Panorama
Lawinendrama: «Engländer» war ansprechbar und schrie vor Schmerzen
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Zwei Mitglieder und ein weiterer Teilnehmer einer Skitour dieses Vereins aus der Ortschaft nahe der Stadt Bern eilten dem Rega-Arzt nach der ersten Lawine zur Hilfe und wurden von der zweiten verschüttet. Insgesamt war der Skiclub Rubigen am Sonntag mit 27 Personen in drei Gruppen im Gebiet unterwegs, wie Bernhard Scherz, Tourenchef des Skiclubs Rubigen, am Montag eine Meldung von Tagesanzeiger.ch/Newsnet bestätigte. Nach dem ersten Lawinenniedergang habe die Gruppe die Tour abbrechen wollen.
«Wir warteten zunächst ab, weil der Verschüttete schon geborgen worden war», so Scherz. Als dann der Rega-Helikopter angeflogen kam, entschieden sich zwei Tourenleiter und ein Gast einer SAC-Sektion, dem Arzt beim Transport der schweren Taschen zu helfen.
Arzt hatte schwachen Puls
Bernhard Scherz berichtet, man habe versucht, mit Ortungsgeräten, Stangen und den eingeflogenen Hunden die Verschütteten zu finden. Er sei bei der Gruppe dabei gewesen, die den Rega-Arzt und einen Engländer ausgegraben hätten. Es sei aber sehr schwierig gewesen, da die beiden 2,5 Meter tief gelegen hätten.
Der Rega-Arzt sei wiederbelebt worden und habe einen schwachen Puls gehabt. Es sei klar gewesen, dass es schlecht um ihn stehe. Der Engländer dagegen sei ansprechbar gewesen und habe vor Schmerzen geschrien, als man ihn geborgen habe.
Auf die Frage, welchen Grund er für den zweiten Lawinenniedergang vermute, sagte Scherz: «Ein möglicher Grund ist der Helilärm.» Scherz bestätigte zudem, dass der Skiclub eigentlich eine Tour auf dem Jaunpass machen wollte. Wegen der dortigen schlechten Schneeverhältnisse habe man sich dann für eine Tour im Diemtigtal entschieden.
Gebiet galt als nicht gefährlich
Der Skiclub hat nun zwei Todesopfer zu beklagen: einen Tourenleiter aus den eigenen Reihen und den Gast. Der dritte Verschüttete wurde verletzt ins Spital gebracht. Laut Scherz geht es ihm den Umständen entsprechend gut. Am Dienstag kann er voraussichtlich das Spital verlassen.
Scherz, selber erfahrener Tourenskifahrer, bestätigte, dass das Gebiet nicht als gefährlich gelte. Niemand habe daran gedacht, dass eine zweite Lawine kommen könnte. «Besonders tragisch ist, dass es die Helfer getroffen hat», so der Tourenchef. (sam/sda)
Erstellt: 04.01.2010, 17:24 Uhr
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