Grippewelle: «Konsumentenschutz nimmt den Tod von Menschen in Kauf»
Nimmt auch bei Grippe kein Blatt vors Maul: Beda Stadler.
Mittelstarke Epidemie
Die Zahl der Grippefälle nimmt in allen Regionen der Schweiz weiter zu. Die Ärzte melden für die vierte Januarwoche 503 Grippeverdachtsfälle auf 100'000 Einwohner, wie das Bundesamt für Gesundheit (BAG) am Mittwoch mitteilte.
Das BAG schreibt von einer mittelstarken Epidemie. Eine Grippe-Epidemie liegt vor, wenn mehr als 48 Verdachtsfälle pro 100'000 Einwohner auftreten. Schon in den ersten drei Wochen des Jahres wurde dieser Schwellenwert klar überschritten. In der dritten Januarwoche waren es 369 Verdachtsfälle gewesen.
Noch dürfte die Grippewelle ihren Höhepunkt nicht erreicht haben, doch die Spitäler sind schon am Anschlag. Einige haben bereits Personal aufgestockt – so der Kindernotfall des Berner Inselspitals und Basels Uni-Kinderspital. Das Virus kann sich in der Schweiz derart stark ausbreiten, weil über sechs Millionen. Schweizer nicht geimpft sind. «Geimpft sind oft die nicht, die mit Risikogruppen zu tun haben», sagt Beda Stadler. Gerade beim Pflegepersonal sei die Impfrate zu niedrig. «Auch bei uns am Inselspital», so der Immunologe.
Doch warum sind Schweizer impffaul? «Schuld sind die Konsumentenschützer», wettert Stadler. «Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) publiziere eine Angstmacher- Broschüre, die die Leute vom Impfen abhalte. Es sei unverantwortlich, dass Sara Stalder und ihre Organisation den Tod von Menschen in Kauf nehme.»
«Dieser Vorwurf ist völlig aus der Luft gegriffen», verteidigt sich SKS-Chefin Stalder. Man zeige die Vor- und Nachteile der Impfungen auf. «Ausgewogen zu informieren, ist wichtig.» (NEWS)
Erstellt: 28.01.2009, 08:03 Uhr
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