Panorama

Hollywood soll Mystery-Park retten

Von Fabian von Allmen. Aktualisiert am 19.05.2010

Hollywood will Erich von Dänikens Bücher verfilmen. Der Mann im blauen Kittel will dieses Scheinwerferlicht zu Gunsten des JungfrauParks nutzen, denn er glaubt weiterhin an die Strahlkraft der Rätsel dieser Welt.

Gehen weiterhin gemeinsame Wege: Erich von Däniken und Bernhard Zysset (CEO JungfrauPark).

Gehen weiterhin gemeinsame Wege: Erich von Däniken und Bernhard Zysset (CEO JungfrauPark).
Bild: Fabian von Allmen

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Erich von Däniken ist auch mit 75-jährig ein umtriebiger Mann: Momentan läuft auf dem amerikanischen History Channel eine sechsteilige Serie über seine Ideen und seit kurzem ist bekannt, dass sich auch Hollywood für von Dänikens Bücher interessiert. Mark Ordesky, der Produzent der Herr der Ringe Trilogie, will von Dänikens erstes Buch «Erinnerungen an die Zukunft» von 1968 verfilmen. Als Regisseur ist Ridley Scott vorgesehen, dessen Film «Robin Hood» momentan in den Schweizer Kinos läuft. Ridley Scott führte auch bei Gladiator, Alien oder Blade Runner Regie. Grosse Namen also, die sich für den seit Jahren auf dem Beatenberg wohnhaften Autor interessieren. Der Film soll noch vor Ende 2012 in die Kinos kommen.

Nordkorea will EvDs Bücher

«Ich werde beim Drehbuch mitarbeiten», sagte Erich von Däniken gestern an einer Medienorientierung im JungfrauPark. «Und ich werde darüber wachen, dass das in amerikanischen Filmen verbreitete Ungreimtheiten möglichst ausbleiben.» Denn über solche rege er sich besonders auf. «Ein Beispiel ist etwa, wenn von den Inkas gesprochen wird und dabei ein Bild der Mayakultur gezeigt wird», führte von Däniken aus.

Aber nicht nur mit Filmprojekten macht von Däniken momentan Furore, sondern auch mit seinen Büchern. «Ein chinesischer Verlag hat die Rechte für all meine Bücher gekauft», sagte er stolz. Geplant sind Vorträge in Peking und Schanghai. Auch aus Nordkorea sei Interesse an seinen Büchern signalisiert worden. «Das begreif ich genauso wenig wie China», meinte von Däniken trocken. Ausserdem lässt er von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Dresden Studien zu Nazca anstellen.

In Osteuropa bekannt

Erich von Dänikens Ideen sind also weiterhin gefragt, nach seiner eigenen Aussage aber eher im Ausland als in heimischen Gefilden: «Ich habe manchmal das Gefühl, man weiss in der Schweiz gar nicht, was ich mache.» Er ist aber überzeugt, dass die neuen Filmprojekte in den USA auch in die Schweiz, besser gesagt auf den JungfrauPark abstrahlen werden. «Spätestens in einem Jahr», prophezeite der Mann im blauen Kittel.

Dass der Mystery Park seit dieser Saison JungfrauPark heisst, sei vielerorts noch nicht angekommen, sagte Bernhard Zysset, CEO des Parks. «Wir mussten praktisch bei Null beginnen.» Erstaunlicherweise gebe es aber viele Besucher aus Ländern wie Tschechien und der Slowakei, welche mit Bussen und Cars anreisten. Erich von Däniken hat dazu eine Erklärung: «Kürzlich hielt ich einige Vorträge in diesen Ländern und dort kennt man den Mystery, äh, JungfrauPark.» Der neue Name scheint sich tatsächlich noch nicht so durchgesetzt zu haben, wie dieses Beispiel zeigt.

JungfrauPark, quo vadis?

Ziel dieser Medienorientierung von gestern war es auch, die nach wie vor grosse Verbundenheit von Park und Erich von Däniken zu demonstrieren. So sind zwei der drei neuen Attraktionen aus von Dänikens Stube, nur die Aletsch-360°-Panorama-Show zielt in eine andere Richtung. In welche sich der JungfrauPark entwickeln wird, ist noch nicht entschieden. Es gibt «verschiedene Ideen», wie Bernhard Zysset sagte. Erich von Däniken glaubt weiterhin an die Strahlkraft der Rätsel im Park, denn «es gibt zwar viele Klamauk-Parks mit Achterbahnen, aber es gibt nur ein Rätsel-Mekka. Und das ist in Interlaken.»

Klar scheint jedoch, dass der momentan leer stehende «Challenge»-Pavillon in der kommenden Saison 2011 mit einer neuen Attraktion wieder in Betrieb genommen werden soll. Was dereinst gezeigt wird, wissen momentan nur die Götter.

Fabian von Allmen> (Tages-Anzeiger)

Erstellt: 19.05.2010, 17:24 Uhr

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