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In der Freizeit spielt Madoff gerne Boccia
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Der einstige Finanzjongleur Bernard Madoff ist im Butner-Gefängnis im US-Bundesstaat North Carolina Häftling Nr. 61727-054. Bernard Madoff, der einst im Luxus schwelgte, führt nun ein karges Leben. Gemäss Medienberichten geniesst der 71-Jährige keine Privilegien. Dennoch geht es ihm «den Umständen entsprechend gut», wie seine Anwältin dem «Wall Street Journal» sagte. Aus Erzählungen von Mitgefangenen lässt sich der Gefängnisalltag von Madoff einigermassen rekonstruieren. Madoff arbeitet in der Gefängnis-Küche, er schrubbt Pfannen und Töpfe. Wie andere Insassen des Butner-Gefängnisses muss Madoff um 6 Uhr morgens aufstehen und sich um 7.30 Uhr zur Arbeit melden. Die Häftlinge verdienen zwischen 12 Cent und 1,15 Dollar pro Stunde. In der Freizeit spielt Madoff gerne Boccia, Schach und Dame. Nachtruhe ist jeweils um 23 Uhr. Seine Zelle, die nicht abgeschlossen wird, teilt Madoff mit einem jüngeren Mann.
Viele Insassen der Butner-Haftanstalt verbüssen Strafen wegen Veruntreuung, Betrug, Bankraub, Spionage oder Drogenhandel. Neben Madoff sind weitere bekannte Kriminelle in Butner inhaftiert. So zum Beispiel der Mafia-Boss Carmine Persico und der Spion Jonathan Pollard. Mit Persico und Pollard soll sich Madoff auch schon ausgetauscht haben. Als grösster Betrüger der Finanzgeschichte geniesst Madoff bei den anderen Häftlingen ein gewisses Ansehen. «Für jeden Betrüger ist er der Pate, der Don», zitiert das «Wall Street Journal» einen Mitinsassen. Madoff benehme sich aber wie ein «normaler Mensch». Er möge die Menschen, die er im Gefängnis angetroffen habe. Er habe am Essen nichts auszusetzen. Madoff führt sich vorbildlich auf, er gibt zu keinen Beanstandungen Anlass.
Viele wollten eine Unterschrift von Madoff
Im Gefängnis gibt es strenge, ungeschriebene Regeln: Kümmere dich nur um deine Angelegenheiten! Wecke niemanden auf! Geh nicht ohne Erlaubnis in die Zelle eines anderen Häftlings! Zappe nicht, wenn jemand Fernsehen schaut! Diese Hausordnung kommt Madoff entgegen, der zu Beginn wegen seiner Prominenz bedrängt worden war. Nach dem Gefängniseintritt sollen viele Insassen versucht haben, von Madoff zu profitieren. «Viele wollten eine Unterschrift von Madoff, um diese auf eBay zu verkaufen», schreibt das «Wall Street Journal».
Madoff hatte über Jahre hinweg mit Hilfe eines komplexen Pyramidensystems tausende Anleger um insgesamt 21,2 Milliarden Dollar betrogen. Der einstige Chef der Technologiebörse NASDAQ wurde Ende Juni zu 150 Jahren Haft verurteilt. (vin)
Erstellt: 11.12.2009, 16:19 Uhr
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