Glaubenskrieg auf Londons Bussen: Christen schlagen zurück

Aktualisiert am 10.02.2009 26 Kommentare

Bizarrer Glaubenskrieg auf Londons Strassen: Nachdem Atheisten den lieben Gott auf Werbeflächen der roten Busse bestritten hatten, platzieren die Gläubigen dort nun plakative Bekenntnisschreiben.

Gelungene Provokation: Der prominente Biologe und Autor Richard Dawkins warb gegen den Glauben...

Gelungene Provokation: Der prominente Biologe und Autor Richard Dawkins warb gegen den Glauben...
Bild: Keystone

... und provozierte die Antwort an Ort und Stelle: Ein «bekennender» Bus in der britischen Hauptstadt.

... und provozierte die Antwort an Ort und Stelle: Ein «bekennender» Bus in der britischen Hauptstadt.

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Am Anfang war die British Humanist Association mit dem Spruch «Es gibt wahrscheinlich keinen Gott. Machen Sie sich keine Sorgen und geniessen Sie Ihr Leben». Diese Kampagne, unterstützt unter anderen von dem Biologen und Autor Richard Dawkins, entfachte eine Debatte über Glaubensbotschaften im öffentlichen Raum. Mehr als 300 Bürger beklagten sich beim Werberat, die atheistischen Anzeigen führten in die Irre und verunglimpften ihren Glauben.

17'000 Euro für die gläubige Gegenkampagne

Dass die Aufsichtsbehörde die Beschwerden abwies, erzürnte Gläubige derart, dass sie zum Konter ausholten. Gleich im Anschluss an den einmonatigen atheistischen Reklamefeldzug mietete die Christliche Partei für ungerechnet rund 17'000 Euro Werbeflächen für die Parole «Es gibt Gott ganz sicher. Also treten Sie der Christlichen Partei bei und geniessen Sie ihr Leben».

«Diese atheistische Kampagne war wie ein rotes Tuch für Christen, und sie schrie nach einer Antwort», erklärte der Parteivorsitzende George Hargreaves, «Ich war es leid, diese Botschaften auf den Bussen zu sehen, die an meinem Fenster vorbeifahren, und ich wollte den Leuten Gelegenheit geben, etwas Hoffnungsvolles zu lesen.»

Beiträge von mehreren Glaubensgemeinschaften

Eine andere christliche Gruppe schloss sich an mit einem Zitat über «die Torheit der Gottlosen» aus Psalm 53,1: «Die Toren sprechen in ihrem Herzen: Es ist kein Gott». Und die russisch-orthodoxe Kirche steuerte eine Werbeanzeige bei mit dem Text: «Glauben Sie, es gibt Gott. Machen sie sich keine Sorgen und geniessen Sie ihr Leben».

Die Geschäftsführerin des Humanistischen Verbandes, Hanne Stinson, steht zwar hinter dem Recht der Religiösen, für ihre Ansichten zu werben. Inhaltlich hält sie die Anzeigen aber für «dogmatisch und deklaratorisch, sie lassen keinen Raum für Argumente und Diskussion». Der Slogan der Atheisten sei dagegen «undogmatisch und witzig» gewesen, sagt sie und verweist auf das einschränkende Wörtchen «wahrscheinlich»: Das zeige doch, dass die Humanisten immer für neue Beweise offen seien. (raa/ap)

Erstellt: 10.02.2009, 14:50 Uhr

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26 Kommentare

Marco Schiller

12.02.2009, 00:21 Uhr
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Solang man an irgendwas glaubt, sei das Darwin, Jesus, Buddha oder was auch immer -und niemandem durch seinen Glauben schadet- langst doch. Der Rest ist wohl Ansichtssache Antworten


Bruno Waldvogel

10.02.2009, 16:32 Uhr
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Ehrlich gesagt fühle ich mich auch viel relaxter beim Gedanken, dass es einen Gott gibt als umgekehrt. Denn da wird Verantwortung und Ethik irgendwann belohnt. Die atheistischen Utopien haben ja eben leider auch nur grauenhafte Leichenfelder auf der ganzen Welt hinterlassen. Anyway: ich finde die Briten mit ihren Bussen pro und contra einfach "very cool"! Antworten



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