Fünfter Poker-Räuber erwischt

Aktualisiert am 22.03.2010

Der mutmassliche Drahtzieher des spektakulären Raubüberfalls auf das Pokerturnier in Berlin ist festgenommen worden. Von der Beute von 242'000 Euro fehlt aber weiter jede Spur.

Schauplatz des Raubüberfalls: Hyatt Hotel in Berlin.

Schauplatz des Raubüberfalls: Hyatt Hotel in Berlin.
Bild: Keystone

Beim festgenommenen Mann handelt es sich um einen 28-jährigen Libanesen, der als Organisator des Coups gilt und den Fluchtwagen der Täter gefahren haben soll, wie die Polizei am Montag mitteilte. Damit sind nun fünf Tatverdächtige hinter Schloss und Riegel.

Die Polizei fahndet offenbar nach weiteren Hintermännern des Überfalls auf Deutschlands grösstes Pokerturnier vom 6. März. «Die Ermittlungen dauern an», sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Martin Steltner, auf DAPD-Nachfrage.

Der fünfte Mann, der als Drahtzieher gilt, war von Zielfahndern bereits am späten Sonntagabend verhaftet worden. Die «Berliner Morgenpost» hatte bereits zuvor berichtet, dass es sich um den Onkel eines der mutmasslichen Pokerräuber handele.

Fahndungsdruck zu gross

Zuvor waren in der vergangenen Woche insgesamt vier Tatverdächtige gefasst worden. Zwei davon hatten sich den Ermittlern am Samstag am Flughafen Tegel nach ihrer Rückkehr aus dem Libanon beziehungsweise der Türkei gestellt.

Der Fahndungsdruck sei zu gross geworden, erklärte Steltner. Mitte vergangener Woche hatte die Polizei die Bilder der Männer veröffentlicht. Darüber hinaus waren ihre Personalien bekannt. Sie wurden Berichten zufolge mit internationalem Haftbefehl gesucht.

Meldungen, nach denen hinter der Tat Mitglieder einer arabischen Grossfamilie stecken sollen, die eine beherrschende Rolle im Drogenhandel und im Rotlichtmilieu in der Hauptstadt innehaben, wollte Steltner nicht kommentieren. Die in Untersuchungshaft sitzenden fünf Männer werden nun vernommen. (vin/ddp)

Erstellt: 22.03.2010, 12:18 Uhr

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