Kupferdiebe reissen unter Lebensgefahr Bahnkabel aus

Aktualisiert am 17.09.2009

15'000 Volt hatte die Fahrleitung drauf und gleich daneben versuchten Diebe ein Erdkabel zu kappen. Die Folge war ein Kurzschluss und Verzögerungen bei den SBB im Aargau.

Kaiserstuhl

Zwischen Rümikon und Kaiserstuhl im Kanton Aargau entfernten die Diebe auf einer Länge von fast 300 Metern das Erdungskabel der Fahrleitung der Bahn, wie die Aargauer Kantonspolizei mitteilte. Das parallel zum Schienenstrang laufende Seil dient laut SBB-Sprecher Daniele Pallecchi dazu, Masten zu erden.

Die Diebe hätten aber nicht darauf geachtet, dass die Masten sowohl links als auch rechts der Bahngleise stünden und das Erdseil deshalb die Fahrleitung kreuze. In der Folge sei das Seil beim Zerschneiden auf die Fahrleitung gefallen und habe einen Kurzschluss verursacht. Das Erdseil habe dabei über 15'000 Volt geführt.

Kein ähnlicher Fall bekannt

«Das war lebensgefährlich», sagte Pallecchi, dem kein ähnlicher Fall von Kupferdiebstahl bekannt ist. Zum Abtransport des Diebesgutes kamen die Unbekannten aber nicht. So bemerkten SBB-Angestellte laut Polizei gegen 3.00 Uhr die in regelmässigen Abständen verteilten Kupferkabel-Stücke. Sie sahen zudem ein unbekanntes Fahrzeug wegfahren, in welchem möglicherweise die Täter vor der Kontrollequipe flüchteten. Der beim Diebstahl ausgelöste Kurzschluss um 0.20 Uhr führte bis 8.45 Uhr zu einem Streckenunterbruch zwischen Rekingen und Kaiserstuhl. Die Passagiere wurden mit Bussen befördert. Es kam zu Verspätungen von rund einer halben Stunde. (cpm/ap)

Erstellt: 17.09.2009, 12:09 Uhr

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