Carola Proctor

03.03.2010, 04:08 Uhr
Melden

Ich lebe in Utah und halte von Carl Wimmer nicht gerade viel. Der hat auch sonst noch komische Ideen und hat Utah wieder mal schlecht representiert. Antworten


Walter Felix

02.03.2010, 22:38 Uhr
Melden

Danke Amerika, wiedermal rettest du die Welt, nach Agent Orange, Hiroshima, etc. entpuppst du dich ein weiteres mal als Retter der Moral, verbietest die Abtreibung, plädierst für keinen Sex vor der Ehe und stellst doch tatsächlich eine Frau zur Vizepräsidentenwahl, deren Tochter offenbar schon 2 Kinder geboren hat, obwohl sie noch nicht verheiratet ist, danke, wir brauchen dich! Antworten


charly büchi

02.03.2010, 22:35 Uhr
Melden

das passt ja wieder mal zu der scheinheiligkeit und prüderie in den USA. anstatt eines solchen sinnlosen gesetzes, wäre eine bessere sexualaufklärung und neutrale beratungsstellen für jugendliche etwas, das zur pflicht gemacht werden müsste - wohl nicht nur in den USA, auch in vielen andern ländern der welt Antworten



Panorama

Populär auf Facebook Privatsphäre

Lokale Suche

Marktplatz