In den Alpen wird in Tamil oder Telegu gejauchzt

Aktualisiert am 20.04.2009 1 Kommentar

Standortmarketing via Filmkultur: Nun will die Schweiz ihre Bergpanoramen auch den regionalen indischen Filmemachern schmackhaft machen. Denn die produzieren mehr Filme als Bollywood.

Tanzen und Singen in Luzern: Szene aus einem Film in Telugu.

Sprachen in Indien

Telugu ist eine Sprache aus der dravidischen Sprachfamilie. Sie wird von 74 Millionen Menschen in Südindien gesprochen. Damit ist Telugu die größte dravidische Sprache und nach Hindi und Bengali die Sprache Indiens mit den drittmeisten Sprechern.

Malayalam gehört ebenfalls zur dravidischen Sprachfamilie. Sie wird von 33 Millionen Menschen vor allem im Bundesstaat Kerala an der Südwestküste Indiens verwendet und ist nah mit dem Tamilischen verwandt.

Tamilisch wird von knapp 70 Millionen Angehörigen des Volks der Tamilen vor allem im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu und auf Sri Lanka als Muttersprache gesprochen.

Die bengalische Sprache gehört zur indoiranischen Untergruppe der indogermanischen Sprachen. Sie wird von mindestens 215 Millionen Menschen als Muttersprache benutzt.

Indiens Filmindustrie dreht seit Jahren Filme in der Schweiz. Denn den Indern gefällt die hiesige Landschaft. Doch die Streifen in Hindi sind nur ein Bruchteil der gesamten indischen Filmproduktion. Künftig sollen daher auch Filme in den regionalen Sprachen die Schönheit der Schweizer Alpen verbreiten – zum Beispiel solche in Malayam, in Telugu, in Bengali oder Tamil (siehe Box). Kein Wunder, interessiert sich die Schweiz dafür: Es sind Sprachen, die von 400 Millionen Menschen gesprochen werden.

Wie die Zeitung «The Hindu» berichtet, sieht Philippe Welti, der Schweizer Botschafter in Indien, in solchen Filmen ein grosses Potential: «Der Schweizer Tourismus sieht das regionale Kino Indiens als eine grosse Geschäftsmöglichkeit», wird er in dem Bericht zitiert. «Dies nicht nur für Einkünfte, sondern auch, um unsere Tourismusindustrie zu fördern».

Zahl der indischen Touristen steigt

Laut Ashish Saran, einem Manager für das Schweizer Standortmarketing, werden alljährlich Liedaufnahmen für 15 bis 20 indische Filme in den Alpen gedreht – trotz der hohen Produktionskosten. «Wir bieten die gesamte Ausrüstung in Paketverträgen an», sagte er laut dem Bericht, «Filme wie 'Dilwale Dulhania Le Jayenge', 'Kabhi Khushi Khabhi Gham', 'Mujhse Dosti Karogi', haben die Schweiz in indischen Touristen allesamt in einem guten Licht gezeigt.»

Die Zahl der Logiernächte indischer Touristen hat in den letzten fünf Jahren um zwei Drittel auf 327'000 zugenommen. Die Inder sind nach den Amerikanern, Japanern und den Besuchern aus den Golfstaaten die wichtigste aussereuropäische Gästegruppe.

Ein Markt mit glänzenden Perspektiven

Indiens Filmbranche ist mit einem Ausstoss von rund 1000 Streifen pro Jahr die produktivste der Welt. Laut Schätzungen waren in den vergangenen Jahrzehnten in mehr als 200 Bollywood-Filmen Szenen aus den Schweizer Alpen zu sehen. Nach einer Untersuchung der indischen Handelskammer dürfte das Wachstum der indischen Filmindustrie bis 2013 alljährlich über 9 Prozent liegen. (raa)

Erstellt: 20.04.2009, 09:30 Uhr

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1 Kommentar

Ronnie König

20.04.2009, 09:07 Uhr
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So so mehr Filme als Bollywood? Bollywoodfilme kommen üblicherweise aus Mumbay (B ombay=B ollywood!!!) und ca. 1000Filme ist dafür richtig. Malayalam wird von mehr als 33Mio. gesprochen! Tike? Antworten



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