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Kachelmann plant kein TV-Comeback
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«Ich werde keine Bildschirmpräsenz für mich fordern», sagt er im Exklusiv-Interview mit der «SonntagsZeitung». «Die Arbeit vor der Kamera war für mich nie Hauptinhalt meines Lebens.» Zuerst gehe es jetzt darum, dass seine Unschuld festgestellt werde.
Danach will Kachelmann wieder für seine Firma Meteomedia arbeiten – ob vor oder hinter der Kamera, sei von den Kunden abhängig: «Wie diese beurteilen werden, dass intimste Details meines Privatlebens öffentlich ausgebreitet wurden, kann ich nicht bewerten.»
«Ich bedaure»
Der Sponsor seiner Wettersendung «Das Wetter im Ersten» bei der ARD, eine deutsche Versicherungsgruppe, hat laut Recherchen der SonntagsZeitung die Kooperation aufgekündigt. Laut einer ARD-Sprecherin gebe es aber bereits einen neuen Sponsor.
Gegenüber dem deutschen Nachrichenmagazin «Spiegel» sagte Kachelmann, er habe in seinem Leben sicher nicht alles richtig gemacht. Die Beziehung mit seiner Ex-Partnerin sei länger gelaufen, als er es hätte zulassen sollen: «Dadurch habe ich diese Frau in einer Weise gekränkt, die ich in der Nachschau nur bedauern kann», sagte er.
Gestern wurde bekannt, dass Kachelmann vom Axel-Springer-Verlag zwei Millionen Euro Schmerzensgeld verlangt. Grund ist die Berichterstattung der deutschen Boulevard-Zeitung «Bild», die Details aus seinem Intimleben veröffentlicht hat. Am 6. September beginnt der Prozess gegen Kachelmann wegen Vergewaltigung. Er bestreitet den Vorwurf.
Ex-Bundesrichter sieht Chancen für Freispruch
Nach der Haftentlassung von Jörg Kachelmann sieht der ehemalige Bundesrichter Giusep Nay intakte Chancen auf einen Freispruch am Prozess. «Die Verneinung des dringenden Tatverdachts bedeutet, dass das Oberlandesgericht aufgrund der derzeitigen Beweislage nicht ausschliesst, dass Kachelmann frei gesprochen wird», sagt Nay in einem Interview mit dem «Sonntag».
Das Gericht im Hauptprozess werde aber «insbesondere aufgrund der Befragung der Anzeigerin und des Angeklagten urteilen». Der persönliche Eindruck, den die Richter erhalten, «kann entscheidend sein», so Nay weiter. Er gehe nicht davon aus, dass Prominente anders behandelt werden: «Das darf auch gar nicht sein. Prominente haben zudem den Nachteil, dass sofort alles publik wird.» (bru)
Erstellt: 31.07.2010, 23:25 Uhr



