Glacier-Express: Japanischer Touroperator steigt auf Busse um

Aktualisiert am 01.08.2010

Das Zugunglück im Wallis mit dem Panoramazug hat Folgen. Der fehlerhafte Lokführer bleibt aber im Unternehmen angestellt.

1/38 Ein Blick ins Innere eines Unglückwaggons.
Bild: Keystone

   

Die Opfer des Glacier Express- Unglücks sowie deren Angehörige werden von der Matterhorn-Gotthard-Bahn (MGB) entschädigt: «Wir übernehmen die Spitalkosten und die Kosten der Angehörigen, die in die Schweiz gereist sind», sagt Helmut Biner, Kommunikationschef der MGB gegenüber dem «Sonntag». Weitere Entschädigungen würden derzeit geprüft: «Es laufen juristische Abklärungen.»

Entschieden werde, wenn der schriftliche Schlussbericht vorliege. Die MGB ist gegen Haftpflichtfälle versichert. Ob bereits Schadenersatzforderungen von Betroffenen oder Angehörigen eingegangen sind, konnte Biner auf Anfrage nicht sagen: «Wir leiten alle Schreiben an unsere Versicherungsstelle weiter.»

Reise storniert

Das Zugunglück hat zu Annullationen geführt: «Ein japanischer Touroperator befördert seine Gruppen jetzt mit Bussen statt mit dem Glacier Express», sagt Biner. Zwei Touristengruppen hätten ihre Reise storniert. Hinzu kämen verschiedene Einzelannullationen, so Biner: «Wir hatten aber auch Tage, an denen 250 bis 280 Japaner gekommen sind.»

Der Lokführer, der für die Entgleisung des Glacier Express am 23. Juli verantwortlich ist, darf weiterhin bei der MGB arbeiten. «Wir haben ihm eine andere Stelle im Unternehmen angeboten», sagt Biner. Der Mann werde aber voraussichtlich nicht mehr als Lokführer eingesetzt. Derzeit werde er «psychologisch und juristisch betreut», sagt Biner. Die MGB unterstütze ihn dabei: «Wir halten zu ihm.» (sam)

Erstellt: 01.08.2010, 08:00 Uhr

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