Flüge starten wieder aus Mallorca – zweite Bombe gefunden

Aktualisiert am 30.07.2009

Die Behörden haben den Flughafen von Palma nach rund zwei Stunden Sperrung wieder geöffnet. Die Ermittler haben derweile eine zweite Bombe gefunden.

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Die Autobombe in Palmanova auf Mallorca sei von der ETA gezündet worden.
Bild: Keystone

   

Mehrere hundert Schweizer Touristen befinden sich nach Angaben der Nachrichtenagenturen auf der Balearen-Insel. Sie steckten vorübergehend fest, als Flüge von und nach Palma gesperrt wurden. Inzwischen können die Maschinen wieder abheben, sind jedoch verspätet unterwegs in die Schweiz. Auch die Flüge von Air Berlin treffen laut einer Sprecherin mit einer bis drei Stunden Verspätung in den Heimatflughäfen ein.

16 Kunden von Kuoni seien auf dem Swiss-Abendflug gebucht, wie Sprecher Peter Brun sagte. Laut Brun befinden sich zur Zeit rund 500 Kuoni-Gäste auf der Baleareninsel. In der Region, in der der Anschlag stattfand, seien aber keine Gäste untergebracht. Dies sei eine Hochburg für englische Touristen, sagte Brun. Der Grossteil der An- und Abflüge finde am Wochenende statt. Er rechnete damit, dass sich die Lage bis dann wieder normalisieren dürfte.

«Ziel des Anschlags sind nicht Touristen»

Auch rund 620 Kunden des Reiseveranstalters M-Travel Switzerland, zu dem auch Hotelplan gehört, sind zur Zeit auf der Baleareninsel in den Ferien. «Von unseren Gästen ist niemand betroffen», sagte Sprecherin Prisca Huguenin-dit-Lenoir. Es befänden sich keine Kundinnen und Kunden in Hotels im Gebiet um den Anschlagsort. Die Ferienreisenden, die am Donnerstag angereist sind, seien problemlos zum Hotel gelangt. Rückflüge waren am Donnerstag keine geplant.

Die Feriengäste vor Ort würden durch die Reiseleitung betreut. Angst haben müsse aber nach jetzigen Informationen niemand. «Ziel des Anschlages waren nicht Touristen oder touristische Einrichtungen», betonte Huguenin-dit-Lenoir. Die nächsten Flüge sollen am morgigen Freitag stattfinden.

Keine Hinweise auf Schweizer Opfer

Nach dem Bombenanschlag auf der spanischen Ferieninsel Mallorca hat es vorerst keine Hinweise auf Schweizer Opfer gegeben. Dies sagte Jean Philipp Jutzi vom Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) auf Anfrage.

Bei der Explosion vor einer Polizeiwache in der Nähe des Palmanova-Strands südwestlich der Hauptstadt Palma de Mallorca wurden zwei Beamte der Guardia Civil getötet und 60 Personen verletzt. Gemäss bisherigen Angaben war der Sprengsatz unter einem Geländewagen der Guardia Civil versteckt worden. Hinter dem Anschlag wird die baskische Untergrundorganisation ETA vermutet.

Am Abend haben die Ermittler nach eigenen Angaben eine zweite, nicht detonierte Bombe unter einem Wagen der Guardia Civil gefunden. Das betreffende Auto stand nur wenige Strassen von dem ersten Unglücksort entfernt. Die Polizei hat die Bombe kontrolliert zur Explosion gebracht.

Neun ETA-Anschläge in diesem Jahr

Am morgigen Freitag jährt sich zum 50. Mal der Gründungstag der ETA. Erst am Mittwoch waren bei einem Anschlag auf eine Polizeikaserne in der nordspanischen Stadt Burgos 60 Menschen verletzt worden. Falls sich die Urheberschaft der ETA bestätigt, stünde dies im Gegensatz zu Erklärungen der Regierung, wonach die Untergrundorganisation nach mehreren Razzien in den vergangenen Monaten in Spanien und Frankreich erheblich geschwächt worden sein soll. Seit Beginn des bewaffneten Aufstands der ETA sind bei ihren Anschlägen mehr als 825 Menschen getötet worden. Seit Beginn des Jahres wird die ETA für neun Anschläge verantwortlich gemacht. (oku/ap)

Erstellt: 30.07.2009, 20:43 Uhr

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