Panorama
Holocaust-Museum-Attentäter hatte Kontakt zu deutschem Neonazi
Polizeifoto: Holocaust-Leugner James von Brunn.
Ein Wachmann starb an seinen Verletzungen: Einschussspuren im Holocaust-Museum. (Bild: Keystone)
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James von Brunn, der amerikanische Rechtsextremist, der am letzten Mittwoch einen schwarzen Wachmann des Holocaust Memorial Museums in Washington erschoss, hatte Verbindungen zu deutschen Neonazis. Dies schreibt heute «Spiegel.de».
Der 88-jährigen Täter ist ein vorbestrafter Holocaust-Leugner aus dem angrenzenden US-Bundesstaat Maryland. Er unterhielt nach Erkenntnissen der Ermittler seit Jahren Verbindungen zu rassistischen und regierungsfeindlichen Gruppen. Unter anderem tauschte der Judenhasser im September 2003 über eine interne Mailing-Liste mehrere E-Mails mit dem früheren NPD-Anwalt Horst Mahler aus.
Nach Angaben der Polizei drang der Rechtsextremist am Mittwochmittag mit einer Schusswaffe in das berühmte Museum ein und schoss im Eingangsbereich um sich. Einem der Wachmänner fügte er schwere Verletzungen zu, an denen dieser später im Spital starb.
Auch Von Brunn selbst wurde durch Schüsse der sich wehrenden Wachleute schwer verletzt und ins Spital eingeliefert. In dem gut besuchten Museum unweit des Weissen Hauses brach Panik aus, viele Besucher warfen sich auf den Boden oder versteckten sich unter Bänken.
Hass auf Juden und Schwarze
Von Brunn ist vorbestraft. Er musste eine mehrjährige Gefängnisstrafe absitzen, nachdem er 1981 bewaffnet in die US- Zentralbank in Washington eingedrungen war. Er schrieb ein Buch über den Holocaust und Adolf Hitler, in dem er rassistische Ansichten verbreitete.
Erst kürzlich bezeichnete er in einem Internetblog die USA als «eine Müllhalde für Rassen der Dritten Welt». Die Ex-Frau des Holocaust-Leugners sagte der Zeitung «New York Daily News», er sei «zerfressen» gewesen von seinem Hass gegen Juden und Schwarze und habe kein anderes Thema gekannt.
Das Museum an der Mall im Herzen Washingtons war 1993 eröffnet worden. Es ist den etwa elf Millionen Opfern des Nationalsozialismus vor und während des Zweiten Weltkriegs gewidmet.
US-Präsident Obama ist schockiert über «abscheuliche Tat»
»Diese abscheuliche Tat erinnert uns daran, dass wir wachsam bleiben müssen gegen Antisemitismus und jegliche Form von Vorurteilen», erklärte Obama. Auch die israelische Botschaft verurteilte den Angriff.
Die muslimische Organisation MPAC sprach von einer «hassmotivierten» Tat. «Solche tragischen Vorfälle führen nur dazu, dass wir unsere Bemühungen verstärken, Intoleranz mit allen möglichen Mitteln zu begegnen», erklärte die MPAC.
(mbr/sda)
Erstellt: 14.06.2009, 12:02 Uhr
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