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Israelischer Star-Moderator begeht Suizid – Dignitas in der Kritik

Aktualisiert am 16.08.2011 63 Kommentare

Adi Talmor, einer der bekanntesten Moderatoren des israelischen Radios, hat in der Schweiz einen begleiteten Suizid begangen. Sein Tod hat in Israel eine heftige Debatte über den Sterbetourismus ausgelöst.

Hat sich das Leben genommen: Ein Bericht über den israelischen Radiomoderator Adi Talmor auf haaretz.com.

Hat sich das Leben genommen: Ein Bericht über den israelischen Radiomoderator Adi Talmor auf haaretz.com.

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In der Redaktion von «Army Radio» in Jaffa, wo Adi Talmor seit Jahren tätig war, ist laut dem Onlineportal haaretz.com nach dem Bekanntwerden seines Todes kein Auge trocken geblieben. Denn Adi Talmor war nicht einfach nur Moderator, er war während Jahren das Aushängeschild des Senders.

Der 58-Jährige ist ohne Wissen seiner Familie in die Schweiz geflogen, um sich dort das Leben zu nehmen. Laut der «NZZ am Sonntag» (Artikel online nicht publiziert) hat die Organisation Dignitas Sterbehilfe geleistet. Die Nachricht von Talmors Tod löste in Tel Aviv umfangreiche Berichte über Sterbehilfe in der Schweiz als «Zentrum des Todestourismus» aus. Dignitas-Chef Ludwig A. Minelli trat laut dem Zeitungsbericht selber in den israelischen Medien auf.

Nur wenige eingeweiht

Keiner von Talmors Mitarbeitern kannte anfangs den Grund für seinen Selbstmord. Laut haaretz.com behielt er sein Krebsleiden bis zuletzt für sich. Nur seine Familie war eingeweiht. «Er hat vor einigen Jahren einmal angedeutet, was nun passiert ist», sagte Yitzhak Manor, der Bruder von Adi Talmor. Er habe gesagt, wenn er merke, dass seine Zeit gekommen sei, werde er selber gehen.

Talmor hinterliess seinen Redaktionsmitarbeitern einen Brief. Darin waren einige seiner Lieblingslieder aufgelistet, die auf «Army Radio» am Tag des Bekanntwerdens seines Todes gespielt werden sollten. Der Song «To See the Light» von Efrat Gosh machte dann auch gleich den Anfang.

Urnen im Zürichsee

Ludwig Minellis Sterbehilfe-Organisation Dignitas ist auch hierzulande immer wieder in den Schlagzeilen. Letztmals im vergangenen Sommer, als Taucher im Zürichsee bei Küsnacht gleich dutzendweise illegal entsorgte Urnen gefunden haben. Eine ehemalige Dignitas-Mitarbeiterin hatte Minelli belastet. Er habe mehrmals Urnen im See versenkt, behauptete sie. Wegen eines möglichen Verstosses gegen das Gewässerschutzgesetz hatte die Staatsanwaltschaft See/Oberland auch eine Strafuntersuchung eingeleitet. Aus Mangel an Beweisen wurde diese wieder eingestellt. (wid)

Erstellt: 15.08.2011, 20:38 Uhr

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63 Kommentare

Hans Huber

15.08.2011, 22:47 Uhr
Melden 479 Empfehlung

Ich frage mich, warum in solchen Fällen immer von Selbstmord gesprochen wird - oder verkauft es sich einfach besser? Er hat sich eigenverantwortlich entschieden zu gehen, wohin auch immer. Aber dies ist sein Entscheid - und mit Mord hat dies nichts gar nichts zu tun, ausser aus der Sicht religiöser Fanatiker. Ich bin stolz dass in der Schweiz solch ein würdevoller Tod möglich ist! Antworten


Bojan Antonovi?

15.08.2011, 22:09 Uhr
Melden 74 Empfehlung

Das ist höchst traurig. Jedoch entschied es sich selber, sein Leben zu beenden. Irgendwo, irgendwie. Dieser Mensch litt mehr, als wir, die noch am Leben sind! Antworten



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