Panorama
«Ich bin schwul» – Job bei US-Armee weg
Von Matthias Chapman. Aktualisiert am 08.05.2009
Dan Choi spricht fliessend Arabisch und leistete in den letzten Jahren Dienst im Irak. Wie ein Reporter in der «HuffingtonPost» berichtet, soll er in vielen heiklen Situationen seine sprachlichen Fähigkeiten zum Vorteil von US-Einsätzen eingesetzt haben. «Er liebte seinen Job», so heisst es in dem Bericht weiter.
Obamas versprechen
Jetzt soll das vorbei sein. Nachdem er sich bei einem TV-Auftritt als homosexuell outete, wurde er aus der Armee ausgeschlossen, wie US-Medien berichten. So will es das Gesetz. Vermutlich ist Choi nicht der erste Homosexuelle, der in der Ära Obama aus der US-Armee ausgeschlossen wird, aber sicher der Prominenteste.
In seinem Wahlkampf hatte Obama versprochen, die entsprechende Regel (don’t ask, don’t tell – frag nicht, sag nichts) ausser Kraft zu setzen. Die Regel impliziert, dass, wenn einer sich outet, es kein Pardon mehr geben kann. Sie wurde in der Ära Clinton eingeführt.
Hätte es der Präsident verhindern können?
Von Schwulenorganisationen wird der Rauswurf Chois jetzt dem Präsidenten angelastet. Er hätte das mit einer sehr offenen Auslegung verhindern können, oder sich schneller an die Änderung der Regel machen müssen.
Derweil gibt Choi nicht auf. Er will zurück in die Armee. Für sein Ziel kämpft er in einer Schwulenorganisation, damit die verhängnisvolle Regel möglichst bald der Vergangenheit angehört. Auch in der Armee sollen sich Homosexuelle outen können, ohne gleich den Job verlieren zu müssen. (Tagesanzeiger.ch/Newsnet)
Erstellt: 08.05.2009, 16:04 Uhr
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