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Kranker Knabe zu Chemotherapie gezwungen

Ein Gericht in den USA hat es den Eltern eines krebskranken Jungen verboten, ihr Kind mit alternativen Methoden behandeln zu lassen.

«Medizinisch vernachlässigt»: Daniel Hauser.

«Medizinisch vernachlässigt»: Daniel Hauser.
Bild: Keystone

Das Kind sei «medizinisch vernachlässigt» und müsse geschützt werden, erklärte Richter John Rodenberg in dem am Freitag veröffentlichten Urteil. Der 13 Jahre alte Daniel Hauser wisse kaum, wie es um ihn stehe. Die Eltern hatten die Chemotherapie ihres Sohnes nach nur einer Behandlung abgebrochen und dies mit ihrer religiösen Überzeugung begründet. Sie wollten stattdessen Methoden anwenden, die auf indianischen Überlieferungen basieren.

Kaum Überlebenschance ohne Chemotherapie

Ärzte haben erklärt, der am Non-Hodgkin-Lymphom erkrankte Daniel habe eine Chance von 90 Prozent, mit herkömmlicher Strahlen- und Chemotherapie geheilt zu werden. Ohne diese Behandlung sänken seine Überlebenschancen auf 5 Prozent, hiess es.

Der Anwalt der Familie, Philip Elbert, kritisierte das Urteil. Das Gericht kümmere sich nicht um die Entscheidung der Eltern und sei ein Beleg für die Anmassung des Staates, der glaube, er wisse am besten, welche Entscheidungen für einen gut seien. (vin/ap/)

Erstellt: 15.05.2009, 22:47 Uhr

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