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Glaubenskrieg auf Londons Bussen: Christen schlagen zurück

Bizarrer Glaubenskrieg auf Londons Strassen: Nachdem Atheisten den lieben Gott auf Werbeflächen der roten Busse bestritten hatten, platzieren die Gläubigen dort nun plakative Bekenntnisschreiben.

Gelungene Provokation: Der prominente Biologe und Autor Richard Dawkins warb gegen den Glauben...

Gelungene Provokation: Der prominente Biologe und Autor Richard Dawkins warb gegen den Glauben...
Bild: Keystone

... und provozierte die Antwort an Ort und Stelle: Ein «bekennender» Bus in der britischen Hauptstadt.

... und provozierte die Antwort an Ort und Stelle: Ein «bekennender» Bus in der britischen Hauptstadt.

Artikel zum Thema

Am Anfang war die British Humanist Association mit dem Spruch «Es gibt wahrscheinlich keinen Gott. Machen Sie sich keine Sorgen und geniessen Sie Ihr Leben». Diese Kampagne, unterstützt unter anderen von dem Biologen und Autor Richard Dawkins, entfachte eine Debatte über Glaubensbotschaften im öffentlichen Raum. Mehr als 300 Bürger beklagten sich beim Werberat, die atheistischen Anzeigen führten in die Irre und verunglimpften ihren Glauben.

17'000 Euro für die gläubige Gegenkampagne

Dass die Aufsichtsbehörde die Beschwerden abwies, erzürnte Gläubige derart, dass sie zum Konter ausholten. Gleich im Anschluss an den einmonatigen atheistischen Reklamefeldzug mietete die Christliche Partei für ungerechnet rund 17'000 Euro Werbeflächen für die Parole «Es gibt Gott ganz sicher. Also treten Sie der Christlichen Partei bei und geniessen Sie ihr Leben».

«Diese atheistische Kampagne war wie ein rotes Tuch für Christen, und sie schrie nach einer Antwort», erklärte der Parteivorsitzende George Hargreaves, «Ich war es leid, diese Botschaften auf den Bussen zu sehen, die an meinem Fenster vorbeifahren, und ich wollte den Leuten Gelegenheit geben, etwas Hoffnungsvolles zu lesen.»

Beiträge von mehreren Glaubensgemeinschaften

Eine andere christliche Gruppe schloss sich an mit einem Zitat über «die Torheit der Gottlosen» aus Psalm 53,1: «Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott». Und die russisch-orthodoxe Kirche steuerte eine Werbeanzeige bei mit dem Text: «Glauben Sie, es gibt Gott. Machen sie sich keine Sorgen und geniessen Sie ihr Leben».

Die Geschäftsführerin des Humanistischen Verbandes, Hanne Stinson, steht zwar hinter dem Recht der Religiösen, für ihre Ansichten zu werben. Inhaltlich hält sie die Anzeigen aber für «dogmatisch und deklaratorisch, sie lassen keinen Raum für Argumente und Diskussion». Der Slogan der Atheisten sei dagegen «undogmatisch und witzig» gewesen, sagt sie und verweist auf das einschränkende Wörtchen «wahrscheinlich»: Das zeige doch, dass die Humanisten immer für neue Beweise offen seien. (raa/ap/)

Erstellt: 10.02.2009, 14:50 Uhr

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26 Kommentare

Roland Screta

23.02.2009, 10:49 Uhr
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Ehrlich gesagt, finde ich es nicht so daneben, wenn die sogenannten Atheisten ihre Zweifel auch kundtun. Denn leider zeigen die Christen heute wirklich nicht freude am Leben. Möglicherweise, weil sie ein Religiöses Christsein führen, dass mit dem biblischen nicht sehr viel eins hat. Ein Christ sollte erlösster aussehen, damit man an ihren Erlöser glaubt. In den Kirchen sieht man wenige davon Antworten


Pat Merz

20.02.2009, 08:58 Uhr
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@Lina H.: Ach sooo ... jä nu, bei mir ist es so dass ich dieses totaaaale verliebt Sein halt als "totales verliebt Sein" empfinde, nicht als Gotteserlebnis. Ich vermute, letzten Endes lassen sich "religiöse Erlebnisse" und "emotionale Erlebnisse" dann beide auf biochemische Vorgänge im Körper zurückführen. Aber so genau ins Detail zu gehen wäre schade, denn dann entmystifiziert man seine Gefühle. Antworten


Pat Merz

19.02.2009, 12:57 Uhr
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Danke Herr Bürger. Gerade deswegen finde ich es wichtig und richtig, dass auch mal Atheisten (oder in meinem Fall Agnostiker) sagen dürfen, was sie denken, nicht immer nur die Gläubigen mit ihren Bibelplakaten, und zwar ohne dass von den Christen gleich mit dem Argument "verletzt religiöse Gefühle" hantiert wird. Wer kümmert sich um meine Gefühle, wenn ich sowas wie oben, Psalm 53,1 lesen muss ?? Antworten


Lina Hartmann

19.02.2009, 09:52 Uhr
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@ Pat Merz - Nein, nein: umgekehrt. Tiefe Verliebtheit, die mich verwirrt und beglückt und in den süssesten Wahnsinn treibt, diese Entgrenztheit, dieses Aufgehen im Du ist für mich eine Art Gotteserlebnis, es geschieht einfach etwas mit mir, das nicht von dieser Welt ist. Ich wollte Ihre Gefühle nicht verletzen. Entschuldigung. Bin im Moment eben so verliebt. Antworten


Hubert Klauser

17.02.2009, 22:28 Uhr
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Das Problem hat zwei Pole: auf der einen Seite gibt religiöse Fundamentalisten, welche (natur)wissenschaftliche Erkenntnisse leugnen. Auf der anderen Seite gibt es radikale Wissenschaftler, welche die Religion mit dem Verstand bekämpfen wollen, ohne zu merken, dass sich Verstand und Glaube eben auf unterschiedlichen Ebenen abspielen. Dialog scheint mir der vernünftigere Weg als Konfrontation. Antworten


Peter Bürger

17.02.2009, 12:16 Uhr
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@Pat Merz & F. Krüger: Verstehe Ihre Argumentation voll und ganz und hätte wohl bei Ihnen beiden wenig Zweifel. Leider gibt es jedoch viele Zeitgenossen, denen nur der kurzfristige Vorteil etwas wert ist. So erst recht. Kann sein, dass ich diesbezüglich zu Pessimismus neige, doch überzeugt mich die Realität oftmals von der Richtigkeit dieser Haltung. Die Menschheit degeneriert zusehends. Antworten


Pat Merz

17.02.2009, 11:34 Uhr
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@Peter Bürger: Ich vermute, Ihnen sind vielleicht die Finessen der englischen Sprache entgangen. "Enjoy Your Life" ist keineswegs ein Aufruf zu Hedonismus, Völlerei, Freizügigkeit oder Egozentrik. Es bedeutet lediglich "Erfreue dich an deinem Leben". Man kann auch ein ethisch und moralisch sauberes, sowie altruistisches Leben führen und sich daran freuen, OHNE an irgend eine Gottheit zu glauben! Antworten


Frederic Krüger

17.02.2009, 11:11 Uhr
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@Peter Bürger: Nein, genau das Gegenteil ist der Fall! Atheisten können gut sein, weil Ethik und Moral das richtige ist zu tun, nicht weil ein angeblicher Gott es einem Stammesführer im Bronzezeitalter in einer Halluzination mitgeteilt habe. Nicht ganz unverwandt, ein Zitat:"Gute Leute machen Gutes, und böse Leute machen Böses. Aber damit Gute Leute Böses tun, braucht es Religion." Antworten


Frederic Krüger

17.02.2009, 09:45 Uhr
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@Lina Hartmann: Liebe ist ein wunderschönes gefühl, aber schlussendlich zurückführbar auf chemische Prozesse im Hirn, genauso wie Glücklichkeit und religiöse "Erfahrungen". Deshalb erscheint die Religion für die extremen Gläubigen so wahr, intensiv und schön. Gott (egal welcher) existiert nur(?) in den Köpfen derer, die an ihn glauben wollen, das kann mal als Freidenkender leider nicht abstreiten. Antworten


Peter Ringger

17.02.2009, 09:26 Uhr
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Falls Jesus tatsächlich noch leben sollte, hat er offenbar wichtigeres zu tun, als nach über 2000 Jahren hier auf der Erde wieder einmal aufzutauchen, die Atheisten und Andersgläubigen von seiner Existenz zu überzeugen und endlich einmal für Liebe und Frieden auf Erden zu sorgen. Eigentlich verständlich, er muss sich ja alleine um das ganze Universum kümmern, da wäre jeder überfordert. Amen. Antworten


Pat Merz

17.02.2009, 09:22 Uhr
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@Lina Hartmann: Was hat das verliebt Sein mit dem Glauben an Gott zu tun? Wenn ich Sie richtig interpretiere, ist ihre Aussage, dass nur gläubige Menschen wahre Liebe empfinden können? Dass also nicht gläubige Menschen niemals richtig glücklich sein können? Diese Aussage finde ich sehr anmassend und verletzt meine nicht religiösen Gefühle! Antworten


Peter Bürger

17.02.2009, 09:18 Uhr
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Finde die Atheistenkampagne gesellschaftspolitisch extrem gefährlich. Dieser explizite Aufruf zum "Lebensgenuss" ohne Reue resp. ohne sich dafür vor einem Gott verantworten zu müssen, wird für viele quasi das Freibillet zur totalen Egozentrik. Es ist heute schon so, dass immer mehr totale Egoisten unterwegs sind, aber solche unseligen Kampagnen leisten in diesem Bereich noch gewaltigen Vorschub. Antworten


Pat Merz

17.02.2009, 09:00 Uhr
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Ich finde es SEHR bezeichnend, dass ein Aufschrei durchs sogenannt "tolerante Christentum" geht, wenn solche Botschaften wie "Es gibt vermutlich keinen Gott" öffentlich verbreitet werden. 'Religionsfreiheit' beinhaltet auch die Wahl des frei Seins von jeglicher Religion!!! Also akzeptiert doch gefälligst auch anders Denkende, sonst ist es mit der Toleranz wohl nicht so weit her, liebe Christen. Antworten


Andreas Kyriacou

15.02.2009, 08:08 Uhr
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@Marco Schiller An Darwin braucht man nicht zu glauben. Man akzeptiert seine Thesen angesichts der erdrückenden Beweislast. Es ist in der Wissenschaft auch nicht so, dass irgendeiner ein paar Behauptungen in Stein meisselt und diese dann zum Dogma werden. Der wissenschaftliche Ansatz ist nicht nur seriöser sondern doch auch viel tröstlicher als jede (Un-)Heilslehre mit absolutem Wahrheitsanspruch. Antworten


Michael Fischer

12.02.2009, 00:50 Uhr
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@ joel lienhard: bitte grüssen sie jesus von mir, wenn sie ihn das nächste mal "erfahren", vielleicht hat er ja mittel gegen die finanzkrise... Antworten


Marco Schiller

12.02.2009, 00:21 Uhr
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Solang man an irgendwas glaubt, sei das Darwin, Jesus, Buddha oder was auch immer -und niemandem durch seinen Glauben schadet- langst doch. Der Rest ist wohl Ansichtssache Antworten


Joel Lienhard

11.02.2009, 23:27 Uhr
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Ich durfte in meinem Leben erfahren, dass Jesus lebt. Hoffe möglichst viele kommen zu gleichen Erkenntnis - wer sucht der findet. Antworten


Markus Stocker

11.02.2009, 14:29 Uhr
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Religiöse Gefühle hätten bei niemandem eine Chance, wenn der Verstand eingesetzt würde. Indoktrination im Kleinkindstadium lässt diesen aber, da noch nicht vorhanden, nicht zum Zug kommen. Danach ist es zu spät. Antworten


Dominic Rüttimann

11.02.2009, 10:17 Uhr
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Tagein tagaus muss ich Bibeltexte im Bus lesen, finde evolutionsverleugnende Texte in Zeitschriften und dennoch toleriere ich die Meinung und den Glauben der Theisten. Ist es dann nicht fair, wenn zur Abwechslung mal die Atheisten ihre Ansichten kundtun dürfen? Den der Regenbogen ist bekanntlich auch noch schön, wenn man ihn in die Spektralfarben zerlegt hat. Oder gelten für uns andere Regeln? Antworten


Hans Schmid

11.02.2009, 09:33 Uhr
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Herr Buholzer, zu Glaubenskriegen kam es allein deswegen, weil die Religion und die Religiösität der Menschen für politische und imperialistische Zwecke missbraucht wurden. Der Glaube an Gott erfordert übrigens keineswegs eine organisierte (und teilweis sogar korrupte) Religionsgemeinschaft. Antworten


David Rüegg

11.02.2009, 09:06 Uhr
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Ob es eine höhre Macht gibt oder nicht, kann wohl kaum ein Mensch schlüssig beantworten. Doch wer sich der Debatte öffnet und bereit ist Sinn und Unsinn des Daseins zu ergründen, stösst beim Thema Religionen auf viele Fragezeichen. Mir persönlich scheint, dass der Schaffung und Erhaltung dieser Gebilde (der Religionen) allzuoft niederige Motive zugrunde liegen. Antworten


Rolf Buholzer

11.02.2009, 08:50 Uhr
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Herr Waldvogel, ich wundere mich schon ein wenig, haben sie die ganzen Religionskriege vergessen? Die unzähligen Millionen, die für, wegen oder gegen Christus, Allah etc sterben mussten? Ich bin überzeugt, dass noch heute mehr Menschen wegen religiösen Fanatikern ums leben kommen als wegen Atheisten. Nicht mal die Nazis waren Atheisten. Antworten


Ella Lurino

10.02.2009, 22:26 Uhr
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Das ist doch ein alter Hut! Pardon, jetzt sind es zwei. Antworten


David Meier

10.02.2009, 18:48 Uhr
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Glauben Sie was sie wollen - solange Sie Ihr Leben geniessen :-) Antworten


Lina Hartmann

10.02.2009, 16:48 Uhr
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Mr Dawkins war bestimmt noch nie ! so richtig, ich meine so richtig richtig extrem, ganz wahnsinnig unsterblich verliebt. Antworten


Bruno Waldvogel

10.02.2009, 16:32 Uhr
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Ehrlich gesagt fühle ich mich auch viel relaxter beim Gedanken, dass es einen Gott gibt als umgekehrt. Denn da wird Verantwortung und Ethik irgendwann belohnt. Die atheistischen Utopien haben ja eben leider auch nur grauenhafte Leichenfelder auf der ganzen Welt hinterlassen. Anyway: ich finde die Briten mit ihren Bussen pro und contra einfach "very cool"! Antworten



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