Kanadas blutiges Geschäft

Aktualisiert am 16.03.2010

Kanadas Jäger dürfen in diesem Jahr mehr Sattelrobben töten. Tierschützer zeigen sich besorgt. Der Nachwuchs an Sattelrobben sei aufgrund fehlender Eisflächen dramatisch bedroht.

Jedes Jahr wieder: Kanadische Robbenjäger im Golf von St. Lawrence.

Jedes Jahr wieder: Kanadische Robbenjäger im Golf von St. Lawrence.
Bild: Keystone

Das kanadische Fischereiministerium hat die Fangquote für die Tiere am Dienstag von 280'000 auf 330'000 erhöht. Anfang Februar hatte die Regierung bereits 50'000 Kegelrobben zum Abschuss freigegeben, ebenso viele wie im vergangenen Jahr. Tierschützer protestierten gegen die erhöhte Fangquote. Der Nachwuchs der Sattelrobben sei in diesem Jahr aufgrund fehlender Eisflächen ohnehin dramatisch bedroht, hiess es vom Internationaler Tierschutz-Fonds (IFAW).

«Unsere Regierung sieht die Bedeutung der Robbenindustrie für die Menschen in den kanadischen Küstengemeinden», sagte Fischereiministerin Gail Shea. Die Entscheidung beruhe auch auf der Einschätzung von Wissenschaftlern, nach denen sich die Robbenbestände deutlich erhöht hätten.

«Mit einer geschätzten Population zwischen 6 und 7,7 Millionen Tieren ist der Bestand mehr als dreimal so gross wie 1970», erklärte Shea. Die Jagdquoten für Kegel- und Mützenrobben würden bei 50'000 und 8200 bleiben, obwohl sich auch deren Vorkommen vergrössert hätten.

Stabile Eisflächen wichtig

«Die kanadische Regierung macht sich lächerlich mit einer Quote von 330'000 Tieren, da so viele Jungtiere die katastrophale Eissituation möglicherweise nicht einmal überleben werden», hiess es vom IFAW. Sattelrobben benötigten stabile Eisflächen für Geburt und Aufzucht ihres Nachwuchses. Die Eiskonditionen in diesem Jahr seien aber schlechter als jemals zuvor. (jak/sda)

Erstellt: 16.03.2010, 23:33 Uhr

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